Kommentare und Glossen unseres Zweiten Vorsitzenden Heinz-Jürgen Hauzel

Big Hauzel

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August 2018

Liebe Biebricher,
manchmal greift der Zufall ein, um den von Menschen veranstalteten Unsinn zu korrigieren. Nach dem ursprünglichen Spielplan hätten die 02-Fußballer in der neuen Verbandsliga- Runde bis zum 5. September fünf Auswärts- und zwei Heimspiele zu absolvieren gehabt. Wobei eins der Heimspiele auch noch ausgerechnet auf das Mosburgfest-Wochenende fällt, wo wir es eigentlich überhaupt nicht gebrauchen können, weil wir gleichzeitig im Schlosspark unsere Stände besetzen müssen. Nun wurde das ganze etwas abgemildert. Kurzfristig – am 31. Juli – musste das Heimrecht der Partie gegen den SV Zeilsheim gedreht werden, weil sich in Zeilsheim die Fertigstellung des neuen Kunstrasenplatzes verzögert. So empfängt der Biebricher Fußballverein zu seiner Saisonpremiere am 5. August um 17.30 Uhr den Main-Taunus-Klub auf dem Dyckerhoff-Sportfeld.

Ein anderes Kuriosum: Die Spiele der ersten Hessenpokalrunde und der erste Verbandsliga-Spieltag wurden auf das gleiche Wochenende gelegt. So spielten die Blauen am letzten Juli-Samstag beim Darmstädter Gruppenligisten VfR Fehlheim (um sich mit einem 4:0-Sieg für die zweite Runde zu qualifizieren) und müssen am 8. August, an einem Mittwochabend, die 120 Kilometer nach Langenaubach fahren. Und werden gegen Mitternacht wieder in Biebrich sein. Falls Sie sich beim Studium des Spielplans außerdem wundern sollten, warum es binnen zweieinhalb Wochen zweimal gegen Langenaubach geht: Der Klassenleiter hat den 23. Spieltag (!) in den August vorgezogen. Was zur Folge hat, dass bis zum 3. November die Vorrunde und ein Rückrundenspieltag absolviert sind. Es folgen drei weitere Rückrundenspieltage – und eine dreimonatige Winterpause vom 25. November bis zum 24. Februar.

Wieder sind in diesem Sommer die Namen zweier hessischer Traditionsvereine aus dem oberen Amateurbereich verschwunden. Der VfB 1900 Gießen, mit dessen Teams sich die Blauen in der Hessen- und in der Verbandsliga so oft hoch interessante Begegnungen geliefert haben, war zum zweiten Mal am Ende, de facto zahlungsunfähig. Er ist nun vom benachbarten TuS Watzenborn-Steinberg aufgenommen worden. Es war wohlgemerkt keine Fusion, aber beim TuS Watzenborn-Steinberg nutzte man die Gunst der Stunde, sich nach Gießen zu orientieren und im dortigen Waldstadion zu spielen. Er verzichtete immerhin auf einen andernorts gern gemixten Kürzelsalat wie TuS WS Gießen und nennt sich nun schlicht FC Gießen. Der ist mit erster Mannschaft in der Hessenliga, mit der zweiten Mannschaft in der Verbandsliga vertreten. Zum Hessenliga-Derby am ersten Spieltag gegen den SC Waldgirmes kamen immerhin 2325 Zuschauer. Borussia Fulda stellt ab sofort nur noch Jugendmannschaften. Die Herren-Teams der Borussen wurde vom TSV Lehnerz aufgenommen, der sich ab sofort Sportgemeinschaft Barockstadt Fulda-Lehnerz nennt. Die „Neureichen“ aus dem Stadtteil werden ihre Heimspiele im Regelfall im Fuldaer Stadion Johannisau austragen.

Wir sehen, im Fußball ist allerhand in Bewegung. Auch beim Biebrich 02 haben allgemeine Entwicklungen und eigene Fehler zu einer Krise im Bereich der zweiten Mannschaft geführt. Die Vorstandsmitglieder Klaus Tobies, Uwe Kilian und Ali Gür haben im letzten Augenblick gemeinsam mit dem neuen Trainer, unserem einstigen Erstmannschaftsspieler Orkan Yurtseven versucht, das Schlimmste zu verhindern, sodass die Blauen nach dem Abstieg mit ihrer „Reserve“ in die Saison der Kreisliga A starten.

Mit einem echten Knaller beginnt die Hessenliga-Runde für die A-Jugend des Biebricher Fußballvereins. Der Aufsteiger empfängt am 12. August Bundesliga-Absteiger SV Wehen auf dem Dyckerhoff-Sportfeld.

