Blue Boyz und Girlz FV Biebrich 02
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Around Wiesbaden

Keine Angst vor finanziellem Kollaps
06.05.2020 - 11:20 von udo

Warum die Fußball-Verbandsligisten Biebrich 02 und Spvgg. Eltville derzeit nicht um ihre Stabilität bangen müssen

Wiesbaden. Es ist auch eine Facette des Stillstands in den Spielklassen der Amateur- und Jugendfußballer. „Wir sparen im Moment einiges an Aufwand ein“, sagt Malte Christ, Sportlicher Leiter des FV Biebrich 02, der neben der Verbandsliga-Mannschaft und dem A-Liga-Unterbau ein Alt-Herren-Team und stattliche 22 Nachwuchsmannschaften unter seinem Dach vereint. Doch die derzeit gesparten Ausgaben sind kein Trostpflaster. Christ sehnt – wie alle 02er – das Ende der erzwungenen Auszeit herbei und trägt gleichzeitig der Realität Rechnung. Bis zum Sommer werde der Spielbetrieb wohl auf jeden Fall noch ruhen, glaubt er.

Obwohl die Dyckerhoff-Anlage vom täglich pulsierenden Sport- und Begegnungsfixpunkt zum Geisterort geworden ist, sind die Biebricher guter Dinge, die Krise zu überstehen, als Gemeinschaft wie auch in finanzieller Hinsicht. „Wir pflegen einen guten Kontakt zu unseren beiden zuverlässigen Hauptsponsoren, auf die wir zählen können. Aber es kann passieren, dass uns kleinere Sponsoren wegbrechen werden“, erläutert Christ. Um die Zukunft der ersten Mannschaft, die in Hessens zweithöchster Klasse das Aushängeschild des Vereins ist und deren Spieler keine festen Aufwandsentschädigungen erhalten, ist ihm nicht bange. Bereits vor der Corona-Krise und vor der Einigung mit Chefcoach Nazir Saridogan und Co-Trainer Savas Saridogan für die Spielzeit 2020/21 – wann immer sie beginnen kann – habe man mit den Spielern gesprochen. Die Stammkräfte Orkun Zer, Sebastian Gurok, Moritz Christ, Steve Wagner, Christian Kunert stünden stellvertretend für die Garde derer, die Bereitschaft zum Verbleib bei den „Blauen“ signalisiert hätten. „Wir sind relativ weit mit der Kaderplanung, wollen uns letztlich von Keinem trennen und haben ein Auge auf eventuelle Zugänge. Doch wir müssen abwarten, weil keiner weiß, wie und wann es weitergeht“, schildert Malte Christ, der in seinem Dentallabor momentan nicht über einen Mangel an Aufträgen klagen kann.

Davon abgesehen hofft er auf baldige Entscheidungen, ob die Anfang März unterbrochene Saison 2019/20 noch zu Ende gebracht werden soll oder der Abbruch unumgänglich sein wird: „Egal, in welche Richtung entschieden wird. Die Vereine müssen wissen, woran sie sind. Das darf sich nicht noch ein, zwei Monate hinziehen.“

So oder so – Christ ist sicher, dass mit dem Neustart in puncto Spieler-Salär ein genereller Wandel im Amateurfußball erfolgen wird: „Die Spieler werden sich daran gewöhnen müssen, dass es weniger oder gar nichts mehr gibt. Oder allenfalls noch auf leistungsbezogener Ebene. Das wird definitiv kommen. Vielleicht hat das auch den Effekt, dass die Zeit der Preistreiberei ein Ende hat.“

Nach zwei Aufstiegen in Folge zog die Corona-Krise bei den Senkrechtstartern der Spvgg. Eltville Anfang März den Stecker. Nichts regt sich seitdem mehr im Emil-März-Stadion am Wiesweg, wo sich sonst neben der in die Verbandsliga durchgestarteten ersten Mannschaft die in die Kreisoberliga aufgestiegene zweite Garnitur und 13 Jugendteams tummeln.

