Blue Boyz und Girlz FV Biebrich 02
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Kommentare und Glossen unseres Zweiten Vorsitzenden Heinz-Jürgen Hauzel

Big Hauzel

nach unten Der neueste Hauzel

August 2017

Liebe Biebricher,
nach einer turbulenten Spielzeit stehen die Blauen nun in der Saison 2017/18 besser da als je zuvor. Der neue Kunstrasenplatz und die zweite vereinseigene Flutlichtanlage ermöglichen erstmals seit Jahrzehnten einen reibungslosen Spiel- und Trainingsbetrieb auf dem Dyckerhoff-Sportfeld. Keine Mannschaft wird mehr nach Amöneburg oder Dotzheim ausweichen müssen. Dazu kommt, dass die erste Mannschaft mit Rang drei in der Verbandsliga-Abschlusstabelle die beste Platzierung seit vielen, vielen Jahren erreicht hat, die zweite Mannschaft im letzten Augenblick den Klassenerhalt in der Kreis-Oberliga und die A-Jugend in der Verbandsliga gepackt haben. Die B-Jugend schaffte schließlich doch noch die Gruppenliga-Meisterschaft, sodass der Biebricher Fußballverein nun in den beiden höchsten Nachwuchs-Altersstufen in der hessischen Verbandsliga vertreten ist.

Die 02-Verantwortlichen haben viel dafür getan, diese Strukturen zu schaffen. Nun gilt es, gemeinsam diese günstigen Voraussetzungen zu nutzen, den Verein dauerhaft auf diesem Niveau zu stabilisieren. „Wie – nur stabilisieren?“, werden sich manche wundern. Ja, das wäre schon ein großer Erfolg. Schauen Sie sich mal andere Vereine an, große und kleine, die auf ihr Aufstiegsrecht verzichten oder gar freiwillig absteigen. Wie den FSV Fernwald, der sich 2014 aus der Hessenliga in die Kreisoberliga zurückzog und nun nach dem Aufstieg in die Verbandsliga gleich wieder als Mitfavorit für die Meisterschaft gehandelt wird. Oder einen Verein wie Hessen Kassel, der nun schon zum dritten Mal insolvent ist und weiterspielen darf, fast als wäre nichts geschehen, weil die Fußballverbände den Hasardeuren nicht das Handwerk legen und den Dramen nicht ein Ende bereiten.

Aber das braucht uns kaum zu kümmern. Der Biebricher Fußballverein geht seinen eigenen Weg, erfüllt seine sozialen Aufgaben in der Stadtgesellschaft, bemüht sich im Rahmen der vorhandenen Ressourcen, fußballerische Angebote zu unterbreiten für so viele Biebricher wie möglich und im Spielklassenniveau so hoch wie möglich – alles jedenfalls, ohne das Gesamtkonstrukt zu gefährden. Das tun wir in einer Kontinuität, die ihresgleichen vergebens sucht. Die Klassenbezeichnungen ändern sich weit häufiger als die Blauen ihre Klassenzugehörigkeit. Mit der ersten Mannschaft gehen wir nun immerhin schon in die 15. Verbandsliga-Saison in Serie.

Auch wenn der aktuelle Vorstand sich natürlich bemüht, eine neue Führungs-Generation „heranzuziehen“, die die Verantwortung übernimmt, sollen die alten Grundsätze erhalten bleiben. Vielleicht müssen wir vielleicht sogar schon jetzt darauf achten, dass sie wieder drin sind in den Köpfen aller Blauen: Wenn sportlich ein Aufstieg möglich oder ein Abstieg vermeidbar ist, geben wir diese Möglichkeiten nicht leichtfertig aus der Hand, sondern suchen sie mit allen gegebenen und erlaubten Mitteln zu nutzen, greifen uns gegenseitig unter die Arme, richten unseren Blick vom engeren eigenen Verantwortungsbereich auf das Ganze.

Es mag ein überholter Begriff sein, aber wieder mit ein bisschen mehr Anrecht von einer Vereinsfamilie sprechen zu dürfen, auch das muss in der neuen Saison unser Ziel sein.

