Blue Boyz und Girlz FV Biebrich 02
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Kommentare und Glossen unseres Zweiten Vorsitzenden Heinz-Jürgen Hauzel

Big Hauzel

nach unten Der neueste Hauzel

August 2018

Liebe Biebricher,
manchmal greift der Zufall ein, um den von Menschen veranstalteten Unsinn zu korrigieren. Nach dem ursprünglichen Spielplan hätten die 02-Fußballer in der neuen Verbandsliga- Runde bis zum 5. September fünf Auswärts- und zwei Heimspiele zu absolvieren gehabt. Wobei eins der Heimspiele auch noch ausgerechnet auf das Mosburgfest-Wochenende fällt, wo wir es eigentlich überhaupt nicht gebrauchen können, weil wir gleichzeitig im Schlosspark unsere Stände besetzen müssen. Nun wurde das ganze etwas abgemildert. Kurzfristig – am 31. Juli – musste das Heimrecht der Partie gegen den SV Zeilsheim gedreht werden, weil sich in Zeilsheim die Fertigstellung des neuen Kunstrasenplatzes verzögert. So empfängt der Biebricher Fußballverein zu seiner Saisonpremiere am 5. August um 17.30 Uhr den Main-Taunus-Klub auf dem Dyckerhoff-Sportfeld.

Ein anderes Kuriosum: Die Spiele der ersten Hessenpokalrunde und der erste Verbandsliga-Spieltag wurden auf das gleiche Wochenende gelegt. So spielten die Blauen am letzten Juli-Samstag beim Darmstädter Gruppenligisten VfR Fehlheim (um sich mit einem 4:0-Sieg für die zweite Runde zu qualifizieren) und müssen am 8. August, an einem Mittwochabend, die 120 Kilometer nach Langenaubach fahren. Und werden gegen Mitternacht wieder in Biebrich sein. Falls Sie sich beim Studium des Spielplans außerdem wundern sollten, warum es binnen zweieinhalb Wochen zweimal gegen Langenaubach geht: Der Klassenleiter hat den 23. Spieltag (!) in den August vorgezogen. Was zur Folge hat, dass bis zum 3. November die Vorrunde und ein Rückrundenspieltag absolviert sind. Es folgen drei weitere Rückrundenspieltage – und eine dreimonatige Winterpause vom 25. November bis zum 24. Februar.

Wieder sind in diesem Sommer die Namen zweier hessischer Traditionsvereine aus dem oberen Amateurbereich verschwunden. Der VfB 1900 Gießen, mit dessen Teams sich die Blauen in der Hessen- und in der Verbandsliga so oft hoch interessante Begegnungen geliefert haben, war zum zweiten Mal am Ende, de facto zahlungsunfähig. Er ist nun vom benachbarten TuS Watzenborn-Steinberg aufgenommen worden. Es war wohlgemerkt keine Fusion, aber beim TuS Watzenborn-Steinberg nutzte man die Gunst der Stunde, sich nach Gießen zu orientieren und im dortigen Waldstadion zu spielen. Er verzichtete immerhin auf einen andernorts gern gemixten Kürzelsalat wie TuS WS Gießen und nennt sich nun schlicht FC Gießen. Der ist mit erster Mannschaft in der Hessenliga, mit der zweiten Mannschaft in der Verbandsliga vertreten. Zum Hessenliga-Derby am ersten Spieltag gegen den SC Waldgirmes kamen immerhin 2325 Zuschauer. Borussia Fulda stellt ab sofort nur noch Jugendmannschaften. Die Herren-Teams der Borussen wurde vom TSV Lehnerz aufgenommen, der sich ab sofort Sportgemeinschaft Barockstadt Fulda-Lehnerz nennt. Die „Neureichen“ aus dem Stadtteil werden ihre Heimspiele im Regelfall im Fuldaer Stadion Johannisau austragen.

Wir sehen, im Fußball ist allerhand in Bewegung. Auch beim Biebrich 02 haben allgemeine Entwicklungen und eigene Fehler zu einer Krise im Bereich der zweiten Mannschaft geführt. Die Vorstandsmitglieder Klaus Tobies, Uwe Kilian und Ali Gür haben im letzten Augenblick gemeinsam mit dem neuen Trainer, unserem einstigen Erstmannschaftsspieler Orkan Yurtseven versucht, das Schlimmste zu verhindern, sodass die Blauen nach dem Abstieg mit ihrer „Reserve“ in die Saison der Kreisliga A starten.

Mit einem echten Knaller beginnt die Hessenliga-Runde für die A-Jugend des Biebricher Fußballvereins. Der Aufsteiger empfängt am 12. August Bundesliga-Absteiger SV Wehen auf dem Dyckerhoff-Sportfeld.

Freuen wir uns auf die neue Saison, in der die 02er erneut mit mehr als 20 Mannschaften am Pflichtspielbetrieb teilnehmen.

Ihr und Euer
Heinz-Jürgen Hauzel, 2. Vorsitzender

hjh


September 2018

Liebe Biebricher,
die Probleme, die die 02er in diesem Sommer mit ihrer zweiten Mannschaft hatten und inzwischen überwunden haben, lieferten für alle, die es brauchten, noch einmal ein wunderbares Lehrstück. Warum heißt ein Verein Verein? Es gilt, Menschen unterschiedlicher Herkunft und Schichten, aber auch unterschiedlicher Ziele und Fähigkeiten unter einem Dach zu vereinen. Mit dem gemeinsamen Hobby – in unserem Fall dem Fußball – als bestens geeignetem Bindemittel. Der Biebricher Fußballverein ist stark genug, dass mehrere selbst gestellte Aufgaben nicht spaltend wirken, sondern nebeneinander gleichrangig und auch zeitlich parallel erfüllt werden können. Das ist dauerhaft das Projekt seit 116 Jahren und hat diesen Verein immer gewappnet – egal wohin die Reise im Fußball auch gegangen ist. Nur einmal war die Existenz der 02er in Gefahr, als am Ende der tollen Hessenliga-Jahre ausschließlich die erste Mannschaft im Blick der Verantwortlichen stand. 1971 wurden mit der Übernahme des Vorsitzenden-Amts durch Horst Klee mit ausschließlich eigenen Mitteln und aus eigener Kraft die Schalter wieder umgelegt und Strukturen geschaffen, die bis heute tragen – und weiter tragen werden.