Ein Ort, der für Vereinschef Thorsten Lang ansonsten zum zweiten Zuhause geworden ist. Denn der Vorsitzende ist keiner, der vom Schreibtisch dirigiert, sondern als Coach der Gruppenliga-C-Junioren und der E1 selbst mittendrin im Geschehen mitmischt. „Wir haben keine Fußballcamps, kein Pfingstturnier sowie keine Zuschauer- und Vereinsheim-Einnahmen, müssen aber weiter unseren Verpflichtungen nachkommen. Die kurzfristig entstanden Löcher haben wir mit Spenden stopfen können und den Großteil der in unserem Einflussbereich entstandenen Kosten hat unser Kassierer Gerhard Schöppler auf ein Minimum gesenkt. Derzeit kann ich sagen: Wir werden irgendwie durchkommen", umreißt Lang die Lage aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten.

„Alle Spieler verzichten während der Pause auf alle Zuwendungen“

Zumal Thorsten Becht als Coach des Verbandsliga-Teams in Verbindung mit dem für die Kreisoberliga-Formation zuständigen Sven Klärner (beide hatten vor Corona bereits für 2020/21 verlängert) und dem Mannschaftsrat in schweren Zeiten ihre Verbundenheit zum Verein untermauerten, streicht Steuermann Lang heraus: „Alle Spieler sind kein bisschen auf sich selbst bezogen und verzichten während der Pause auf alle Zuwendungen. Da bekomme ich teilweise Gänsehaut, wie stark das ist. Das macht mich stolz, diesen Laden anzuführen."

Den Laden am Leben erhalten, das bleibt die Devise. Dabei spielen die Vereinsbeiträge der rund 400 Mitglieder, die knapp ein Drittel der Einnahmen ausmachen, als einzig verbliebene Einnahmequelle eine gewichtige Rolle. Zum 1. Januar hatten die Eltviller die Beiträge, nach vorheriger intensiver Diskussion und anschließendem klarem Mehrheitsbeschluss auf bis zu 20 Euro im Monat angehoben, um in der Jugend durchgängig qualifizierte Trainer zur Verfügung stellen zu können.

18 Mitglieder hätten sich daraufhin Ende 2019 abgemeldet, bekennt Lang. Dagegen standen aber 34 Eintritte. Es werde aber nicht daran gedacht, die Erhöhung angesichts der Corona-Pause zurückzunehmen. „Neben all den Effekten, die das gegebenenfalls auf die Gemeinnützigkeit hätte, sind das Mittel, die wir einfach auch brauchen. Nichtsdestotrotz werden auch wir die vom Land Hessen zugesagten Hilfen und weitere in Aussicht gestellte Spenden in Anspruch nehmen müssen", bekräftigt Lang.

Aus seiner Sicht macht eine Fortsetzung der Saison 2019/20 kaum Sinn: „Ich würde den Verantwortlichen gerne zurufen: Spielt nicht zu Ende, macht einen klaren Schnitt. Den aktuellen Ersten aufsteigen lassen und auf Absteiger verzichten, bis auf diejenigen, die aus eigenen Antrieb eins runter wollen, das wäre Langs Ansatz für den Fall eines vorzeitigen Saisonendes. Nicht nachvollziehen kann Lang als ehemaliger Unternehmer, dass die Bundesliga-Profis zwar Gehaltskürzungen von zehn bis 20 Prozent in Kauf nehmen, aber nicht bereit waren oder sind, in Kurzarbeit zu gehen. „Was wäre das für ein Zeichen der Hochbezahlten, wenn sie das über einen begrenzten Zeitraum mit dem Höchstsatz von 4623 Euro monatlich akzeptieren würden."


Quelle: https://www.fupa.net/berichte/spvgg-eltville-keine-angst-vor-finanziellem-kollaps-2650478.html
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Around Wiesbaden » "Ich bin bisher nie in Versuchung geraten"
Around Wiesbaden

"Ich bin bisher nie in Versuchung geraten"
30.04.2020 - 10:14 von

Nachspielzeit mit Orkun Zer +++ Der Biebricher Top-Stürmer über Angebote anderer Klubs und das besondere Verhältnis zu seinem Verein
Biebrich.

