Blue Boyz und Girlz FV Biebrich 02
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Kommentare und Glossen unseres Zweiten Vorsitzenden Heinz-Jürgen Hauzel

Big Hauzel

nach unten Der neueste Hauzel

August 2019

Liebe Biebricher,
wir alle sind auf den Verlauf der neuen Fußballsaison gespannt. Gerade auch, was die erste Mannschaft in der Verbandsliga reißen kann, wagt niemand so recht vorauszusagen. „Eine Wundertüte“, nennt Spielausschussvorsitzender Malte Christ das deutlich verjüngte Team und will sich selbst überraschen lassen. Die Testspiele haben Lust auf die Runde gemacht. Gerade das 7:1 gegen den stark aufgerüsteten Guppenliga-Aufsteiger SV Wiesbaden hat für Aufsehen gesorgt. Doch die Verantwortlichen der Blauen wissen natürlich, dass Resultate von Freundschaftsspielen, zumal in der Saisonvorbereitung, kein echter Gradmesser sind. Nach den ersten Punktspielen beim Oberliga-Absteiger FC Ederbergland sowie in den beiden aufeinanderfolgenden Heimspielen gegen Neuling Spvgg. Eltville und den VfB Marburg werden wir mehr wissen. Vor allem das Derby gegen die Rheingauer wird mit Spannung erwartet.

02-Trainer Nazir Saridogan hat die Herausforderung angenommen, die jungen Talente, überwiegend aus der eigenen A-Jugend, die in der vergangenen Hessenliga-Saison überzeugt hat, an die neuen Aufgaben heranzuführen. Er findet ganz offenbar Gefallen an der reizvollen Aufgabe, aus ihnen und einigen erfahreneren Eckpfeilern eine Mannschaft zu formen, die die Punkte in der Verbandsliga holt, die man braucht, um schnell einen beruhigenden Abstand zur Gefahrenzone zu haben – die vor allem aber attraktiven Fußball spielt, den Biebricher und Wiesbadener auf dem Dyckerhoff-Sportfeld sehen wollen. Auf dem Platz findet er starke Unterstützung durch Orkun Zer, der als neuer Kapitän zusätzliche Verantwortung übernommen hat. Schade allein, dass Abdullah Tasdelen einen Kreuzbandriss erlitten hat. Er wird erst in der Rückrunde wieder zum Kader gehören.

Die Voraussetzung, auch in den nächsten Jahren starken Nachwuchs für erste und zweite Mannschaft aus der eigenen Jugendabteilung zu generieren, haben sich derweil sogar noch einmal verbessert. Die A-Jugend hat die Hessenliga, die A-2-Jugend die Gruppenliga ohne großes Zittern gehalten. Die B-Jugend hat zwar die große Chance, nach dem Saison-Fehlstart doch noch in die Hessenliga aufzusteigen, verpasst dafür hat sich die B-2-Jugend als Unterbau des Verbandsliga-Teams die Wiesbadener Kreismeisterschaft und damit den Aufstieg in die Gruppenliga gesichert. Und auch mit der C-Jugend spielt der Biebricher Fußballverein nach dem Titelgwinn in der Gruppenliga nun auf Hessenebene in der Verbandsliga.

Und bei der zweiten Mannschaft spürt man die positiven Auswirkungen aus der ersten guten Vorsaison, als das Leitungsteam um Klaus Tobies und Spielertrainer Orkan Yurtseven aus dem Nichts heraus mit einem ganz jungen Team eine begeisterungs- und konkurrenzfähige A-Liga-Mannschaft geformt hat. Das ist nicht ohne Resonanz geblieben. Nennenswerte Abgänge hat es nicht gegeben, und viele A-Jugendliche haben sich entschlossen, in der eigenen Reserve zu spielen. Das war keineswegs immer so. Mit einem auch zahlenmäßig starken Kader sollte es gelingen, den guten siebten Vorjahresplatz noch einmal zu verbessern und hinter den Liga-Favoriten SV Italia und FC Maroc die Top-Plätze ins Visier zu nehmen, obwohl die Vorbereitung aufgrund zahlreicher Urlauber und Studenten im Prüfungsstress nicht eben optimal verlief.