Freuen wir uns auf die neue Saison, in der die 02er erneut mit mehr als 20 Mannschaften am Pflichtspielbetrieb teilnehmen.

Ihr und Euer
Heinz-Jürgen Hauzel, 2. Vorsitzender

hjh


September 2018

Liebe Biebricher,
die Probleme, die die 02er in diesem Sommer mit ihrer zweiten Mannschaft hatten und inzwischen überwunden haben, lieferten für alle, die es brauchten, noch einmal ein wunderbares Lehrstück. Warum heißt ein Verein Verein? Es gilt, Menschen unterschiedlicher Herkunft und Schichten, aber auch unterschiedlicher Ziele und Fähigkeiten unter einem Dach zu vereinen. Mit dem gemeinsamen Hobby – in unserem Fall dem Fußball – als bestens geeignetem Bindemittel. Der Biebricher Fußballverein ist stark genug, dass mehrere selbst gestellte Aufgaben nicht spaltend wirken, sondern nebeneinander gleichrangig und auch zeitlich parallel erfüllt werden können. Das ist dauerhaft das Projekt seit 116 Jahren und hat diesen Verein immer gewappnet – egal wohin die Reise im Fußball auch gegangen ist. Nur einmal war die Existenz der 02er in Gefahr, als am Ende der tollen Hessenliga-Jahre ausschließlich die erste Mannschaft im Blick der Verantwortlichen stand. 1971 wurden mit der Übernahme des Vorsitzenden-Amts durch Horst Klee mit ausschließlich eigenen Mitteln und aus eigener Kraft die Schalter wieder umgelegt und Strukturen geschaffen, die bis heute tragen – und weiter tragen werden.

Wir haben heute am Dyckerhoff-Sportfeld funktionierende Mannschaften in der Verbands- und der Kreisliga A sowie eine wunderbare Jugendabteilung mit umfassenden Angeboten in allen Jahrgängen. In den Leistungsklassen genauso wie für junge Menschen, die mehr Spaß am Fußball haben als Talent. Sie sind uns genauso willkommen und unterstüzen sie gern, ihren Weg ins Leben zu finden. Vielleicht auch in verantwortliche Positionen innerhalb unseres Vereins.

Die Voraussetzungen, allen Anforderungen gerecht zu werden, sind dank der zwei Kunstrasenplätze mit den zwei eigenen Flutlichtanlagen sowie der benachbarten Sporthalle, die von der Stadt ab 2019 saniert wird, ausgezeichnet. Die sich daraus ergebenden Chancen wollen wir gemeinsam nutzen.

Anders als erhofft ist für die Verbandsliga-Fußballer der Blauen das Match der zweiten Hessenpokalrunde verlaufen. Statt des erhofften Siegs über das klassenhöhere Team aus Hadamar und ein attraktives Los in Runde drei, setzte es vor 150 Zuschauern eine knackige 0:4-Niederlage. Ausgerechnet Julian Gerwalt, der im Sommer trotz seiner Zusage, am Dyckerhoff-Sportfeld zu bleiben, in den Westerwald gewechselt ist, brachte den Hessenligisten in der fünften Minute in Front – und erzielte später noch ein weiteres Tor. Und kurz vor Schluss der Partie sah zu allem Überfluss der seinerseits einst aus Hadamar nach Biebrich gekommene David Schug noch die Rote Karte.

Nun kann sich die Mannschaft von Nazir Saridogan ganz auf die Verbandsliga konzentrieren, in die die Blauen so gut gestartet sind wie seit Jahren nicht mehr. Wenn sie sich nicht von der Pokalenttäuschung aus dem Rhythmus bringen lässt, nutzt sie die gute Ausgangsposition, die sich das Team selbst erarbeitet hat, um sich langfristig im Vorderfeld der Tabelle festzusetzen.

Die zweite Mannschaft, die von den Vorstandsmitgliedern Klaus Tobies, Uwe Kilian, Michael Lehmann und Ali Gür mit Trainer Orkan Yurtseven neu zusammengestellt wurde, hat in den ersten vier A-Liga-Spielen fünf Punkte eingefahren. Besonders gefeiert wur-de der erste Sieg des Teams, der mit 5:1 gegen den FV Delkenheim gleich sehr deutlich ausgefallen ist. Die A-Jugend hat als Aufsteiger in der Hessenliga trotz zweier Niederlagen gegen die Meisterschaftsanwärter SV Wehen (1:2) und Darmstadt 98 (0:2) bereits nachgewiesen, dass sie in der Klasse mithalten und sich etablieren kann. Auch die Ergebnisse der übrigen Teams geben Grund, dem weiteren Saisonverlauf optimistisch entgegenzusehen.