Wir haben heute am Dyckerhoff-Sportfeld funktionierende Mannschaften in der Verbands- und der Kreisliga A sowie eine wunderbare Jugendabteilung mit umfassenden Angeboten in allen Jahrgängen. In den Leistungsklassen genauso wie für junge Menschen, die mehr Spaß am Fußball haben als Talent. Sie sind uns genauso willkommen und unterstüzen sie gern, ihren Weg ins Leben zu finden. Vielleicht auch in verantwortliche Positionen innerhalb unseres Vereins.

Die Voraussetzungen, allen Anforderungen gerecht zu werden, sind dank der zwei Kunstrasenplätze mit den zwei eigenen Flutlichtanlagen sowie der benachbarten Sporthalle, die von der Stadt ab 2019 saniert wird, ausgezeichnet. Die sich daraus ergebenden Chancen wollen wir gemeinsam nutzen.

Anders als erhofft ist für die Verbandsliga-Fußballer der Blauen das Match der zweiten Hessenpokalrunde verlaufen. Statt des erhofften Siegs über das klassenhöhere Team aus Hadamar und ein attraktives Los in Runde drei, setzte es vor 150 Zuschauern eine knackige 0:4-Niederlage. Ausgerechnet Julian Gerwalt, der im Sommer trotz seiner Zusage, am Dyckerhoff-Sportfeld zu bleiben, in den Westerwald gewechselt ist, brachte den Hessenligisten in der fünften Minute in Front – und erzielte später noch ein weiteres Tor. Und kurz vor Schluss der Partie sah zu allem Überfluss der seinerseits einst aus Hadamar nach Biebrich gekommene David Schug noch die Rote Karte.

Nun kann sich die Mannschaft von Nazir Saridogan ganz auf die Verbandsliga konzentrieren, in die die Blauen so gut gestartet sind wie seit Jahren nicht mehr. Wenn sie sich nicht von der Pokalenttäuschung aus dem Rhythmus bringen lässt, nutzt sie die gute Ausgangsposition, die sich das Team selbst erarbeitet hat, um sich langfristig im Vorderfeld der Tabelle festzusetzen.

Die zweite Mannschaft, die von den Vorstandsmitgliedern Klaus Tobies, Uwe Kilian, Michael Lehmann und Ali Gür mit Trainer Orkan Yurtseven neu zusammengestellt wurde, hat in den ersten vier A-Liga-Spielen fünf Punkte eingefahren. Besonders gefeiert wur-de der erste Sieg des Teams, der mit 5:1 gegen den FV Delkenheim gleich sehr deutlich ausgefallen ist. Die A-Jugend hat als Aufsteiger in der Hessenliga trotz zweier Niederlagen gegen die Meisterschaftsanwärter SV Wehen (1:2) und Darmstadt 98 (0:2) bereits nachgewiesen, dass sie in der Klasse mithalten und sich etablieren kann. Auch die Ergebnisse der übrigen Teams geben Grund, dem weiteren Saisonverlauf optimistisch entgegenzusehen.

Ihr und Euer
Heinz-Jürgen Hauzel, 2. Vorsitzender

hjh


September/Oktober 2018

Liebe Biebricher,
wer gedacht hat, bei den Blauen würden sich die internen Holpereien um die zweite Mannschaft rasch zurechtruckeln, sieht sich getäuscht. Immer noch bestehen im Vorstand unterschiedliche Auffassungen zum Einsatz von zum Verbandsliga-Kader zählenden Spielern in der A-LIga-Mannschaft. In intensiven Gesprächen in kleinen Runden werden die Verantwortllichen nun versuchen, die Siuation zu bereinigen.

Wie wichtig es ist, verschiedene Auffassungen in einem Verein zusammenführen, sieht man am Beispiel der Germania. Der mittlerweile in die B-Liga abgestürzte Traditionsverein von der Waldstraße hat die Streitigkeiten zwischen Vorsitzendem, Jugendleiter und Trainer nicht beilegen können. Nun ist mit Hartmut Freudenberg der Vorsitzende zurückgetreten, der nicht unwesentlich daran beteiligt war, dass die Germania überhaupt noch existiert. Naturgemäß fragen sich Ehrenamtliche, ob und warum sie weiter aktiv bleiben sollen, wenn das Hobby keinen Spaß mehr macht, sondern nur noch Last und Ärger ist. Selbst ein über Jahrzehnte derart engagierter Mann wie Hartmut Freudenberg kommt dann zur Erkenntnis: Es ist genug. Mal sehen, wie es bei unserem langjährigen Weggefährten weitergeht.

Bei Biebrich 02 könnten wir sagen: Wenn wir schon neben den üblichen Anforderungen, die öffentliche und Verbandsverwaltung an die Vereinsführung zunehmend stellen, keine Probleme haben, schaffen wir uns selbst welche. Denn die 02er stehen wirtschaftlich auf gesunden Füßen und verfügen dank der städtischen Sportanlagen und der vereinseigenen Flutlichtanlagen über eine gute Infrastruktur. Da kann das Thema zweite Mannschaft normalerweise überhaupt nicht zu Differenzen führen. Was im Nachwuchsbereich, selbst mit den ambitionierten Leistungsmannschaften von A- und B-Jugend nun funktioniert, dass die Trainer innerhalb des Jahrgangs kooperieren, müsste auch im Seniorenbereich eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein.

Wie bei der Germania absolvieren viele Vereine eine Gratwanderung: Gelingt sie unfallfrei, ist im positiven Sinne alles möglich. Andererseits ist aber schon bei kleinen Fehltritten der Absturz möglich. Wenn wir beim Biebricher Fußballverein den erfolgreichen Weg der vergangenen Jahrzehnte fortsetzen wollen - und das versteht sich ja eigentlich von selbst -, müssen wir zunächst wieder alle zueinanderfinden und eine starke, harmonische Einheit bilden. Wer nicht glaubt, dass das von höchster Wichtigkeit ist, ist bei den Blauen fehl am Platz. Mitnichten ist die Klassenzugehörigkeit und die Platzierung der ersten Mannschaft der einzige Ausweis für die Stärke eines Vereins. Sie sind nur Teile eines Gesamtbildes. Das ist die Überzeugung, die uns bis heute die Richtung gewiesen hat. Und mit ihr waren und sind wir gut unterwegs.