Freuen Sie sich mit uns auf eine interessante Saison und übezeugen Sie sich auf dem Dyckerhoff-Sportfeld davon, dass in Biebrich attraktiver Spaß-Fußball geboten wird. Von allen 21 Mannschaften,

Ihr und Euer
Heinz-Jürgen Hauzel, 2. Vorsitzender

hjh


September 2019

Liebe Biebricher,
das neue Verbandsliga-Team der Blauen sei eine Wundertüte, sagte Spielausschuss-Vorsitzender Malte Christ vor dem ersten Anstoß dieser Saison. Wie recht er hatte. Überraschend gewannen die jungen 02er beim Oberliga-Absteiger FC Ederbergland in Battenberg, wo Biebricher Teams schon so oft heftige Prügel bezogen hatte. Und im ersten Heimspiel wurde die Spvgg. Eltville vor 300 staunenden Zuschauern mit 5:1 abgefertigt. Doch statt die Serie fortzusetzen, folgten drei Niederlagen. Gegen den VfB Marburg noch unglücklich, anschließend in Pohlheim und Waldgirmes glatt.

Was ist jetzt davon zu halten, was zu sagen: Schade zwar, aber auch nicht mehr als die Aufforderung, den Hebel möglichst schnell wieder umzulegen. Wir wollen einfach darauf warten, dass Trainer Nazir Saridogan und das Team auf die nächsten Wunder hinarbeiten. In Geduld auf die Mannschaft vertrauen, die schon bewiesen hat, dass sie mit ihrem spielerischen Potenzial und ihrer Dynamik jedem Gegner Schwierigkeiten bereiten und Punkte abknöpfen kann. Das Heimspiel gegen Germania Schwanheim, die Matches in Langenaubach und Zeilsheim bieten Möglichkeiten, die Leistungen, die zu den ersten beiden Siegen geführt haben, zu bestätigen. Um dann den FC Gießen auf dem Dyckerhoff-Sportfeld zu ärgern, der sich mit seiner zweiten Mannschaft ambitionierte Ziele gesetzt hat.

Bei der Benennung des Saisonziels haben sich die Verantwortlichen der 02-Reserve öffentlich zurückgehalten. Nach fünf Spieltagen führt das Team von Orkan Yurtseven die A-Liga-Tabelle indes mit blütenweißen Weste an. Zuletzt gab es beim SV Italia einen überzeugenden 5:0-Sieg, der besonders gut tat. Denn es waren die Italiener, die mit ihrem verspäteten Rückzug vor anderthalb Jahren den Abstieg der Blauen besiegelt hatten. Nun sind sie wieder da und wieder mit den 02ern in einer Spielklasse vereinigt. Im direkten Vergleich konnten sie keine Ansprüche auf einen Platz in der Spitzengruppe geltend machen.

Währenddessen machen die Blauen, die die jüngste Mannschaft der Liga stellen, da weiter, wo sie in der vergangenen Saison aufgehört haben. Mit fünf Siegen in fünf Spielen haben sie sich an die Spitze des Feldes gesetzt und ein echtes Gipfeltreffen erarbeitet: Am 1. September treffen sie um 12.45 Uhr am Zehntenhof auf die punktgleiche, aber mir einer schlechteren Tordifferenz ausgestattete Reserve von Hellas Schierstein. Es folgen Heimspiele gegen Delkenheim und den stark gestarteten Aufsteiger Schwarz-Weiß. Steht das 02-Team dann immer noch ganz oben, dürfen Trainer Orkan Yurtseven und das verantwortliche Vorstandsmitglied Klaus Tobies langsam über eine Anpassung des Saisonziels nachdenken.

Lassen auch Sie sich von den Mannschaften der Blauen überraschen und besuchen Sie die Begegnungen auf dem Dyckerhoff-Sportfeld.