In unserer Interview-Rubrik "Nachspielzeit" befragen wir wöchentlich in lockerem Rahmen interessante Spieler, Trainer oder Persönlichkeiten der Region über ihren Verein und ihre persönlichen Ziele. Heute zu Gast: Orkun Zer. Das Biebricher Urgestein spielt bereits seit zehn Jahren beim FV und spricht mit uns über die erstaunliche Kontinuität beim Verbandsligisten. Außerdem gewährt uns der 30-Jährige Stürmer einen kleinen Einblick in sein aktuelles Leben in der Pandemie.

FuPa: Orkun, aktuell ist noch nicht absehbar, wann die Saison weiter gehen wird. Wie vertreibst du dir momentan die Zeit?

Orkun Zer: Berufstechnisch hat sich für mich nicht allzu viel geändert, da ich schon zuvor länger im Homeoffice aktiv bin. Außerdem hält mich mein einjähriger Sohn auf Trab. Dadurch herrscht bei mir zu Hause zum Glück keine Langeweile. Fußballerisch sieht die Sache natürlich etwas anders aus. Unser Trainer bemüht sich aber sehr um uns und macht wöchentlich Trainingspläne. So bleiben wir trotz der Spielpause fit.

In wenigen Monaten feierst du dein zehnjähriges Jubiläum in Biebrich. Sind schon Feierlichkeiten geplant?

Ich denke, auf der Mitgliederversammlung hätte es eine kleine Ehrung gegeben. Wegen der Corona-Situation ist diese aber auf unbestimmte Zeit verschoben. Mal schauen, ob wir das irgendwann nachholen können. Ich freue mich auf jeden Fall sehr, schon so lange beim FV am Ball zu sein.

In dieser Saison steht ihr in der Verbandsliga etwas schlechter da als noch in den Jahren zuvor. Was sind die Gründe für den aktuell eher mäßigen zehnten Platz?

Wir hatten schon vor der Saison erwartet, dass diese Spielzeit nicht immer glatt laufen wird. Wir haben im Sommer ein halbes Dutzend Leistungsträger abgegeben. Trainer Nazir Saridogan wollte unsere Mannschaft verjüngen und ein paar Experimente wagen. Somit war klar, dass wir diese Saison wahrscheinlich nicht ganz oben zu finden sein werden. Unsere junge Mannschaft hat sehr viel Qualität, die sie aber nicht immer komplett abrufen kann. Das kann man von den Jungs auch noch nicht erwarten. Insgesamt bin ich mit unserem Abschneiden zufrieden.

Der FV spielt nun schon seit fast 20 Jahren in der Verbandsliga, euer Coach Nazir Saridogan sitzt seit 2013 auf der Trainerbank. Könnte man euch als das Sinnbild für Kontinuität bezeichnen?

Bei uns wird schon seit vielen Jahren hochseriös und grundsolide gearbeitet. Wir sind kein riesig großer Verein mit massig Zuschauern. Wir hatten nie einen Großsponsor, der mit dem Verein hoch hinaus wollte, sondern haben seit Jahren begrenzte finanzielle Mittel, aus denen der Vorstand sehr viel macht. Diese realistische und konservative Herangehensweise sorgt für Ruhe und macht solche langen Perioden in sicherem Fahrwasser möglich.

Auch du gehst diesen Weg schon eine lange Zeit mit und bist mittlerweile eine echte Identifikationsfigur. Wie wichtig ist es dir, mit den Gegebenheiten vertraut zu sein und als Kapitän eine Führungsrolle inne zu haben?

Es ist natürlich ein tolles Gefühl, im Verein gewertschätzt zu werden. Ich fühle mich hier pudelwohl, kenne gefühlt jedes Vereinsmitglied. Über die Jahre sind viele enge Freundschaften entstanden, die mir den Alltag mit Freude füllen. Auch nach zehn Jahren bin ich immer noch unglaublich gerne hier.

Die Kontinuität, die den FV Biebrich auszeichnet, verkörperst du auch auf dem Platz. Du bist seit Jahren einer der zuverlässigsten Torjäger der Region und hast auch diese Saison schon wieder 19 Treffer erzielt. Wie zufrieden bist du mit deinen jüngsten Leistungen?