Es ist schön, wenn das Verbandsliga-Team mit guten Leistungen und Ergebnissen um Zuschauer wirbt. Es ist schön, wenn sich die Mannschaft von Trainer Nazir Saridogan in der Verfolgergruppe hinter Tabellenführer Fernwald festbeißen kann. Wir freuen uns aber auch, wenn die junge, neu zusammengestellte zweite Mannschaft beweist, dass sie im Seniorenbereich mithalten kann. Oder wenn die A-Jugend der ambitionierten Hessenliga-Konkurrenz das Leben schwer macht - und zugleich Hoffnung weckt, auch im nächsten Sommer wieder Nachschub aus den eigenen Reihen für die erste Mannschaft generieren zu können. Insgesamt lässt sich bei den Jugendmannschaften durchaus eine positive Entwicklung erkennen. Auch das zeigt: Wir sind stark genug.

Ihr und Euer
Heinz-Jürgen Hauzel, 2. Vorsitzender

hjh


Oktober 2018

Liebe Biebricher,
als ich gerade aus dem Urlaub zurückfuhr, kam ich an der Sportschule des Hessischen Fußball-Verbandes vorbei und hinter Grünberg dann an der Abzweigung nach Queckborn. Prompt ist mir das erste echte Auswärtsspiel eingefallen, dass die Blauen nach dem Wiederaufstieg in die Landesliga (der heutigen Verbandsliga) 1980 zu absolvieren hatten. Nach dem überraschend gewonnenen Derby beim SV Wiesbaden und dem 0:0 daheim gegen den SC Gladenbach folgte an jenem August-Samstag die Fahrt eben nach Queckborn. Am Rande des Dorfsportplatzes saß der stellvertretende 02-Vorsitzende Horst Seilberger in seinem lindgrünen Ford und schaute aus dem heruntergekurbelten Seitenfenster auf das Spielfeld. „Neues Auto?“, fragten ihn die zahlreich mitgereisten Biebricher. „Landesliga!“, antwortete er trocken mit einem Wort. Der Biebricher Fußballverein war wieder wer. Sieben Jahre nach dem Abstieg gehörten die stolzen Blauen wieder einer Verbandsspielklasse an. Es war ein wunderschöner Tag, und am Ende stand ein 2:1-Sieg.

Irgendwie waren Fußball und Verein damals anders. Kein Wunder. Seitdem sind immerhin 38 Jahre vergangen. Und doch haben bis auf wenige Jahre eine Etage tiefer die 02er – im Gegensatz zu zahllosen Konkurrenten – seitdem das Niveau gehalten. Sie sind zudem mit einer stolzen Jugendabteilung leistungsmäßig und mit ihrer Integrationsarbeit das Aushängeschild des Fußballs in der hessischen Landeshauptstadt. Dass es in so langer Zeit immer mal wieder ein bisschen schwieriger wird, ist sicher nicht außergewöhnlich. Nichts läuft von allein. Auch früher nicht. Das wissen wir, wenn wir uns nur wenig bemühen, auch an andere Tage zu denken als an jenen Sonnabend in Queckborn. Und an andere Vereine.

Bei dem Ortsnamen fiel mir auch der SV Wiesbaden ein. Dessen Schatzmeister Wilfried Christ hatte damals gemeckert: „Da sind wir früher nicht einmal durchgefahren – jetzt müssen wir hier spielen.“ Diese Arroganz war den Blauen nie eigen. Und in dem Zusammenhang lassen sich zwei Randbemerkung nicht verhindern: In der Saison 80/81 fehlten dem favorisierten SVW genau die zwei Punkte aus dem Derby gegen die 02er zum Titelgewinn. Und heute spielt der einst große Sportverein in der Kreisoberliga. Hochmut hilft niemandem – das sollten wir auch in Zukunft stets bedenken.

In der jüngsten Vorstandssitzung wurde deutlich, dass die Verantwortlichen der Blauen nach den Meinungsverschiedenheiten zur zweiten Mannschaft wieder zusammengefunden haben. Es wird immer noch diskutiert, aber in deutlich entspannterer und damit angenehmerer Stimmung. Es sieht ganz so aus, als ziehen wirklich alle wieder an einem Strang, um das Erreichte zu bewahren und den Biebricher Fußballverein insgesamt mit all seinen Mannschaften und zur Freude seiner Mitglieder in eine erfolgreiche Zukunft zu führen. Die Voraussetzungen sind jedenfalls da.

Das Verbandsliga-Team wird in einer sehr ausgeglichenen Klasse unter Trainer Nazir Saridogan trotz einiger (unnötiger) Rückschläge zumindest den Aufstiegsrunden-Platz zwei nicht so schnell aus den Augen verlieren. Die blutjunge zweite Mannschaft wird dank des großen Engagements von Trainern und Betreuern sowie der einen oder anderen Unterstützung aus dem Verbandsliga-Kader die A-Liga halten können. Die Basis für die Zukunft ist in der Jugend gelegt. Der älteste Jahrgang spielt eine tolle Rolle in der Hessenliga, die B-Jugend erfreut in der Verbandsliga. A-2,, C- und D-Jugend spielen in der Gruppenliga, wobei die C-Jugend in dieser Saison drauf und dran ist, in die Verbandsliga aufzusteigen. Es muss uns gelingen, diesen großen Talente-Schatz zu hüten und für die eigenen Senioren-Mannschaften nutzbar zu machen.

Gemeinsam werden wir das schaffen.

Ihr und Euer
Heinz-Jürgen Hauzel, 2. Vorsitzender

hjh


November 2018

Liebe Biebricher,
es läuft – bei erster und zweiten Mannschaft ebenso wie in der Jugendabteilung mit ihren 19 Mannschaften. Schaut man sich die Verbandsliga-Tabelle an, ist es jedesmal ein bisschen ärgerlich, wenn man an die Durchhänger denkt mit den überraschenden, zum Teil auch völlig unnötigen Niederlagen. Zuletzt nach den deutlichen Siegen über Bauerbach und in Bicken sowie dem 3:3 bei der SG Kinzenbach, haben die 02er die Hessenliga-Relegation wieder im Blick. Damit das so bleibt, müssen die Blauen in den richtungsweisenden Partien in Marburg und in Zeilsheim bestehen. Und wer weiß, wie schwer sich die 02-Teams stets mit dem FC Dorndorf tun, muss davon ausgehen, dass auch das Match beim aktuellen Drittletzten kein Selbstläufer ist. Es reicht, sich ans Hinspiel auf dem Dyckerhoff-Sportfeld zu erinnern, bei dem nur ein 0:0 heraussprang.