Ihr und Euer
Heinz-Jürgen Hauzel, 2. Vorsitzender

hjh


Oktober 2019

Liebe Biebricher,
in den letzten Wochen war das sogenannte „Eltviller Modell“ Diskussionsthema auf den heimischen Fußballplätzen. Mit der offiziellen Begründung, den Trainern aller 19 Jugendmannschaften monatlich 150 Euro Übungsleiterpauschale zahlen zu können und damit das Niveau der Nachwuchs-Ausbildung anzuheben, hatte der Vorstand des Rheingauer Verbandsligisten bei seiner jüngsten Jahreshauptversammlung eine Beitragserhöhung von 10 auf 20 Euro beantragt. Und das von der F-Jugend bis zu den Aktiven. Allein die GJugend wird nur auf 15 Euro erhöht, Studenten zahlen künftig 10 statt 5 Euro, bei den Passiven bleibt alles beim Alten. 90 Prozent der anwesenden 57 Mitglieder stimmten dem Vorschlag zu. „Beitragserhöhung für Toptrainer“ hieß die entsprechende Schlagzeile im Tagblatt.

Nun sei einmal dahingestellt, ob man für 150 Euro Toptrainer verpflichten kann oder ob die Höhe des Salärs überhaupt etwas über die Qualität eines Trainers aussagt. Über die Verdopplung des Mitgliedsbeitrags kann man jedenfalls selbst unter der Berücksichtigung von eventuellen Sozialklauseln trefflich streiten. Und es bleibt die Frage, welches vorrangige Ziel sich ein Verein wirklich steckt. Dass möglichst alle Kinder, die Fußball spielen wollen, ihrem Hobby auch nachgehen können? Oder ob jeder zu einem Klassefußballer weiterentwickelt werden muss – ohne dass es dafür eine Garantie gäbe. Mitunter, das zeigt die Erfahrung, sind gescheite Betreuer(innen) im Verein bessere Begleiter von Kindern und Jugendlichen als vom Verband lizensierte Trainer.

Eltvilles Vorsitzender Thorsten Lang ist der Meinung, der Fußball verkaufe sich angesichts des hohen Aufwands in der Nachwuchsarbeit und der großen gesellschaftlichen Bedeutung ohnehin zu billig. Da muss man nicht unbedingt widersprechen, aber die Amateurvereine unterscheiden sich von Profivereinen und kommerziellen Sportanbietern eben vor allem durch das ausgeprägte ehrenamtliche Engagement. Hier geht es nicht zuerst um höchste Effizienz. Der Sport lebt von der Freiwilligkeit – und genau das macht seine gesellschaftliche Bedeutung aus. Es wäre geradezu widersinnig, sich das von den jungen Mitgliedern teuer bezahlen zu lassen. Gerechtfertigt wäre eine höhere Bezuschussung durch die öffentliche Hand oder eine wirkliche steuerliche Besserstellung gemeinnütziger Vereine. Wie dann das Geld am besten zu verwenden wäre, ist eine andere Frage.

Die Mitglieder des Biebricher Fußballvereins haben bei der Mitgliederversammlung im Frühjahr eine moderate Beitragserhöhung um linear zwei Euro beschlossen – ab B-Jugend aufwärts auf zwölf Euro, D- und C-Jugend auf zehn Euro, G- bis F-Jugend auf acht Euro. Auch das sind schon stolze Beträge, wenn man sie vergleicht mit der Anpassung, die die 02er am 8. Januar 1965 zu besten Hessenliga-Zeiten beschlossen haben. „Für Erwachsene werden die Beiträge von 1,50 auf 2 DM für Erwachsene und einheitlich auf 1 DM für Jugend und Schüler erhöht. Wir bitten unsere Mitglieder für diese Maßnahme um Verständnis“, hieß es damals im Mitteilungsblatt. Nebenan werden dort im Rückblick auf die jüngsten Spiele Jürgen Grabowski, Gerd Klier und Hansi Vogt als Torschützen genannt.

Zu allen Zeiten haben Vereinsführungen versucht, mit neuen Ideen, den Niedergang zu bremsen oder einen Höhenflug einzuleiten. Nicht alle erdachten Maßnahmen sind populär – und die wenigsten wirklich geglückt. In Biebrich wurde zweimal laut über Fusionen mit anderen Klubs nachgedacht. Richtig bekannt ist nur die Ankündigung des gerade gewählten Vorsitzenden Paul Haas bei der Mitgliederversammlung 1971, Gespräche mit der Germania über einen Zusammenschluss zu führen. Er wurde sofort vom Hof gejagt, und Horst Klee übernahm die Regie bei den weiter selbständigen Blauen. Und die bislang 48 Jahre unter seiner Ägide wurden zu einer wahren Erfolgsgeschichte.