Als Stürmer bist du nie völlig zufrieden, weil der eigene Anspruch natürlich immer ist, jede Chance zu nutzen. Auch diese Saison hätten es gerne noch ein paar Buden mehr sein dürfen. Aber mit ein bisschen Abstand kann ich, so denke ich, auch dieses Jahr wieder mit Stolz auf meine Leistungen zurückblicken.

Wenn man wie du schon hunderte Tore in der Verbandsliga gemacht hat, stellt sich trotz deiner Verbundenheit zu Biebrich die Frage, ob du nochmal eine andere, höherklassige Herausforderung annehmen willst. Gab es schonmal die Versuchung, den Sprung zu einem anderen Klub zu wagen?

Über die Jahre bleiben Anfragen natürlich nicht aus. Da waren schon einige Angebote dabei, die auch finanziell extrem reizvoll waren. Am Ende ist aber Geld und sportlicher Erfolg nicht alles. Ich bin glücklich in Biebrich und habe einen tollen Beruf, durch den ich fußballerisch nicht allzu sehr nach dem Finanziellen schauen muss. Mehr als lose Gespräche hat es somit eigentlich nie gegeben. Der FV bleibt auch in Zukunft mein Verein.


Quelle: https://www.fupa.net/berichte/fv-biebrich-ich-bin-bisher-nie-in-versuchung-geraten-2648613.html
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Around Wiesbaden » Biebrich 02 trauert um Klaus-Dieter Herrmann
Around Wiesbaden

Biebrich 02 trauert um Klaus-Dieter Herrmann
27.11.2018 - 11:04 von udo

Er gehörte zu den Biebricher Legenden. Nun ist Klaus-Dieter Herrmann im Alter von 73 Jahren gestorben.
Klaus-Dieter Herrmann starb 73-jährig.

WIESBADEN - (hz). Klaus-Dieter Herrmann gehörte zu den Biebricher Legenden. 1963/64 war er mit gerade 18 Jahren der Jüngste im jüngsten Team der Hessenliga. Und er zählte mit Jürgen Grabowski, Hansi Vogt, Gerd Klier, Rainer Köhler und Franz Hassler zum Junior-Sturm, der am Ende mit 96 Treffern der torgefährlichste im 19er-Feld der Liga war. Die Blauen landeten hinter Darmstadt 98 und dem SVW punktgleich mit Viktoria/Preußen Frankfurt auf Platz vier.

Von einem kurzen Abstecher am Ende seiner aktiven Laufbahn in die Nachbarschaft abgesehen, ist Herrmann den 02ern immer treu geblieben. Als er die Schuhe an den Nagel hängte, bildete er zusammen mit dem 2014 gestorbenen Werner Kuhn über lange Zeit das erfolgreiche Gespann an der Spitze des Spielausschusses. 58 Jahre war er Mitglied des Biebricher Fußballvereins und bis zuletzt ein Stammgast bei den Spielen auf dem Dyckerhoff-Sportfeld. Am Sonntag starb Herrmann im Alter von 73 Jahren.


Quelle: https://www.wiesbadener-kurier.de/sport/fussball/wiesbaden/biebrich-02-trauert-um-klaus-dieter-herrmann_19261604?fbclid=IwAR0dj0Posj3qQ5rZ01Ez5nFEs5GJQ07-Kj27OdENLBGHKTQfphto7mlb4K0#cxrecs_s
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Around Wiesbaden » "Unter die ersten Drei kommen"
Around Wiesbaden

"Unter die ersten Drei kommen"
29.08.2018 - 21:49 von udo

"Nachspielzeit" mit David Schug +++ Kapitän von Biebrich 02 fehlt im Kracher gegen Fernwald +++ "Mein Ziel ist es, die beste Defensive der Liga zu stellen"

Wiesbaden. In unserer Interview-Rubrik "Nachspielzeit" befragen wir wöchentlich in lockerem Rahmen interessante Spieler, Trainer oder Persönlichkeiten der Region über ihren Verein und ihre persönlichen Ziele. Heute zu Gast: David Schug. Der 27-Jährige spielt seit der Saison 2016/2017 beim FV Biebrich 02. Vorher war für den SV Wehen, den SV Wiesbaden und Rot-Weiß Hadamar aktiv.