Ihr und Euer
Heinz-Jürgen Hauzel, 2. Vorsitzender

hjh


September 2017

Liebe Biebricher,
die Saison lässt sich gut an. Bei erster und zweiter Mannschaft in der Verbands- und der Kreis-Oberliga sowie in der Jugend. Wenn wir uns im Augenblick was wünschen dürften, dann vor allem und zuerst engagierte Fußballfreunde, die bereit sind, sich um unseren aller jüngsten Nachwuchs zu kümmern, Bambini- und F-Jugend-Teams zu betreuen. Der Zulauf in diesen Altersstufen ist groß, unser Jugendausschuss stößt da aber langsam an seine Grenzen. Es geht nicht darum, die angehenden Kicker gleich zu künftigen Weltmeistern heranzuziehen, sondern ihnen zunächst einmal die Möglichkeit zu geben, dem Ball nachzujagen, Spaß zu haben, zusammen mit anderen in einer Mannschaft zu spielen. Wer sich vorstellen könnte, da mitzuhelfen und mitzutun, kann gern die Verantwortlichen auf dem Dyckerhoff-Sportfeld ansprechen. In diesem Heft finden Sie auch Kontaktnummern der Trainer und Organisationsleiter in den einzelnen Altersklassen.

Dem Verbandsliga-Team ist es endlich einmal gelungen, in Dietkirchen zu gewinnen. Und das auch noch zu einem Zeitpunkt, als es nicht unbedingt zu erwarten war. die Dietkirchener hatten gerade die Woche zuvor beim bären starken Aufsteiger FSV Fernwald gewonnen, wo es für die 02er zuvor eine richtige Packung gegeben hatte. Am Ende stand für die hochmotivierten Blauen mit dem 2:1 der erste Saisonsieg, obwohl auch diesmal - wie schon beim 2:2 in Kinzenbach der Schiedsrichter alles zu unternehmen schien, den Platzherren zumindest noch den Ausgleich zu ermöglichen. Zwei zweifelhafte Strafstöße gab's für die Platzherren und sechs Minuten Nachspielzeit. So aber kann sich die Bilanz nach dem schweren vierteiligen Auftaktprogramm mit drei Auswärtsspielen sich sehen lassen. Der Kader ist auf alle Fälle stark genug, den ärgerlichen Abgang von Athanasios Nakos zu verkraften. Der hat kurz vor Ende der Wechselfrist am 31. August bei Hellas Schierstein einen Amateurvertrag unterschrieben und spielt nun für den Gruppenligisten.

Einen Spieler mit Perspektive hat Cheftrainer Nazir Saridogan in der zweiten Mannschaft gefunden. Dort hatte Rikuya Nakamura in den ersten Spielen einen starken Eindruck hinterlassen, sodass Saridogan den jungen Japaner mit nach Dietkirchen nahm, wo er schließlich auch eingewechselt wurde und zu seinem ersten Kurzeinsatz kam. Das Kreis-Oberliga-Team des Biebricher Fußballvereins, das nun von Marc Diehl trainiert wird, hat gleich deutlich gemacht, dass es diesmal nicht bis zum letzten Spieltag dauern soll, bis der Klassenerhalt unter Dach und Fach ist. Die Stimmung ist gut, die Spieler entwickeln sich weiter, auch wenn es zuletzt nach den Siegen über Schierstein 08 und die Spvgg. Sonnenberg bei Kastel 06 eine deutliche Niederlage gab.

Da auch die Jugendmannschaften gut in die Runde gestartet sind, der neue Kunstrasen und die neue Flutlichtanlage fertiggestellt sind, sehen die 02er guten Mutes dem Herbst entgegen.

Ihr und Euer
Heinz-Jürgen Hauzel, 2. Vorsitzender

hjh


Oktober 2017

Liebe Biebricher,
es wird ein bisschen zu viel gejammert. In Wiesbaden beispielsweisen auch von maroden Sportanlagen und fehlenden Kunstrasenplätzen. Da empfiehlt sich ein Blick in andere Städte, in denen Schwimmbäder schon seit Jahren geschlossen haben, Vereine für die Nutzung von Sporthallen- und plätzen Nutzungsgebühren zu zahlen haben. Davon sind wir in der hessischen Landeshauptstadt weiter entfernt. Und die Sportpolitiker haben auch erkannt, dass es nun wichtiger sei, die alten Kunstrasenplätze zu sanieren statt noch den allerletzten Rotascheplatz, der kaum noch genutzt wird, auch mit einem Kunstrasen zu belegen.