Es gab aber schon, und das werden die wenigsten noch wissen, vier Jahre zuvor Überlegungen eines Vorsitzenden, die Eigenständigkeit aufzugeben und in Biebrich einen Großverein zu bilden. Und das ausgerechnet vom hochgeschätzten Heinz Przybilla. Der Mann, der 13 Jahre erfolgreicher Trainer der ersten Mannschaft war, wurde bei der oben schon angesprochenen Jahreshauptversammlung im Januar 1965 zum Vorsitzenden gewählt. Zweieinhalb Jahre später, im August 1967 schwadronierte der legendäre „Chef“ im Mitteilungsblatt von einem „TSV Biebrich“. „Es gibt die Blauen, die Grünen und den Turnverein. Sie alle spielen Fußball, Handball, turnen, treiben Leichtathletik und Boxen. Alle träumen von alten, glanzvollen Zeiten, und alle hoffen auf das Wunder. Die schönsten Träume der Treuen, jener mit Gold- und Silbernadeln Dekorierten sowohl bei den Blauen, den Grünen und dem Turnverein, beginnen wie im Märchen: Es war einmal...“

Was er dann schrieb, könnte auch gestern formuliert worden sein: „Jedes Jahr werden neue Pläne geschmiedet und neue Rezepte geschrieben. Jedes Jahr beginnt ein ständiger Wechsel von Spielern, und die Verpflichtung von Übungsleitern wird immer schwieriger und kostspieliger...“ Das Rezept, das er verschreibt, heißt „Vereinigung“. „Die Probleme wären nicht weniger, doch ließen sie sich mit der erweiterten Basis leichter bewältigen. In allen Vereinen sind genügend gute Kräfte vorhanden, die eine gute und funktionierende Organisation versprechen. Auch würde die Mitgliederzahl beachtlich steigen.“ Was natürlich falsch ist. Die Mitglieder würden nicht mehr, sondern nur zusammengeführt. Die Effekte möglicher Synergien sind überschaubar. Und seine Hoffnung, die er dann beschreibt, ist bislang durch nichts und auch nicht durch ein Beispiel anderer Vereinszusammenschlüsse belegt. „Im Fußball würde es nicht auf Anhieb besser aussehen“, bekannte Przybilla: „Aber die nachwachsende gute Jugend unter verantwortungsvoller und straffer Trainingsleitung würde im Bezirk Wiesbaden an Stärke gewinnen. In allen Vereinen ist viel Substanz und Talent vorhanden. Und hier liegt die eigentliche Chance des TSV Biebrich. Dieser Verein hätte Zukunft und würde zu einer magnetischen Kraft.“

Diese Fusion, so Przybilla, wäre „keine Kapitulation eines Vereins. Er wäre der Grundstein für eine hoffnungsvollere, leistungsstärkere Zukunft.“ Aber er wusste auch um die Brisanz seiner Gedanken und betonte deshalb zum Schluss ausdrücklich: „Der Inhalt dieses Artikels entspringt persönlichen Gedankengängen. Er ist nicht Inhalt einer Besprechung in Vorstandskreisen gewesen.“

Bei den Blauen muss niemand damit hadern, dass aus den Gedanken von 1967 und den Plänen von 1971 nichts geworden ist. Sie haben in ihrer flexiblen Eigenständigkeit die Position in Biebrich und in der hessischen Landeshauptstadt behauptet. Arbeiten wir gemeinsam dafür, dass das noch möglichst lange so bleibt.