FuPa: Hallo David, Ihr seid mit 13 Punkten aus fünf Spielen sehr gut in die Saison gestartet. Wie zufrieden bist du als Kapitän mit dem Auftakt?

David Schug: Mit dem Saisonstart bin ich sehr zufrieden. Wenn man bedenkt, dass wir in den letzten zwei Jahren den Start komplett verschlafen haben, läuft es jetzt super. Alle sind fit, keine Verletzte und die Stimmung ist gut. Im letzten Jahr waren es zu Beginn zu viele Remis. Bisher konnten wir in jedem Spiel, bis auf Dorndorf, dreifach punkten. Auch dort hätten wir gewinnen können, dann wären wir jetzt mit Fernwald gleichauf.

Ihr konntet in den zwei Jahren, seitdem du bei den 02ern aktiv bist, noch keine entscheidenden Akzente Richtung Aufstieg setzen. Ist nach dem dritten und fünften Platz dieses Jahr der Aufstieg in die Hessenliga drin?

Für den Verein ist das nur bedingt ein Thema. Es wird gut gewirtschaftet und man hat denke ich nicht die Ambition, zwingend in die Hessenliga aufsteigen zu müssen. Für uns als Mannschaft ist es dieses Jahr natürlich das klare Ziel unter die ersten Drei zu kommen. Keine Frage!

Am Samstag geht es im Verbandsliga-Topspiel auswärts nach Fernwald. Was erwartet euch dort und mit welchen Zielen geht ihr in die Partie?

Ziel ist ganz klar, nicht zu verlieren. Der FSV hat eine starke Mannschaft. Mit Rafael Szymanski haben sie einen absoluten Topspieler im Surm, der auch schon elfmal getroffen hat. Außerdem haben sie mit Louis Goncalves (Watzenborn-Steinberg) einen ausgezeichneten Akteur dazu bekommen, mit dem ich auch schon zusammen gespielt habe. Letztes Jahr haben wir in Fernwald 1:5 verloren. Auch wenn ich der Meinung bin, dass sie mit ihrem Team locker in der Hessenliga mithalten würden, glaube ich, dass wir dort durchaus was mitnehmen können.

Du selbst wirst gegen Fernwald fehlen. Nach deiner roten Karte im Hessenpokal gegen Hadamar bist du noch für ein Spiel gesperrt. Wie ist die doch realtiv deutliche Niederlage gegen deinen schlecht gestarteten Ex-Klub zu erklären?

Gegen Hadamar haben wir einfach nicht das wahre Biebrich 02 gezeigt. Schade auch, wenn man sieht das Hadamar jetzt mit Waldsolms einen schlagbaren Gegner zugelost bekommen hat. In den nächsten Runden hätte dann vielleicht ein attraktives Los wie der SV Wehen oder der OFC gewartet. Mit der roten Karte war es dann ein besonders bitterer Abend für mich, auch wenn ich die Karte für überzogen halte. Jetzt können wir uns aber auf die Liga konzentrieren und im Kreispokal wieder so weit kommen, wie möglich.

Du hast mit der U23 des SV Wehen in der Regionalliga und mit dem SV Wiesbaden in der Hessenliga gespielt. Ist es für dich eine Ambition, unabhängig vom FV Biebrich, wieder dorthin zurückzukehren?

Na ja, bei anderen Hessenligavereinen wäre mir der Aufwand schlichtweg zu groß. Ich bin Filialleiter bei einem Sportgerätehersteller und dazu vor kurzer Zeit Vater geworden. In Biebrich bin ich aktuell sehr zufrieden und kann mir vorstellen noch lange zu bleiben. Vielleicht klappt es ja auch mit der Mannschaft aufzusteigen. Wer weiß?