Gerade in Biebrich haben wir sogar Grund zu großer Zufriedenheit. Nachdem die Stadt einen zweiten Kunstrasenplatz und der Biebricher Fußballverein eine zweite Flutlichtanlage errichtet hat, sind die Bedingungen für den Spiel- und Trainingsbetrieb optimal. Und die städtische Sporthalle bleibt nach dem Willen der nutzenden Vereine nun doch stehen, wird nicht abgerissen und durch einen Neubau ersetzt, sondern saniert. Damit werden nicht nur die vorhandenen Mängel beseitigt, sondern auch die Möglichkeiten erhalten, die die über 50 Jahre alte Halle bietet samt dem Tribünendach für das Rasenfeld, den Sanitäranlagen für die Sportplatzbesucher sowie den Umkleide- und Lagerräumen für die Fußballer. Und es ist auch noch dramatisch billiger als der alternative Neubau auf dem Parkplatz.

Wenn die Sanierung der Halle abgeschlossen ist und die damit verbundenen Einschränkungen überstanden sind, haben wir in Biebrich eine wunderbare Sportanlage, die so über Jahrzehnte ihren Sinn für die Bürger, für Schüler und Vereinssportler erfüllen wird. Wenn alles funktioniert, wird das im Sommer 2019 soweit sein. Und dafür darf man dann getrost ein Dankeschön ans Wiesbadener Rathaus schicken. Und natürlich an die Unterstützer und Freunde des Biebricher Fußballvereins, die geholfen haben, dass die Blauen ihren Teil zur Verbesserung der Infrastruktur beitragen konnten, ohne die Angebote an die jungen Sportler in unserem Stadtteil einschränken zu müssen. Auch die zweite Flutlichtanlage binnen drei Jahren wurde so von den 02ern gebaut, ohne einen Kredit aufnehmen zu müssen.

Durchaus erfreulich ist auch das sportliche Abschneiden im bisherigen Saisonverlauf. Die erste Mannschaft hat in der Verbandsliga trotz der langwierigen Ausfälle der Stützen David Meurer und Michael Seidelmann nur das eine Spiel beim FSV Fernwald verloren. Natürlich wäre es schön gewesen, wenn das eine oder andere der fünf Unentschieden doch ein Sieg gewesen wäre – aber auch hier sollten wir nicht auf hohem Niveau jammern. Schließlich ist den 02ern im Heimspiel gegen Waldbrunn erst in der Nachspielzeit der Ausgleich gelungen. Das Team hat jedenfalls gegen die Topteams Eddersheim und Zeilsheim bewiesen, dass es mit jedem Gegner in dieser Klasse mithalten kann. Freuen wir uns auf weitere spannende Spiele.

Die zweite Mannschaft muss in der Kreis-Oberliga zwar mitunter noch Lehrgeld bezahlen, sammelt aber auch eifrig Punkte. Und: Unter dem neuen Trainer Marc Diehl ist das Team bis dato ein Muster an Disziplin. Es stehen gerade einmal acht Gelbe Karten zu Buche. Ein Top-Wert in der Kreis-Oberliga. Schließlich ist auch der Nachwuchs gut in Fahrt und kann nach den Herbstferien durchaus den einen oder anderen Titel ins Visier nehmen. Freuen wir uns drauf.

Ihr und Euer
Heinz-Jürgen Hauzel, 2. Vorsitzender

hjh


November 2017

Liebe Biebricher,
der Oktober stand im Zeichen verschenkter Punkte. Als großzügig erwiesen sich da besonders die erste und zweite Mannschaft sowie die A-Jugend. In der Verbandsliga haben die Blauen gleich in beiden Spielen in Marburg Zähler liegen gelassen. Gegen die Sportfreunde/Blau-Gelb mindestens einen, beim VfB zwei. Wobei – was soll im Duell zweier Remisspezialisten schon anderes herauskommen als ein Unentschieden? Bei den 02ern stehen jetzt schon sechs Unentschieden zu Buche, bei den Marburgern sieben.