Ihr und Euer
Heinz-Jürgen Hauzel, 2. Vorsitzender

hjh


November 2019

Liebe Biebricher,
viele schöne Spiele mit vielen sehenswerten Toren zeigten die Mannschaften der Blauen bislang schon in dieser Saison. Dazwischen mischen sich immer wieder mal Dämpfer, die uns alle auf den Boden zurückholen, ehe wir zu weit in den siebten Fußball-Himmel entschweben. Man neigt dann dazu, unnötig liegen gelassenen Punkten nachzutrauern („Wo könnten wir stehen, wenn...“). Aber das Entwicklungspotenzial ist sichtbar, die Perspektive ist gut. Die Erkenntnis lautet: Wir sind auf dem richtigen Weg. Das wird bei den mit jungen Talenten gespickten Teams in der Verbands- und der A-Liga deutlich. Beide stehen in den nächsten Wochen vor richtungweisenden Begegnungen. „Es läuft sensationell gut“, zog auch Jugendleiter Hartmut Steindorf in der jüngsten Vorstandssitzung eine positive Zwischenbilanz. Natürlich vergaß er nicht die Einschränkung bei der A-Jugend. Ausgerechnet das Hessenliga-Ensemble ist nicht in der Spur, kämpft noch nicht so begeisternd leidenschaftlich wie die Mannschaft des Vorjahres. Noch ist indes der Abstand zum „rettenden Ufer“ nicht so groß, dass sich die bisherige Ausbeute nicht reparieren ließe.

Alles Luxusprobleme in Biebrich, könnte man angesichts der Schlagzeilen sagen, die benachbarte Vereine aktuell wieder liefern. Gruppenligist Hellas Schierstein, im Mai immerhin Gewinner des Kreispokalfinales, hat die Gemeinnützigkeit eingebüßt und klagt nun ebenso über versiegende Geldquellen wir Gruppenliga-Absteiger Mesopotamien Nassau. Hier wie da wird schon gemunkelt, dass eine Reihe von Spielern allein wegen der guten Luft nicht bleiben und im Winter zu einem zahlungskräftigen Klub wechseln werden.

Während andere also regelmäßig, wenn’s draußen dunkel wird, Schwierigkeiten bekommen, die im Sommer gegebenen Versprechungen auch einzulösen und ihre hehren sportlichen Ziele revidieren müssen, freuen sich die 02-Verantwortlichen über aktuell konkrete Aufstiegschancen des A-Liga-Teams sowie der Verbandsliga-B-Jugend. „Natürlich wäre es eine Herausforderung, mit der Reserve in der Kreis-Oberliga und der B-Jugend in der Hessenliga zu spielen“, weiß Vorsitzender Horst Klee. „Aber wenn es so kommt, gehen wir es natürlich an.“

Eine gravierende Sorge haben indes trotz allem auch die Verantwortlichen des Biebricher Fußballvereins. Sie suchen händeringend Schiedsrichter, nachdem in den vergangenen Jahren gleich sechs Referees aus unterschiedslichen Gründen „zurückgetreten“ sind. Weil die 02er in dieser Saison nun zum zweiten Mal hintereinander das Soll unterschritten haben, wurden sie vom Verband mit einer empfindlichen Geldstrafe belegt. Ändert sich die Situation nicht, droht in der nächsten Runde ein Punktabzug für die Verbandsliga-Mannschaft. Die Chance: Am 25. November beginnt im Vereinsheim des SC Kohlheck ein Neulingslehrgang. Wer Interesse hat, für die Blauen Spiele zu leiten, sollte bitteschön schnellstmöglich ein Vorstandsmitglied ansprechen.

Auch in diesem Falle hoffnungsfroh
Grüßt Ihr und Euer
Heinz-Jürgen Hauzel, 2. Vorsitzender

hjh


November/Dezember 2019

Liebe Biebricher,
Feiertage noch und noch. Am 17. November wird der Vorsitzende der 02-Fußballer 80. Wir haben Horst Klee schon in der vergangenen Ausgabe gewürdigt. Einen „großen Bahnhof“ wollte er diesmal nicht. Gegen Glückwünsche hat er aber sicher nichts einzuwenden. Wenn die vier Skorpione der Vorstandsriege ihre Geburtstage haben, wissen wir, steht fast schon Weihnachten vor der Tür. Dies ist jedenfalls die letzte Ausgabe unserer Vereinszeitung in diesem Jahr.