Explizit zu deiner Zeit beim SV Wiesbaden: Trauerst du dem verpassten Regionalligaaufsteig damals nicht hinterher?

Wir hatten damals unter Trainer Djuradj Vasic fünf oder sechsmal die Woche Training. Es wurde viel für den Aufstieg investiert und ein hoher Aufwand betrieben. Aber ich bin der Meinung, dass es einfach nicht funktionieren konnte. Wir waren keine richtige Mannschaft, es gab Grüppchenbildungen im Team und das führte dazu, dass die sportlichen Ziele verpasst wurden. Was jetzt mit dem Verein passiert ist, tut mir natürlich leid. Gerade für die vielen Ehrenamtlichen, die dem Verein auch nach dem Neuanfang treu geblieben sind.

Um wieder ins aktuelle Geschehen zurückzukehren: Wie gut siehst du euren Kader aufgestellt und welche Rolle willst du dort einnehmen?

Wir haben viele junge Spieler dazubekommen. Diese verstärken uns allerdings nicht nur in der Breite sondern auch qualitativ. Außerdem stimmt die Mischung in der Truppe. Menschlich ist das absolut top, jeder hängt sich richtig rein. Dazu trägt auch unser Trainer Nazir Saridogan bei, der sehr ehrgeizig arbeitet und einen tollen Job macht. Ich will als Kapitän in meiner Vorbildsfunktion gerade die jungen Spieler unterstützen. Und als Innenverteidiger ist es natürlich mein Ziel, die beste Defensive der Liga zu stellen (lacht).

Gibt es für dich ein Highlight in deiner Karriere, an das du dich gerne zurück erinnerst?

Mein erstes Tor in der Regionalliga mit der Zweiten Mannschaft des SV Wehen gegen den FC Nürnberg II. Das war schon ein toller Moment. Generell ist mir der Spaß mit den Jungs aber wichtiger als irgendwelche speziellen Highlights in meiner Fußballkarriere.

Vielen Dank für dein Zeit, David!


Quelle: https://www.fupa.net/berichte/fv-biebrich-unter-die-ersten-drei-kommen-2145826.html
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Around Wiesbaden » "Nicht alles dafür getan, um ganz nach oben zu kommen"
Around Wiesbaden

"Nicht alles dafür getan, um ganz nach oben zu kommen"
24.05.2018 - 21:16 von udo

"Nachspielzeit" mit Orkun Zer +++ Vollblutstürmer spricht über die Feier nach dem Pokalsieg, seine Gedanken vor seinem Tor und seine Jugendzeit bei Eintracht Frankfurt

Wiesbaden. In unserer Interview-Rubrik "Nachspielzeit" befragen wir wöchentlich in lockerem Rahmen interessante Spieler oder Trainer der Region über ihren Verein und ihre persönlichen Ziele. Heute zu Gast: Orkun Zer vom FV Biebrich 02.

Wie an der Schnur gezogen schlägt das Leder im Winkel ein. Der 2:2-Ausgleich im Wiesbadener Kreispokalfinale. Der Schütze: Biebrichs Stürmer Orkun Zer. Mit diesem Hammer zeigte der 28-jährige Stürmer seine fußballerische Qualitäten.

Hallo Orkun, zunächst Glückwunsch zum Sieg des Kreispokals. Habt ihr noch gebührend gefeiert?

Ja, wir haben erst in Igstadt viel getrunken und sind dann in die Litti gefahren. Da ging es dann bis 04 Uhr heute morgen. Ich habe mir extra heute Urlaub genommen, ich wollte auf Nummer sicher gehen. Es waren alle Spieler mit dabei, auch unser sportlicher Leiter Malte Christ uns sogar ein paar Spielerfrauen.

Wie war dein Gefühl, als der Schiedsrichter die Partie abgepfiffen hat und ihr den Pokal gewonnen habt?

Es war ein sehr schönes Gefühl und wir waren alle erleichtert. Es war kein gutes Spiel von uns. In der ersten Halbzeit waren wir schlecht, in der zweiten Hälfte war es besser. Wir haben uns zu sehr unter Druck gesetzt und nicht so befreit aufgespielt wie in der Liga.