Nein, es ist kein Irrtum, mit dem Match in Zeilsheim beginnt am 11. November tatsächlich schon die Rückrunde. Von der wurde sogar schon ein Spiel (gegen Langenaubach) absolviert. Am 25. November geht die Verbandsliga in eine exakt dreimonatige Winterpause. Erst am 24. Februar wird die Runde wieder aufgenommen. Da können wir uns mal gemeinsam Gedanken machen, wie wir die Zeit rumbringen. Die Vereine werden da vom Verband ein Vierteljahr lang allein gelassen.

Die Jugend füllt mit einer Reihe von Hallenturnieren den Kalender. Interessant, dass die 02er zu ihren Veranstaltungen in Biebrich doppelt so viele Anmeldungen erhalten haben wie in den vergangenen Jahren, wie Jugendleiter Hartmut Steindorf berichtet. Offenbar besteht großer Bedarf. Die Aktiven beteiligen sich wieder am Schiedsrichterturnier und am Peter-Reitz-Turnier in Naurod, der Höhepunkt für die Oldies ist der traditionelle Nostalgiecup am 19. Januar in der Halle am Dyckerhoff-Sportfeld.

Erfreulich ist die Entwicklung der zweiten Mannschaft der Blauen, die zwar von Anfang an bewiesen hat, dass sie in der A-Liga spielerisch mithalten kann, aber zu wenig Punkte einsammelte. Inzwischen stabilisiert sich das Team, feiert teilweise auch deutliche Siege. Das wird begünstigt durch die eine oder andere Verstärkung durch junge Spieler aus dem Kader der Verbandsliga. Mit ihren Leistungen hat sich die Reserve in der Liga Respekt und durch ihr diszipliniertes Auftreten eine Menge Sympathien erspielt.

Den Höhepunkt im November auf dem Dyckerhoff-Sportfeld liefert allerdings die A-Jugend. Die hat nach den beiden knappen Auftakt-Niederlagen gegen Wehen und in Darmstadt in der Hessenliga sechs Begegnungen hintereinander gewonnen und rangiert auch nach der 0:2-Niederlage bei Viktoria Fulda am letzten Oktober-Wochenende noch auf Platz drei, ein Punkt hinter Darmstadt 98 und vier Punkte hinter Kickers Offenbach. Der Tabellenführer vom Bieberer Berg hat am 4. November um 13 Uhr auf dem Dyckerhoff-Sportfeld anzutreten. Hier bekommen wir mit Sicherheit hochklassigen Jugendfußball zu sehen. Der Besuch wird sich allemal auszahlen.

Und übrigens: Am 10. November hat der Biebricher Fußballverein Geburtstag. Er wird 116 Jahre jung.

Ihr und Euer
Heinz-Jürgen Hauzel, 2. Vorsitzender

hjh


November/Dezember 2018

Liebe Biebricher,
rundum entspannt gehen die Blauen ins neue Jahr. Das konnten wir in der Vergangenheit nicht immer behaupten, und es sah vor allem in diesem Sommer nicht unbedingt danach aus, dass es diesmal so sein wird. Aber die sehr erfreuliche sportliche Entwicklung hinweg über alle Teams sowie die Art und Weise, wie der Vorstand beinahe geräuschlos die wirtschaftliche Basis trotz einiger unerwarteter Widrigkeiten – wie einer peniblen Steuerprüfung – erneut geschaffen bzw. gewahrt hat, lassen uns optimistisch auf 2019 schauen.

In der Partie der A-Jugend-Hessenliga gegen Kickers Offenbach herrschte auf dem Dyckerhoff-Sportfeld endlich mal eine richtige Kampftag-Stimmung. Ein tolles, sehr intensives Spiel vor 250 Zuschauern, unter denen vor allem der 02-Nachwuchs aus anderen Jugendmannschaften für großartige Unterstützung sorgte. Hier durfte man tatsächlich wieder den Eindruck gewinnen, die Blauen seien nicht nur eine Ansammlung voneinander unabhängiger Teile, sondern eine wirkliche Einheit. Dass der Biebricher Fußballverein in all seiner Vielfalt zusammenrückt, während sonst in der Gesellschaft überall Spaltungstendenzen sichtbar werden, ist ein besonderer Grund zu freudiger Zufriedenheit. Der einzige kleine Wermutstropfen an diesem großen November-Tag unserer A-Jugend war, dass der Tabellenführer aus Offenbach am Ende noch zum Ausgleich kam. Aber sowohl beim 2:2 gegen die Kickers wie dann bei Hessen Kassel (1:1) bewies das Team von Hakan Tutkun, dass es in Hessen zur Elite dieser Altersklasse gehört.

Auch die erste Mannschaft zeigt in der Verbandsliga immer wieder starke Leistungen, um dann aber doch unnötig Punkte liegezulassen. Besonders schade war das zuletzt bei der 1:3-Niederlage in Zeilsheim, die erst in den allerletzten Minuten zustande kam. Dadurch vergrößerte sich der Rückstand auf Relegationsplatz zwei auf acht Punkte. Aber Trainer Nazir Saridogan will mit seinen Jungs im letzten Match des Jahres gegen Breidenbach die Basis schaffen, nach der Winterpause im Frühjahr noch einmal angreifen zu können.

Sehr erfreulich ist weiterhin die Entwicklung der zweiten Mannschaft, die sich in der A-Liga immer weiter von den Abstiegsplätzen entfernt. Sie hat längst bewiesen, dass sie auch in den Spielen, in denen sie aufgrund der Termin-Überschneidungen ohne jegliche Unterstützung aus der Ersten oder der A-1-Jugend auskommen muss, bestehen kann. Zuletzt beim Heimsieg über Munzur stellte sich Oldie Dieter Seidelmann wieder ins Tor, der sich zum Saisonauftakt den Daumen gebrochen hatte. Auch hier zeigt sich, dass mittlerweile alle an einem Strang ziehen und Vorstandsmitglied Klaus Tobies und Trainer Orkan Yurtseven in ihrer hervorragenden Arbeit mit dem sehr jungen Team unterstützen.