Zeit für ein Resümee. Vielleicht reicht ein kurzes. Sagen wir: Auf 2019 lässt sich aufbauen. Wir sind auf einem guten Weg. Der hat sich nicht von allein ansteuern lassen. Und gefühlt ist es von Jahr zu Jahr mühsamer, den Schlaglöchern auszuweichen und dennoch Kurs zu halten.

Biebrich 02 ist immer noch die Nummer eins im Fußballkreis Wiesbaden. Dabei wurden in den vergangenen Jahren die beiden Aktiven-Teams deutlich verjüngt, um-, ja fast neu aufgebaut. Das scheinz gelungen. Vielleicht gelingt der zweiten Mannschaft gar die Rückkehr in die Kreis-Oberliga. Nun gilt es, die Leistung und Strukturen zu stabilisieren, den Spielerstamm weitestgehend beisammenzuhalten. Und aus den Jugendmannschaften auch künftig starken Nachwuchs heranzuführen. Die Voraussetzungen dafür sind günstig. A-, B- und C-Jugend gehören Verbandsspielklassen an. Zwar muss man nach den bisher gezeigten Leistungen den Abstieg der A-Jugend aus der Hessen- in die Verbandsliga einkalkulieren, allerdings könnte die B-Jugend umgekehrt den Sprung ins Oberhaus schaffen.

An den unrühmlichen Schlagzeilen, die im Fußball aktuellgeschrieben werden, sind die Blauen bislang nicht beteiligt. Für finanzielle Abenteuer, die andernorts für Turbulenzen sorgen, sind wir nicht anfällig. Niemand wird hier die Existenz des Vereins aufs Spiel setzen. Die Aufgaben weiter verlässlich zu erfüllen, die wir in unserer Stadt haben, ist oberstes Gebot. Irrwitzigen Wunschträumen nachzuhängen, gehört traditionell nicht zum Charakter der Vereinspolitik.

Auch unschöne Begleiterscheinungen auf den Sportplätzen bis hin zu tätlichen Übergriffen auf Schiedsrichter, sind das andere zuletzt im Verband hochkochende Thema. Wobei wir nicht mit den Fingern auf andere zeigen. Wir wissen, dass höchste Anstrengungen nötig sind, jegliche Eskalation der sportlichen Auseinandersetzung hinein in Unsportlichkeiten oder sogar in Gewaltausbrüche zu verhindern. Auch auf fremden Plätzen. Auch nach Provokationen. Dafür müssen unsere Trainer, Betreuer und Zuschauer eintreten. Gehen wir alle mit gutem Vorbild voran. Die Schiedsrichter, aber auch Gästeteams müssen sich am Dyckerhoff-Sportfeld sicher, am besten sogar wohl fühlen.

Emotionen gehören bei unserem Sport natürlich dazu. Aber Fußball ist ein Spiel. Zumindest in den Ligen, in denen wir mit Aktiven und Jugendlichen mitwirken. Jegliche übertriebene Aufregung ist doch da ein (schlechter) Witz. Die Tatsache, dass es bis in die jüngsten Altersstufen zu unschönen Auseinandersetzungen kommt, konterkariert den Geist des Spiels und die integrierenden, sozial-erzieherischen Potenziale, die der Fußball in einzigartiger Weise birgt. Lassen wir uns unseren schönen Sport nicht kaputtmachen, sondern bewahren ihn mit all seinen Vorzügen.

In diesem Sinne im Namen des gesamten 02-Vorstands Glück, Frieden und Gesundheit, eine schöne Vorweihnachtsfest, ein besinnliches Fest und ein gutes neues Jahr.