Nach der schweren Verletzung von Orkun Zer, der erst im neuen Jahr wieder gegen den Ball treten wird, entspannt sich personell die Lage ein wenig. Auch der im Sommer aus Zeilsheim gekommene Michael Seidelmann absolvierte in Oberliederbach seine ersten Minuten im Biebricher Trikot. Und man kann zumindest feststellen: Gegen zehn Mann klappt’s. Sowohl gegen Hessenliga-Absteiger Kelsterbach als auch in Oberliederbach kickten die Blauen nach Roten Karten für gegnerische Spieler jeweils mehr als 70 Minuten in Überzahl – und gewannen beide Begegnungen. Damit ist die Mannschaft endlich wieder in der oberen Tabellenhälfte angekommen. Diese Position gilt es nun gegen Bicken zu sichern.

Die Reserve musste nach einer 3:1-Führung in Naurod in der Nachspielzeit noch den Ausgleich hinnehmen und büßte so zwei wichtige Zähler im Kampf um den Klassenverbleib in der Kreis-Oberliga ein. Die A-Jugend kassierte in Neu-Anspach nach einer 2:0-Führung in den allerletzten Spielminuten eine 3:4-Niederlage und fiel dadurch in der Verbandsliga auf Rang drei zurück.

Für die Aktiven in der Verbands- und der Kreis-Oberliga – man glaubt es kaum – wird am 12. November bereits die Vorrunde beendet. Die erste Mannschaft geht am Freitag, 17. November (19.30 Uhr) in Eddersheim in die zweite Saisonhälfte. Die zweite Mannschaft hat ihr erstes Rückrundenspiel am Sonntag, 19. November (13 Uhr) gegen den SV Italia, der übrigens seit wenigen Wochen von Achim Euler trainiert wird. Euler, der mittlerweile 69 ist, feierte vor 37 Jahren mit Biebrich 02 die Bezirksmeisterschaft und den Aufstieg in die Verbandsliga, die 1980 noch Landesliga hieß. Dieser Klasse gehörten die Blauen daraufhin 14 Spielzeiten lang ununterbrochen an. Auch aktuell sind die 02er in ihrer 14. Verbandsliga-Saison in Serie. Diesmal sind die 02-Verantwortlichen guten Mutes, dass die Serie verlängert wird und die Mannschaft von Nazir Saridogan im nächsten Sommer einen neuen Rekord aufstellt.

Bei der Gelegenheit: Am 10. November feiert der Biebricher Fußballverein seinen 115. Geburtstag. Kein rundes Jubiläum – aber eine schöne Zahl, hinter der sich eine beachtliche Geschichte und viele schöne Geschichtchen verbergen. Trotz des beachtlichen Lebensalters erfreuen sich die Blauen guter Gesundheit. Und die Erkenntnis ist unverändert aktuell: Es lohnt sich, für den Fortbestand des Klubs ein zutreten, weil der Stadtteil mit seinen jungen Menschen uns nach wie vor braucht.

Ihr und Euer
Heinz-Jürgen Hauzel, 2. Vorsitzender

hjh


Dezember 2017

Liebe Biebricher,
das Fußballgeschäft wird beschwerlicher. Die Profis regen sich über Videoassistenten auf, welche Probleme sie ihren Amateuren bereiten ist ihnen egal. Sie sind in vielerlei Beziehung schlechte Vorbilder, sie verderben den Charakter und die Preise bis hinein in die untersten Klassen und den Jugendbereich. Sie fördern Hirngespinste genauso wie dauerhaften Fernsehkonsum. Das Schlimme ist, dass die Verbände nichts tun, die Amateurvereine zu schützen. Von Art und Umfang der Förderung wollen wir gar nicht reden.

Der Biebricher Fußballverein 02 hat die vergangenen zwölf Monate dennoch erfolgreich absolviert. Es ist gelungen, den Status zu bewahren, beziehungsweise vor allem wegen der Schwäche mancher Wettbewerber sogar noch auszubauen. Erste Mannschaft, A- und B- Jugend spielen in den Verbandsligen, die A-2-, C- und D-Jugend in den Gruppenligen, die zweite Mannschaft im Aktiven-Bereich gehört nachwievor der Kreis-Oberliga an. Der Klassenerhalt ist erneut das Ziel. Die A-Jugend könnte sogar den Aufstieg in die Hessenliga schaffen, die D-Jugend greift in der Gruppenliga nach dem Titel, wobei hier prompt vom „Fluch der guten Tat“ zu reden ist. Nach den Spielern unseres bärenstarken D-Jugend-Jahrgangs fahren die Profivereine schon die Fangarme aus.