So ließe sich die Aufzählung positiver Geschichten aus dieser ersten Saisonhälfte beinahe beliebig fortsetzen. Auch die Mannschaften, die schlecht in die Runde gestartet waren, haben sich längst gefangen. Die Klassenzugehörigkeit kann durchweg gesichert werden, und die C-Jugend hat alle Chancen, in die Verbandsliga aufzusteigen.

Freuen wir uns auf die letzten Spiele dieses Jahres und die Fortsetzung der Runde nach der Winterpause.

Der Biebricher Fußballverein wünscht all seinen Mitgliedern, Freunden und Unterstützern eine schöne Weihnachtszeit und ein gutes neues Jahr in Frieden und bei bester Gesundheit.

Ihr und Euer
Heinz-Jürgen Hauzel, 2. Vorsitzender

hjh


Januar 2019

Liebe Biebricher,
traditionell eröffnen die Blauen das neue Fußballjahr mit Jugendhallenturnieren – unter anderem am 20. Januar für D- und C-Jugend – und dem Nostalgiecup am 19. Januar. Auch wenn da seit der Premiere sich vieles immer zu wiederholen scheint, ist doch jedes Mal etwas anders. So wird einer, der bei dem Treffen der Wiesbadener Altfußballer stets auf der Tribüne saß, diesmal fehlen, Der einstige 02-Hessenligaspieler Klaus-Dieter Herrmann ist Ende November gestorben. Wir können ja einmal kurz den Film vor unseren Augen ablaufen lassen, in dem all die mitwirken, die beim ersten Biebricher Nostalgiecup dabei waren und uns in den 23 Jahren seitdem verloren gegangen sind. So werden auch sie irgendwie teilhaben, wenn wir wieder gemeinsam einen schönen, einen fröhlichen Fußball-Samstag in der Halle am Dyckerhoff-Sportfeld und anschließend im Clubheim der Blauen verbringen.

Erstmals wird eine Mannschaft von Schierstein 08 im Feld der U40-Mannschaften mitwirken, nachdem Biebrich 19 in diesem Jahr kein Team mehr stellen kann und als „Gründungsmitglied“ nicht am Nostalgiecup teilnehmen wird. Das wirft ein Schlaglicht nicht nur auf die Situation bei unserem 100-jährigen Nachbarn ausgerechnet in dessen Jubiläumsjahr. Viele Vereine haben zunehmend Probleme. Verbandsliga-Konkurrent DJK Schwarz-Weiß Flörsheim musste seine Mannschaft aus der laufenden Runde zurückziehen, nachdem ein Sponsor ausgeschieden ist und der Verein die finanziellen Verpflichtungen gegenüber den Spielern nicht einhalten konnte. Auch beim Gruppenligisten Hellas Schierstein hat es mächtig gekracht. Nach einem heftigen Streit auf Vorstandsebene ist Vorsitzender Vassilios Anagnostakis zurückgetreten. Dadurch hat der Verein einen Teil seiner finanziellen Basis verloren und verzeichnet eine Reihe von Abgängen in der Winterpause. Die Wiesbadener Germania lieferte beim Schiedsrichterturnier am zweiten Januar-Wochenende ein trauriges Schauspiel. Die B-Liga-Kicker (!) sind offenbar im Streit um finanzielle Zuwendungen aus der Halle am Elsässer Platz verschwunden und zur Zwischenrunde nicht mehr angetreten. Der SV Italia ist im Sommer aus der Kreis-Oberliga-Runde ausgeschieden. Der Verein aber hat inzwischen die Spieler eingefangen, die bei der Spvgg. Igstadt im Herbst wegen inakzeptablen Verhaltens rausgeflogen sind. Mit ihnen wollen die Italiener in der nächsten Saison wieder in der A-Liga einsteigen. Die Reihe unerfreulicher und dem Fußball schadender Entwicklungen ließe sich fortsetzen.

Vereinsarbeit ist vielerorts zur Gratwanderung mit ganz wenigen – oft nur einer einzigen – Sicherheitsleine geworden. Drum geht's mitunter ganz schnell bergab. Es gibt aber nirgends eine Garantie für ewiges Wohlergehen. Beim Biebricher Fußballverein ist die Situation zumindest im Augenblick überaus erfreulich und liefert eine ganze Reihe von Anzeichen dafür, dass er auch in den nächsten Jahren stabil und zuverlässig seine für den Stadtteil so bedeutsamen Aufgaben erfüllen kann. Das Geschäft im Nachwuchsbereich wird nicht leichter, aber die Jugendabteilung wächst und gedeiht. Die Mannschaften überzeugen mit positiven Weiterentwicklungen in der laufenden Saison – über alle Altersstufen hinweg. Die Liga-Struktur unserer Leistungsmannschaften könnte sich sogar noch verbessern, wenn die C-Jugend ihren guten Weg in der Gruppenliga fortsetzt und in die Verbandsliga aufsteigt. Und auch erste und zweite Mannschaften bereiten den Verantwortlichen große Freude. Dabei war das bei der „Reserve“ im Sommer so gar nicht zu erwarten gewesen. Wie wunderbar und wie schnell das Team unter der Leitung der Vorstandsmitglieder Klaus Tobies und Michael Lehmann sowie Trainer Orkan Yurtseven gewachsen und zusammengewachsen ist – davon konnte sich jeder Gast der Weihnachtsfeier im Schützenhof überzeugen. „Die würden am liebsten alle Tische hier zusammenrücken“, freute sich 02-Vorsitzender Horst Klee. Das seit der 3:4-Niederlage am 23. September bei der SG Amöneburg/Kostheim in der A-Liga elfmal ungeschlagene Team saß bei bester Laune in großer Runde bis zum Schluss beisammen – und ist dann noch gemeinsam weitergezogen. „Das ist ja fast wie früher“, strahlte ein alter 02er.

Die Zeichen stehen also günstig. Aber natürlich müssen die Verantwortlichen weiter ihre Hausaufgaben machen und vor allem in den nächsten Jahren den Generationswechsel an der Vereinsspitze erfolgreich gestalten. Das sollte gelingen. Und so wird auch beim nächsten Nostalgiecup sicher wieder über Veränderungen zu berichten sein. Vielleicht wird dann auch die Stadt tatsächlich die Sanierung der Sporthalle in Angriff genommen haben, womit wir eigentlich schon für diesen Winter gerechnet hatten. Wir werden sehen.