Mit deinem fulminanten Freistoßtor hast du einen wichtigen Beitrag zum Sieg geleistet. Was hast du dir gedacht, als du zum Schuss angelaufen bist?

Ehrlich gesagt nicht so viel. Ich schieße meine Freistöße immer so und haue voll drauf. Ich bin nicht der Typ, der versucht einen Freistoß über die Mauer zu zirkeln. Wenn meine Bälle auf das Tor gehen, ist er oft drin. Ich selber habe bis zu dem Freistoß kein gutes Spiel gemacht und wollte damit der Mannschaft helfen und das Ding unbedingt reinmachen.

Hast du so einen Freistoß trainiert?

Ich trainiere meine Freistöße nicht. Ich probiert es in den Spielen einfach. Manchmal geht er rein, aber manchmal fliegen meine Bälle auch Kreuz und Quer am Tor vorbei (lacht).

In der Verbandsliga Mitte steht ihr aktuell auf dem sechsten Platz. Seid ihr damit zufrieden?

Zufrieden sind wir schon, wobei wir einige Punkte haben liegen lassen. Wie zuletzt gegen Marburg, wo wir den Sieg in zwei Minuten hergegeben haben. Den ein oder anderen Punkt hätten wir noch holen und vielleicht noch eins bis zwei Plätze höher sein können. Aber ganz vorne hätten wir nicht angreifen können.

Du hast in der Jugend bei Eintracht Frankfurt und dem SV Wehen Wiesbaden gespielt. Hat dich diese Zeit geprägt? Was nimmt man da mit?

Ich bin in der E-Jugend zum SV Wehen Wiesbaden gewechselt, weil mein Papa damals in der ersten Mannschaft gespielt hat. Mit der Zeit bin ich dann zu Eintracht Frankfurt gewechselt. Ich hatte damals Angebote vom 1. FC Köln und von der Eintracht. Wegen der Strecke habe ich mich dann für die Eintracht entschieden. Ich habe damals nicht alles dafür getan, um ganz nach oben zu kommen. Ich bin auch gerne mal Abends weggegangen oder hab andere Sachen gemacht. Oft fragen mich Leute, warum ich bei meinem Talent nicht höher spiele.

Bereust du dein damaliges Verhalten?

Man fragt sich schon, was alles hätte passieren können. Die Hälfte meines ehemaligen Teams spielt heute im Profi-Fußball. Dennoch bin ich mit meinem jetzigen Leben zufrieden. Ich arbeite bei der R+V Versicherung, mir macht das Fußballspielen in Biebrich sehr viel Spaß und ich habe Freizeit, die ich nutzen kann wie ich es möchte.

Du spielst schon einige Jahre nun in Biebrich. Was zeichnet den Verein deiner Meinung nach aus?

Es ist dort mein achtes Jahr. Man muss auch sagen, dass es in Wiesbaden nicht viele Optionen gibt. Wir haben eine extrem tolle Mannschaft, die einen festen Kern seit fünf bis sechs Jahren hat. Wir sind richtig gute Freunde und unternehmen auch viel zusammen.

Vielen Dank für deine Zeit, Orkun!


Quelle: https://www.fupa.net/berichte/fv-biebrich-nicht-alles-dafuer-getan-um-ganz-nach-oben-zu-ko-2079274.html
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Around Wiesbaden » Zepterwechsel wird zur Zäsur
Around Wiesbaden

Zepterwechsel wird zur Zäsur
01.02.2018 - 22:18 von udo

BIEBRICH 02: Noch kein Nachfolger für Horst Klee in Sicht, der 2019 den Vorsitz abgibt +++ Verein muss womöglich finanziell abspecken +++ Freiwilliger Abstieg aber kein Thema

Wiesbaden . Beim Gespräch im Foyer des Landtags ist plötzlich ein Bellen zu vernehmen. Horst Klee registriert es sofort. „Das gibt es doch nicht“, entfährt es ihm spontan. Als halte er das genauso wenig für möglich, wie ein etwaiges Absacken seines FV Biebrich 02 aus der Fußball-Verbandsliga. Wenig später kommt ein Schäfer(spür)hund, geführt von einem Polizeibeamten, zum Vorschein und Klee erinnert sich gleich an die notwendig gewordenen Sicherheitsvorkehrungen vor einer Plenarsitzung. Für ihn im Gegensatz zu frühereren Zeiten eine offenkundig gewöhnungsbedürftige Veränderung. Doch auch bei seinen 02ern, die er seit 1971 als Vorsitzender führt, stehen die Zeichen auf Veränderung. Nicht ad hoc, aber mit Sicherheit im Verlauf der nächsten Jahre.