Ihr und Euer Heinz-Jürgen Hauzel, 2. Vorsitzender

hjh


Der neueste Hauzel

Januar 2020

Liebe Biebricher,
1996 fand der erste Biebricher Nostalgiecup statt. Sinn war, ein sportliches Wiedersehen mit den Spielern zu organisieren, die die besseren Tages des Wiesbadener Fußballs aktiv gestaltet haben. Der SVW, die Germania, Kastel 06, Biebrich 02, Biebrich 76 und Biebrich 19 stellten die teilnehmenden Mannschaften. Die 06er haben frühzeitig die Waffen gestreckt, im vergangenen Jahr schafften es erstmals die 19er nicht mehr, genügend Kicker in die Halle zu bekommen. In diesem Jahr musste nun auch der SV Wiesbaden passen. Das zeigt, dass es die Kontinuität, in denen die Klubs einst dank der üblichen Vereinstreue von der Jugend bis zu den Alten Herren alle Altersstufen besetzen konnten, nicht mehr gibt. Was sich über die vergangenen 24 Jahre nicht verändert hat, ist die Freude der Oldies am Zusammensein. Erst im Eingangsbereich und auf der Tribüne der Halle am Dyckerhoff-Sportfeld, schließlich im Vereinsheim. Ob der Aufwand sich freilich noch lohnt, das Turnier auf die Beine zu stellen oder was gegebenenfalls zu ändern ist, muss besprochen werden.

Zu den Untergangsszenarien, die im Fußball an die Wand gemalt werden, zählt der Mangel an Schiedsrichtern. Wenn wir früher in der Schule oder auf der Straße gekickt haben, haben wir gar keine Schiedsrichter gebraucht. Manchmal haben wir uns gestritten, aber es jedes Mal ging es gut. Und wir sind jeden Tag wieder zusammengekommen. Es haben freilich auch keine Eltern zugeschaut. Die Diskussion um den Schiri-Schwund wird mitunter einseitig geführt. Haben Beleidigungen und gewalttätige Ausschreitungen wirklich zugenommen? Oder schenkt man ihnen nur mehr Beachtung als früher? Sind spontane Unmutsäußerungen wirklich so schlimm und immer gleich ein Grund für Bestrafungen?

Ich gestehe, beim A-Liga-Match unserer Reserve gegen den SV Italia (1:0) vermochte auch ich nicht, ruhig zu bleiben. Einige Italia-Kicker traten, was das Zeug hielt. Einer der einschlägig aktenkundigen Akteure wurde sogar handgreiflich. Und der Referee hatte die Rote Karte in der Hand, steckte sie dann aber einfach wieder ein. In drei Fällen bewahrte er die Gäste mit abenteuerlichen Abseitspfiffen vor einem Gegentor. Der Schiedsrichter war 69, hat in seiner langen Karriere Hessenliga gepfiffen, war aber auch einmal Spielertrainer des SV Italia. Dass die Partie nicht komplett aus den Fugen geraten ist, war die größte Überraschung an diesem Tag. Aber mutmaßlich wäre das ganz ohne Schiedsrichter nicht schlimmer ausgegangen.

Auch sonnst häufen sich unerfreuliche Ereignisse rund um den Fußball. Hakan Tutkun, der unsere A-Jugend als Trainer in die Hessenliga geführt hat, gefiel’s offensichtlich nicht mehr am Dyckerhoff-Sportfeld, als in dieser Saison die Erfolge mit seinem Team ausblieben. Er verließ den Verein von heute auf morgen und sprach dann auch noch unsere Spieler an, ob sie ihm nicht zu seinem neuen Klub nach Rüsselsheim folgen wollen. Es sind nicht Männer wie Tutkun, sondern Männer wie Salih Dik-Fesci, der übrigens am 19. Februar seinen 50. Geburtstag feiert, auf die die Vereine bauen können und von deren Einsatz der Fußball wirklich profitiert. Seit Jahren kümmert er sich um unsere Jugend. Derzeit um die B-Jugend, und wie selbstverständlich sprang er nach dem unschönen Tutkun-Abgang zusätzlich noch kurzfristig bei der A-Jugend ein – gerade als hätte er sonst nicht genug zu tun.

Solange es auch solche Ehrenamtler im Fußball gibt, macht’s noch Spaß. Und so freuen wir uns auf die ersten Spiele und ein Wiedersehen nach der unnötig langen Winterpause. Die Verbandsliga-Mannschaft eröffnet das Jahr am 1. März (15 Uhr) mit einem Heimspiel gegen den SV Zeilsheim, die zweite Mannschaft will am gleichen Tag um 11 Uhr gegen die SG Rambach/Igstadt/Kloppenheim ihre Aufstiegsambitionen unterstreichen.

Ihr und Euer
Heinz-Jürgen Hauzel, 2. Vorsitzender

hjh


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