Mit den besten Wünschen für das neue Jahr,
Ihr und Euer
Heinz-Jürgen Hauzel, 2. Vorsitzender

hjh


Februar/März 2019

Liebe Biebricher,
endlich geht die ewig lange Winterpause ohne Winter zu Ende. Nach dem Hallen-Intermezzo wird wieder draußen um Punkte und Pokale gekämpft. Die 02-Fußballer gehen breit aufgestellt gelassen und zuverlässig in das neue Jahr. Sportlich haben die Blauen keine Sorgen und schielen mit dem einen oder anderen Auge nach oben. Das gilt vor allem für die C-Jugend, die in die Verbandsliga aufsteigen will. Ob auch die erste Mannschaft sich noch Hoffnung machen kann auf den Relegationsplatz zur Hessenliga, wird sich in dem schweren Auftakt-Programm mit den Heimspielen gegen Dietkirchen und Tabellenführer Fernwald sowie dem dazwischen liegenden Auswärtsspiel beim VfB Maburg schnell erweisen. In den Pokalwettbewerben sind die Biebricher Teams noch breit vertreten. Wäre schön, wenn da eins, zwei, drei Titel herausspringen würden.

Nachdem sich der geschäftsführende Vorstand in unterschiedlichen Zusammensetzungen zu Gesprächen zusammengefunden hat, sind auch auf Führungsebene die Weichen für die Zukunft gestellt. Horst Klee wird sich bei der Jahreshauptversammlung am 3. Mai noch für ein Jahr als Vorsitzender zur Verfügung stellen, wofür die Blauen ihrem Vormann, der seit 1971 an der Spitze der 02er steht und im November seinen 80. Geburtstag begeht, von Herzen dankbar sein müssen. Schriftführer Jürgen Dindorf soll die Aufgaben eines Geschäftsführers übernehmen. Die stellvertretenden Vorsitzenden Thomas Utikal und Heinz-Jürgen Hauzel bleiben ebenso an Bord wie Schatzmeister Ulrich Janocha und Jugendleiter Hartmut Steindorf.

Die Arbeit, die in den Amateurvereinen von Ehrenamtlichen in goßem Umfang rund ums Jahr geleistet wird, dürfte getrost mehr Anerkennung finden. Weniger durch schöne Worte in Sonntagsreden als vielmehr durch Erleichterung im Bereich der staatlichen und sportfachlichen Bürokratie, durch Erleichterungen und Begünstigungen durch die Steuer-Gesetzgebung und durch höhere Bezuschussungen.

Der Deutsche Fußball-Bund geht da durchaus mit schlechtem Beispiel voran. So erhält nun Drittligist SV Wehen, der seit Jahren mit allen Mitteln versucht, in der Region größere Fankreise für sich zu gewinnen, wurde nun für sein sogenanntes Nachwuchsleistungszentrum von DFB und DFL mit einem Stern zertifiziert und erhält nun zu den ohnehin schon überwiesenen 50000 Euro noch einmal 25000 Euro - als leide der vielseitig unterstützte Profiverein unter Finanzsorgen. Nach eigenen Angaben spielen in seinem Leistungszentrum derzeit "160 Talente in acht Jugendmannschaften, die von einem über 40-köpfingen Mitarbeiterstab betreut und ausgebildet" werden.

Der Biebricher Fußballverein kümmert sich um mehr als doppelt so viele Jugendliche. Gut, es sind sicher nicht alle wirklich talentiert, aber sie bekommen in diesem Verein alle eine Chance, Fußball zu spielen. Und in der hessischen Landeshauptstadt sind die Nachwuchsteams der Blauen seit Jahren kontinuierlich die mit Abstand erfolgreichsten. Unzählige, bei den 02ern ausgebildete Fußballer spielen heute in den unterschiedlichsten Vereinen der Region. Und natürlich auch in den eigenen Mannschaften in der Verbands- und der A-Liga. Wie viele seiner mit großem Aufwand im Umkreis eingesammelten und im Nachwuchsleistungszentrum geförderten Talente hat eigentlich der SV Wehen je in seine erste Mannschaft integriert?

Angesichts der in Schlagzeilen gefeierten, finanziell kräftig gewürzten Zertifizierung der Wehener Nachwuchsarbeit durch den Fußball-Bund fragt sich jetzt 02-Jugendleiter Hartmut Steindorf, ob er künftig bei Spielerwechseln von Biebrich nach Wehen nicht wirklich die satzungsmäßigen Vorgaben bei den Ausbildungsentschädigungen in vollem Umfang fordern soll.

Aber sich über das Verbandsgebaren aufzuregen, hilft nicht wirklich. Wir machen weiter unsere Arbeit so gut wir können, soweit wir dazu in die Lage versetzt werden und soweit es die Rahmenbedingungen zulassen. Und das machen wir gern. Für die Biebricher und für Biebrich.

Ihr und Euer
Hein-Jürgen Hauzel, 2. Vorsitzender

hjh


April 2019

Liebe Biebricher,
der Hessische Fußball-Verband bastelt mal wieder an Spielsystem und Klassenstruktur. Angeblich geht es um die Zukunft des Amateurfußballs. Im Rahmen einer sogenannten Regionalkonferenz in Bad Camberg bat die Verbandsführung mit Präsident Stefan Reuß an der Spitze die Verantwortlichen der sechs Regionen und 32 Fußballkreise zum Gedankenaustausch. Der Sportwissenschaftler Lutz Thieme hat im Fußball des Landes einen weiteren Aderlass an Teams prognostiziert, bevor die Spieler des geburtsstärkeren Jahrgangs 2009 für Auffrischung sorgen könnten. Ihr Übertritt ins Männerlager erfolgt aber erst im Jahr 2027. Um diesem vor allem für den ländlichen Bereich vorhergesagten Schwund an Mannschaften vorzubeugen, seien Ideen gefragt, hieß es von den Verbands-Oberen. So war es Anfang März in den Wiesbadener Tageszeitungen zu lesen.

Und dann kamen die Ideen: Immer noch geistert die Reduzierung der Verbandsligen von drei auf zwei Staffeln durch die Köpfe. Auch eine Straffung der vier Kreisoberligen der Region Wiesbaden wurde ins Spiel gebracht. Ferner wurden Freitagspieltage zu Saisonbeginn angeregt, damit das Wochenende familienfreundlich frei ist. Andere Teilnehmer schlugen im Sommer Doppelspieltage Freitag/Sonntag vor. Zudem soll das "Norweger Modell", das Spiele mit zahlenmäßig kleineren Teams (etwa zehn gegen zehn) gestattet, ausgebaut werden.