Kein anderer als Horst Klee, der seit 25 Jahren Landtagsabgeordneter ist und sich am 18. Januar 2019 von dieser Bühne verabschieden wird, kann das so genau beurteilen und vorhersehen. Mit 78 Jahren steckt er unverändert voller Tatendrang und Energie, achtet auf wöchentliche Einheiten im Fitnessstudio. Aber er weiß nur zu gut, dass das Zeitfenster, um einen adäquaten Nachfolger zu finden, täglich kleiner wird. Wer tritt 2019, wenn seine letzte Amtszeit bei den „Blauen“ ausläuft und keine Verlängerung vorsieht, in seine Fußstapfen? „Das“, sagt Klee, „ist die Frage des Jahres 2018.“ Eine, auf die sich noch keine Antwort abzeichnet. Klar ist nur: Klee wird 2019 nicht einfach von Bord gehen, sondern – vorausgesetzt, dass es gesundheitlich stimmt – den 02ern weiter mit Rat und Tat zur Seite stehen. Mit dem generellen Wunsch: Weniger Fußball, mehr Privatier. Doch ein Zepterwechsel wird zur Zäsur. Schließlich hat Klee über Jahrzehnte hinweg ein einzigartiges Kontaktfeld geschaffen, einen Pool an Gönnern, die sich aufgrund des guten Drahts zum Biebricher Steuermann engagieren. Regelmäßige Zuwendungen, die bislang gereicht haben, die von Hartmut Steindorf mit großem Einsatz geleitete Nachwuchsabteilung auf hohem Level zu halten. 340 Spieler, 80 Prozent mit zumindest einem Elternteil ausländischer Herkunft, tummeln sich in diesem großen Hort der Integration innerhalb des 38 000 Einwohner zählenden Stadtteils.

"Wenn wir finanziell abspecken müssen, müssen wir im Aktivenbereich ansetzen"

Parallel gelingt es bisher, mit vorhandenem Budget die Verbandsliga zu stemmen, sich unterhalb des SV Wehen Wiesbaden als ranghöchstes Amateurteam der Stadt zu etablieren. „Mit 70 zahlenden Zuschauern im Topspiel gegen Fernwald können wir aber gerade die Schiedsrichter bezahlen. Die Sportplatz-Einnahmen einer Saison reichen nicht mal, den Verein einen Monat zu finanzieren“, erläutert Klee mit Blick auf weggebrochene und potenzielle neue Förderer, die immer schwieriger zu generieren seien. „Wenn wir finanziell vielleicht leicht abspecken müssen, werden wir nicht bei der Jugend, sondern im Aktivenbereich ansetzen müssen. Aber wir sind weit davon entfernt, über einen freiwilligen Abstieg nachzudenken“, so Klee, unter dessen Ägide der Grundsatz gilt: Der Saisonetat muss vor der Runde weitgehend in trockenen Tüchern sein. Dafür kämpft der 02-Chef, für den der Verein zum steten Jungbrunnen geworden ist, unverdrossen weiter. Demnächst, verrät er, stehe ein wichtiges Sponsorengespräch an. Doch an seine Mitstreiter sendet er ein klares Signal: „Ich bin für den Verein da, solange ich es kann. Aber macht euch Gedanken für die Zukunft. Das Modell Biebrich 02 ist für den Stadtteil Biebrich unverzichtbar.“


Quelle: https://www.fupa.net/berichte/fv-biebrich-zepterwechsel-wird-zur-zaesur-1077758.html
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