Ihr und Euer
Heinz-Jürgen Hauzel, 2. Vorsitzender

hjh


September/Oktober 2018

Liebe Biebricher,
wer gedacht hat, bei den Blauen würden sich die internen Holpereien um die zweite Mannschaft rasch zurechtruckeln, sieht sich getäuscht. Immer noch bestehen im Vorstand unterschiedliche Auffassungen zum Einsatz von zum Verbandsliga-Kader zählenden Spielern in der A-LIga-Mannschaft. In intensiven Gesprächen in kleinen Runden werden die Verantwortllichen nun versuchen, die Siuation zu bereinigen.

Wie wichtig es ist, verschiedene Auffassungen in einem Verein zusammenführen, sieht man am Beispiel der Germania. Der mittlerweile in die B-Liga abgestürzte Traditionsverein von der Waldstraße hat die Streitigkeiten zwischen Vorsitzendem, Jugendleiter und Trainer nicht beilegen können. Nun ist mit Hartmut Freudenberg der Vorsitzende zurückgetreten, der nicht unwesentlich daran beteiligt war, dass die Germania überhaupt noch existiert. Naturgemäß fragen sich Ehrenamtliche, ob und warum sie weiter aktiv bleiben sollen, wenn das Hobby keinen Spaß mehr macht, sondern nur noch Last und Ärger ist. Selbst ein über Jahrzehnte derart engagierter Mann wie Hartmut Freudenberg kommt dann zur Erkenntnis: Es ist genug. Mal sehen, wie es bei unserem langjährigen Weggefährten weitergeht.

Bei Biebrich 02 könnten wir sagen: Wenn wir schon neben den üblichen Anforderungen, die öffentliche und Verbandsverwaltung an die Vereinsführung zunehmend stellen, keine Probleme haben, schaffen wir uns selbst welche. Denn die 02er stehen wirtschaftlich auf gesunden Füßen und verfügen dank der städtischen Sportanlagen und der vereinseigenen Flutlichtanlagen über eine gute Infrastruktur. Da kann das Thema zweite Mannschaft normalerweise überhaupt nicht zu Differenzen führen. Was im Nachwuchsbereich, selbst mit den ambitionierten Leistungsmannschaften von A- und B-Jugend nun funktioniert, dass die Trainer innerhalb des Jahrgangs kooperieren, müsste auch im Seniorenbereich eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein.

Wie bei der Germania absolvieren viele Vereine eine Gratwanderung: Gelingt sie unfallfrei, ist im positiven Sinne alles möglich. Andererseits ist aber schon bei kleinen Fehltritten der Absturz möglich. Wenn wir beim Biebricher Fußballverein den erfolgreichen Weg der vergangenen Jahrzehnte fortsetzen wollen - und das versteht sich ja eigentlich von selbst -, müssen wir zunächst wieder alle zueinanderfinden und eine starke, harmonische Einheit bilden. Wer nicht glaubt, dass das von höchster Wichtigkeit ist, ist bei den Blauen fehl am Platz. Mitnichten ist die Klassenzugehörigkeit und die Platzierung der ersten Mannschaft der einzige Ausweis für die Stärke eines Vereins. Sie sind nur Teile eines Gesamtbildes. Das ist die Überzeugung, die uns bis heute die Richtung gewiesen hat. Und mit ihr waren und sind wir gut unterwegs.

Es ist schön, wenn das Verbandsliga-Team mit guten Leistungen und Ergebnissen um Zuschauer wirbt. Es ist schön, wenn sich die Mannschaft von Trainer Nazir Saridogan in der Verfolgergruppe hinter Tabellenführer Fernwald festbeißen kann. Wir freuen uns aber auch, wenn die junge, neu zusammengestellte zweite Mannschaft beweist, dass sie im Seniorenbereich mithalten kann. Oder wenn die A-Jugend der ambitionierten Hessenliga-Konkurrenz das Leben schwer macht - und zugleich Hoffnung weckt, auch im nächsten Sommer wieder Nachschub aus den eigenen Reihen für die erste Mannschaft generieren zu können. Insgesamt lässt sich bei den Jugendmannschaften durchaus eine positive Entwicklung erkennen. Auch das zeigt: Wir sind stark genug.