Ob man mit weiteren Auswärts-Fahrten, mit mehr Werktagsspielen und einer am Ende noch längeren Winterpause den Fußball rettet? Ob es eine Lösung ist, die Jugendlichen noch später ans Großfeld heranzuführen, bis sie vielleicht gar keine Lust mehr haben über den großen Platz zu rennen? Schwachsinn ist das. Deutschland ist nicht Norwegen, wo zwischen zwei Sportplätzen schon mal 50, 60 Kilometer liegen können. Und Wiesbaaden ist nicht Hessisch-Sibirien. Hier mag es Probleme mit der Zahl der Schiedsrichter geben. Auch mit einem immer weiter sinkenden Zuschauer-Interesse, das sich auf die wenigen (vor-) entscheidenden wirklichen Spitzenspiele - egal in welcher Liga übrigen - konzentriert. Aber das alles lässt sich mit den genannten Vorschlägen nicht in den Griff bekommen. Wir müssen uns dran gewöhnen, dass Fußball an der Basis nicht für irgendwelche Zuschauer und die durch sie fließenden Einnahmen organisiert wird, sondern vornehmlich für die, die Fußball spielen wollen.

Das Interesse an Fußball wird nicht unten in der Kreisliga, sondern ganz oben zerstört: Durch Mega-Weltmeisterschaften nicht nur für Nationalteams, sondern nun auch für Vereinsmannschaften. Durch Fußball jeden Tag und zu horrenden Preisen. Erst wenn die Geldgeier in Fifa, Uefa, nationalen Verbänden und Spitzenclubs endgültig zu viel Luft in den Ballon gepresst haben, wird die Blase platzen. Und dann werden wir vielleicht zu den Ursprüngen des Fußballs zurückfinden, der seine weltweite Attraktivität durch seine Einfachheit gewonnen hat, durch ein für jeden nachvollziehbares Regelwerk und seine konstant überschaubaren Wettbewerbe - und nicht durch Größenwahnsinn, durch ständiges Experimentieren, durch alljährliche Veränderungen, die niemandem weiterhelfen und nicht durch immer kompliziertere Strukturen.

Beim Biebricher Fußballverein versuchen die Verantwortlichen weiter mit ruhiger Hand die Fäden zu führen. Mit Cheftrainer Nazir Saridogan haben sie sich gerade auf weitere Zusammenarbeit geeinigt. Er geht bereits in seine siebte Saison am Dyckerhoff-Sportfeld, ist damit Teil des traditionell sehr haltbaren "blauen Inventars" und selbst zu einem stabilisierenden Faktor bei den 02ern geworden. Dafür sind wir ihm sehr dankbar. Das Verbandsliga-Team hat das schwere Auftaktprogramm ins neue Jahr großartig bewältigt, gegen die Spitzenteams Dietkirchen und beim VfB Marburg gewonnen und gegen den designierten Meister aus Fernwald nur sehr unglücklich mit 1:2 verloren. Turbulenzen um die zweite Mannschaft im vergangenen Sommer sind längst überstanden. Das Team von Yurtseven ist seit dem 23. September in 15 A-Liga-Spielen ungeschlagen. Und die Jugendmannschaften entwickeln sich positiv, sodass der Nachwuchs auch in Zukunft Titel sammeln wird und zugleich Talente an die erste und zweite Mannschaft herangeführt werden.

Ihr und Euer
Heinz-Jürgen Hauzel, 2. Vorsitzender

hjh


April 2019 - 2

Liebe Biebricher,
nun ist er also mit sofortiger zurückgetreten – der Präsident. Keine Sorge nicht der des Biebricher Fußballvereins. „Bei uns gibt’s einen Vorsitzenden. Nur Vereine mit Schulden haben einen Präsidenten“, pflegte Horst Klee stets (mit Blick auf den SV Wiesbaden) zu sagen. Und der Ober-Blaue, wir haben es bereits vermeldet, wird sich bei der Jahreshauptversammlung der 02er am 3. Mai noch einmal zur Wahl stellen. Vereinbart ist, dass Klee, der den Verein seit 1971 führt und nun im November seinen 80. Geburtstag begeht, im Laufe der zweijährigen Amtszeit abgelöst wird. Zurückgetreten ist DFB-Präsident Reinhard Grindel. Wie hoch für den Ehrenamtler die Aufwandsentschädigungen waren, ob er sich eine Luxus-Uhr hat schenken lassen und von wem – das alles wäre den Fußballern im Land sicher weitgehend schnurz. Wenn nur ihr Verband besser geführt wäre. Wenn die Prioritäten richtig gesetzt würden. Grindel war vor drei Jahren als Vertreter der Amateure an die Spitze gewählt worden. Dass der Mann unter Demenz leidet und seine Herkunft so schnell vergessen hat, sich nicht zuvorderst die Sorgen der kleinen Vereine zu eigen gemacht und deren Interessen vertreten hat – das war das wirklich Beklagenswerte.

Sein Rücktritt hilft niemandem wirklich. Sicher wird der Nachfolger manches anders machen. Ob das aber zu Gunsten der Amateure geschehen wird, muss tunlichst bezweifelt werden. Vielleicht sollte sich der künftige DFB-Präsident als Erstes mal nicht die goldglänzendem Umsatz-Beträge der Spitzenklubs anschauen, sondern die nackten Zahlen der Spiele, die im Laufe einer Saison stattfinden. Für die Spielzeit 2017/18 weist die DFB-eigene Statistik 1.445.527 ausgetragene Begegnungen aus – von der E-Jugend bis in den Leistungsbereich. Genau 992 davon entfielen auf den Spielbetrieb der drei Profiligen – das macht einen Anteil von gerade einmal 0,07 Prozent aus. Und wer hat das Sagen, wer bestimmt die Richtung? Es ist schon eine besondere Form von Demokratie, die sich im Fußballverband etabliert hat.