Die Infrastruktur auf dem Dyckerhoff-Sportfeld hat sich entscheidend verbessert. Platz drei ist nun dank des Kunstrasens und der vom Verein erbauten neuen Flutlichtanlage ganzjährig nutzbar. Derart gute Voraussetzungen für den Spiel- und Trainingsbetrieb hatten die Blauen in ihrer nun 115-jährigen Geschichte noch nie. Nun wird auch noch die Sporthalle Biebrich von Grund auf saniert und so trotz ihrer fünfzig Lebensjahre zu einem Schmuckkästchen. Wenn alles gut geht, beginnen die umfassenden Arbeiten, die rund viereinhalb Millionen Euro kosten werden, in den nächsten Sommerferien. Für die Einschränkungen während der zweijährigen Bauzeit werden wir hinterher belohnt. In den letzten Wochen des Jahres stehen noch interessante Spiele im Terminplan. Die erste Mannschaft, die in der Verbandsliga sorgenfrei ihre Bahn zieht, empfängt am letzten November-Sonntag den starken Aufsteiger FSV Fernwald, muss dann zum FC Waldbrunn, ehe zum Jahresausklang am 9. Dezember die abstiegsgefährdete SG Oberliederbach ans Dyckerhoff-Sportfeld kommt. Am längsten – bis zum 16. Dezember – steht ausgerechnet die E-Jugend in der Punktspielpflicht. Auch das eine der zahlreichen Kuriositäten. Die letzten Ballwechsel vor Weihnachten sind traditionell den Jugendbetreuern Wiesbadener Vereine und der Kreis-Schiedsrichtervereinigung vorbehalten: Am 17. Dezember treffen sie sich auf Einladung der Blauen zum Turnier in der Halle am Dyckerhoff-Sportfeld.

Sollten wir uns nicht bei einer der zahlreichen Gelegenheiten sehen, wünsche ich schon an dieser Stelle im Namen des gesamten Vorstands ein schönes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch in ein neues Jahr, das möglichst viele Ihrer Wünsche erfüllen mag.

Ihr und Euer
Heinz-Jürgen Hauzel, 2. Vorsitzender

hjh


Januar 2018

Liebe Biebricher,
es könnte einem wirklich ein bisschen wehmütig ums Herz werden. Die Welt auch des Alt-Herren-Fußballs verändert sich. Personalprobleme sorgen dafür, dass Spiele abgesagt werden. Oft wird auf verkürzten Feldern und Fünf-Meter-Tore gespielt, weil die Spielpartner keine elf Mann mehr zusammenbekommen. Erstmals in der 22-jährigen Geschichte des Biebricher Nostalgiecups werden 2018 die 19er nicht dabei sein. Frank Loy hat sich ernsthaft bemüht und musste am Ende doch absagen: „Gerade drei Mann habe ich zusammenbekommen.“

Die Entwicklung führt auch zu Konzentrationen. Hier in Biebrich sammeln sich die Oldies mittlerweile wieder bei den Blauen. Einige 19er wie Thorsten Kraft, der freilich als Aktiver auch Kapitän der ersten 02-Mannschaft war, und Michael Lehmann haben sich dem Biebricher Fußballverein angeschlossen. Die einstigen 76er Michael Will und Gerhard Wölfinger kicken nun in blauen Trikots, Emerich Poharetzki und Daniel Löbelt, die einst in der Verbandsliga, die damals noch Landesliga hieß, am Dyckerhoff-Sportfeld spielten, sind „heimgekehrt“.

Das ist nicht nur gut für die AH, sondern kann auch die Zukunftsperspektiven des Vereins verbessern. Michael Lehmann beispielsweise ist 2017 auch in den Vorstand gewählt worden, engagiert sich für die in der Kreisoberliga spielende zweite Mannschaft und in der Jugendarbeit. Die Älteren können sich gewiss noch erinnern, dass einst die Alten Herren das Rückgrat des Vereinslebens gebildet haben, im Klubheim für Trubel gesorgt und Großveranstaltungen mit organisiert haben.