Ihr und Euer
Heinz-Jürgen Hauzel, 2. Vorsitzender

hjh


Der neueste Hauzel

September/Oktober 2018

Liebe Biebricher,
als ich gerade aus dem Urlaub zurückfuhr, kam ich an der Sportschule des Hessischen Fußball-Verbandes vorbei und hinter Grünberg dann an der Abzweigung nach Queckborn. Prompt ist mir das erste echte Auswärtsspiel eingefallen, dass die Blauen nach dem Wiederaufstieg in die Landesliga (der heutigen Verbandsliga) 1980 zu absolvieren hatten. Nach dem überraschend gewonnenen Derby beim SV Wiesbaden und dem 0:0 daheim gegen den SC Gladenbach folgte an jenem August-Samstag die Fahrt eben nach Queckborn. Am Rande des Dorfsportplatzes saß der stellvertretende 02-Vorsitzende Horst Seilberger in seinem lindgrünen Ford und schaute aus dem heruntergekurbelten Seitenfenster auf das Spielfeld. „Neues Auto?“, fragten ihn die zahlreich mitgereisten Biebricher. „Landesliga!“, antwortete er trocken mit einem Wort. Der Biebricher Fußballverein war wieder wer. Sieben Jahre nach dem Abstieg gehörten die stolzen Blauen wieder einer Verbandsspielklasse an. Es war ein wunderschöner Tag, und am Ende stand ein 2:1-Sieg.

Irgendwie waren Fußball und Verein damals anders. Kein Wunder. Seitdem sind immerhin 38 Jahre vergangen. Und doch haben bis auf wenige Jahre eine Etage tiefer die 02er – im Gegensatz zu zahllosen Konkurrenten – seitdem das Niveau gehalten. Sie sind zudem mit einer stolzen Jugendabteilung leistungsmäßig und mit ihrer Integrationsarbeit das Aushängeschild des Fußballs in der hessischen Landeshauptstadt. Dass es in so langer Zeit immer mal wieder ein bisschen schwieriger wird, ist sicher nicht außergewöhnlich. Nichts läuft von allein. Auch früher nicht. Das wissen wir, wenn wir uns nur wenig bemühen, auch an andere Tage zu denken als an jenen Sonnabend in Queckborn. Und an andere Vereine.

Bei dem Ortsnamen fiel mir auch der SV Wiesbaden ein. Dessen Schatzmeister Wilfried Christ hatte damals gemeckert: „Da sind wir früher nicht einmal durchgefahren – jetzt müssen wir hier spielen.“ Diese Arroganz war den Blauen nie eigen. Und in dem Zusammenhang lassen sich zwei Randbemerkung nicht verhindern: In der Saison 80/81 fehlten dem favorisierten SVW genau die zwei Punkte aus dem Derby gegen die 02er zum Titelgewinn. Und heute spielt der einst große Sportverein in der Kreisoberliga. Hochmut hilft niemandem – das sollten wir auch in Zukunft stets bedenken.

In der jüngsten Vorstandssitzung wurde deutlich, dass die Verantwortlichen der Blauen nach den Meinungsverschiedenheiten zur zweiten Mannschaft wieder zusammengefunden haben. Es wird immer noch diskutiert, aber in deutlich entspannterer und damit angenehmerer Stimmung. Es sieht ganz so aus, als ziehen wirklich alle wieder an einem Strang, um das Erreichte zu bewahren und den Biebricher Fußballverein insgesamt mit all seinen Mannschaften und zur Freude seiner Mitglieder in eine erfolgreiche Zukunft zu führen. Die Voraussetzungen sind jedenfalls da.

Das Verbandsliga-Team wird in einer sehr ausgeglichenen Klasse unter Trainer Nazir Saridogan trotz einiger (unnötiger) Rückschläge zumindest den Aufstiegsrunden-Platz zwei nicht so schnell aus den Augen verlieren. Die blutjunge zweite Mannschaft wird dank des großen Engagements von Trainern und Betreuern sowie der einen oder anderen Unterstützung aus dem Verbandsliga-Kader die A-Liga halten können. Die Basis für die Zukunft ist in der Jugend gelegt. Der älteste Jahrgang spielt eine tolle Rolle in der Hessenliga, die B-Jugend erfreut in der Verbandsliga. A-2,, C- und D-Jugend spielen in der Gruppenliga, wobei die C-Jugend in dieser Saison drauf und dran ist, in die Verbandsliga aufzusteigen. Es muss uns gelingen, diesen großen Talente-Schatz zu hüten und für die eigenen Senioren-Mannschaften nutzbar zu machen.

Gemeinsam werden wir das schaffen.

Ihr und Euer
Heinz-Jürgen Hauzel, 2. Vorsitzender

hjh


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Blue Boyz und Girlz FV Biebrich 02