Ein ganz anderes Beispiel eines ungewöhnlichen Demokratie-Verständnisses war gerade im Fußballkreis Wiesbaden zu bestaunen. Wobei – das sei hier betont – die hiesigen Verantwortlichen nicht mit den „großen Tieren“ in einen Sack gesteckt werden sollen. Sie handelten in gutem Glauben und mit gutem Willen – Kritik muss dennoch auch hier erlaubt sein. Es geht immer noch um das leidige Thema, ob alle Reserven in Konkurrenz spielen sollen oder nicht. Der Kreisfußballausschuss in der Landeshauptstadt ist trotz wechselnder Besetzung traditionell dagegen und kämpft in dieser Frage seit Jahrzehnten gegen die hessische Verbandsspitze. Nachdem unverrückbar festgelegt ist, dass die Reserven von Hessen-, Verbands- und Gruppenligisten in Konkurrenz spielen, wird das aktuelle Wiesbadener Rückzugsgefecht in diesem „Glaubenskrieg“ um die Reserven der Kreis-Oberligisten ausgetragen. Ende Mai muss der Wiesbadener Kreis-Fußballausschuss dem Verband seine Vorstellungen für das Spielgeschehen ab der Saison 2020/21 präsentieren. Drum waren die A-Ligisten zu einer Pflichtsitzung eingeladen, um ihre Meinung zu äußern. Auch Biebrich 02, der SV Niedernhausen, die SG Amöneburg/Kostheim, der FC Naurod, der FC Bierstadt, der SV Frauenstein und Hellas Schierstein, die mit ihren zweiten Mannschaften derzeit am Spielbetrieb der A-Liga teilnehmen, mussten einen Vertreter entsenden – mit abstimmen durften sie aber nicht. 02-Vorstandsmitglied Klaus Tobies war angesichts der Verfahrens stinksauer. Am Ende stimmten sechs Vereine dafür, dass die Reserveteams von Kreis-Oberligisten nicht mehr in Konkurrenz spielen, ein Vertreter war für die Beibehaltung der derzeitigen Lösung, zwei enthielten sich. Was soll dieses Meinungsbild wert sein?

Nun, vielleicht wird auch über dieses Thema gesprochen, wenn am 24. April der HFV-Vorstandstreff im 02-Vereinsheim stattfindet. Ansonsten sollte für alle gelten, was bei den Blauen gilt: Weniger reden, sich öfter um die tatsächlichen Probleme kümmern – und mehr Fußball spielen.


Der neueste Hauzel

Mai 2019

Liebe Biebricher,
seit 1971 ist Horst Klee Vorsitzender der 02-Fußballer. Bei der Jahreshauptversammlung Anfang Mai wurden die Mitglieder nun informiert, dass er definitiv in sein letztes Jahr an der Spitze der Blauen geht. Noch einmal wurde er einstimmig im Amt bestätigt. Als Klee vor 48 Jahren die Verantwortung übernahm, stand der Verein nach den erfolgreichen Jahren in der Hessenliga und dem folgenden Niedergang vor dem Ende seiner Selbstständigkeit. Der gerade gewählte Paul Haas gestand, eine Fusion mit der Germania zu planen. Mitgliedertumulte sorgten für den mitternächtlichen Rücktritt, Klee wurde ins Amt berufen. Seitdem sind die 02er zum größten und erfolgreichsten Verein im Fußballkreis Wiesbaden geworden. Herrschte in den frühen 70er Jahren in der Kasse bittere Leere, stemmt der Klub mittlerweile einen Etat mit Ausgaben von deutlich mehr 200000 Euro.

Kontinuität ist das Ziel, das über den Vorbereitungen zum Wachwechsel an der Spitze steht. Wir wollen unseren bewährten Weg weitergehen, auch wenn sich der Wandel der Fußballwelt zum Nachteil unseres Sports in rasender Geschwindigkeit vollzieht. Zu den unerfreulichen Veränderungen gehört auch das, was Jugendleiter Hartmut Steindorf in der Hauptversammlung aufzählte: Beim Pokalendspieltag der jüngeren Nachwuchsklassen haben sogenannte Scouts höherklassiger Vereine ihre Visitenkarten an die Spielereltern verteilt. A-Jugendliche, die zwei Spielerberater haben. Eine Finanzbehörde, die gemeinnützige Vereine bis in die letzte Ecke verfolgt - aber die großen Steuerverbrecher laufen lässt. Ein Fußballverband, der auf die Idee kommt, in den jüngsten Altersstufen, drei gegen drei auf vier Mini-Tore kicken zu lassen. "Das kann man im Training machen - aber doch nicht als Ersatz für ein Spiel. Wie soll auf diese Weise Teambuilding erfolgreich sein?", fragte Steindorf und warf dem Verband vor, nicht nur seinen Vereinen neue Belastungen aufzubürden, sondern zugleich den Fußball in seinen Grundfesten zu erschüttern.

Hartmut Steindorf ist sicher, dass das neue System mehr Betreuer nötig mache. „Und wer bezahlt’s – natürlich wir.“ Beim Wahlforum des Sportkreises Wiesbaden mit den Oberbürgermeister-Kandidaten fragte der stellvertretende Kreisjugendfußballwart Rainer König, ob die Stadt sich an den Kosten für die Anschaffung der zusätzlichen Mini-Tore beteilige. Und der SPD-Bewerber Gert-Uwe Mende antwortete völlig zurecht: „Da ist doch zunächst der DFB gefragt. Kann den denn niemand stoppen? Sonst schaffen die am Ende noch den Ball ab.“ Sportkreisvorsitzender Helmut Fritz, der um die Schwächen verbandsinterner Demokratie weiß, sieht gleichfalls dringenden Bedarf, den Veränderungswahn zu beenden: „Wir machen sonst den Sport kaputt.“ Eines der Erfolgsgeheimnisse des Fußballs war ein einfaches, von jedem nachzuvollziehendes und für alle gleichermaßen gültiges Regelwerk. Und Kinder, die in Vereinen Fußball spielen, wollen kicken wie die großen. In richtigen Mannschaften, nicht in Kleinstgruppen. Auf zwei Tore, nicht auf vier. Mit Torwart, nicht ohne. Mit Siegern und Verlierern. Mit Jubel und Tränen.

Die 02-Verantwortlichen werden sich allen Widrigkeiten zum Trotz über den Tag und das Jahr hinaus bemühen, den Fußball weiter so zu praktizieren, wie er seine erzieherischen und gesellschaftlichen Aufgaben am besten erfüllen kann und so zu bewahren, wie wir ihn lieben.

Ihr und Euer
Heinz-Jürgen Hauzel, 2. Vorsitzender

hjh


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