Ein guter Zusammenhalt der Mannschaften über das Ende der aktiven Laufbahn hinaus, ist für die Vereine lebenswichtig. Das hat sich einst auch beim SVW gezeigt, der nach der schweren Krise und dem vorübergehenden Ausscheiden aus dem Spielbetrieb in den 90er Jahren nur deswegen wieder auf die Beine kam, weil sich die einstigen Asse wie zum Beispiel Hartmut Freudenberg, Arno Hand und Jonny Hayer zur Verfügung gestellt haben und sich sogar nicht zu schade waren, im fortgeschrittenen Fußballer-Alter erstmals in der Betonliga zu kicken und dabei Meisterschaften errangen. Jonny Hayer feierte gerade Mitte Januar seinen 70. Geburtstag, und auch da kamen die SVW-Asse der 60er und 70er Jahre zusammen, um ihrem einstigen Torjäger zu gratulieren. Wie selbstverständlich wird Hayer beim Nostalgiecup in der Halle am Dyckerhoff-Sportfeld noch einmal mitspielen.

Die aktuelle Verbandsliga-Mannschaft des Biebricher Fußballvereins hat das alte Jahr mit einem 3:0-Sieg über die SG Oberliederbach und auf Tabellenplatz sechs beendet. Das Match beim FC Waldbrunn ist zum zweiten Mal ausgefallen und soll nun an Gründonnerstag im Westerwald nachgeholt werden. Interessant wird sicher auch das Viertelfinal-Duell im Wiesbadener Kreispokalwettbewerb, zu dem die 02er bei Hellas Schierstein antreten müssen. Der Termin steht noch nicht fest. In der Verbandsliga geht’s für die Blauen am 25. Februar daheim gegen Kinzenbach los. Die zweite Mannschaft startet in der Kreisoberliga eine Woche vorher am 18. Februar (11 Uhr) mit dem Match gegen die Spvgg. Amöneburg und hat acht Tage später gegen Schierstein 08 gleich das nächste Heimspiel.

Für zwei „Wintermeisterschaften“ des Biebricher Fußballvereins sorgten die D-1- und die E-1-Jugend, die in den jeweils höchsten Spielklassen ihrer Altersklasse das Jahr auf Platz eins beendeten. Interpretieren wir das mal als positives und hoffnungmachendes Signal für die künftige Entwicklung.

Ihr und Euer
Heinz-Jürgen Hauzel, 2. Vorsitzender

hjh


Februar 2018

Liebe Biebricher,
beim Zeitunglesen muss man sehr wach sein. Für diejenigen, die am 1. Februar in Kurier oder Tagblatt den Beitrag über die Blauen auf diese Weise studiert haben, für die bestand kein Grund zur Aufregung. Sie werden bei dem, was 02-Vorsitzender Horst Klee im Gespräch mit Stephan Neumann gesagt hat, auch nur wenig Neues entdeckt haben, sondern nur das, was er seit seinem Amtsantritt 1971 beinahe stereotyp wiederholt. Dass dennoch die von der Redaktion gebastelten Überschriften hier und da für Irritationen gesorgt zu haben scheinen, ist vielleicht nachzuvollziehen, hätte aber nicht sein müssen. Natürlich will der Autor seinen Artikel gut verkaufen. Aber dass der „Zepterwechsel zur Zäsur“ wird, wie es in der der Schlagzeile heißt, ist eine Selbstverständlichkeit. Dass dieser Wechsel erst 2019 ansteht, wird bereits in der Unterzeile erklärt und hätte zur Beruhigung beitragen können. Und selbst der Rest der Überschrift ist nun wahrlich keine Sensation: „Der Verein muss womöglich abspecken“. Womöglich steht für vielleicht. Dass man bei den Ausgaben gegensteuern muss, falls Einnahmen – in diesem Fall durch Unterstützer – wegfallen sollten, ist eine kaufmännische Grundregel, die der Vorstand genau so immer vertreten hat. „Wir geben nur aus, was wir haben“, ist einer der Grundsätze von Horst Klee, mit denen der Biebricher Fußballverein seit inzwischen 47 Jahren gut lebt. Es würde den Rahmen sprengen, wenn wir nun beginnen wollten, alle jene hessischen Klubs aufzuzählen, die nicht nach diesem Credo geführt wurden – und heute überhaupt nicht mehr existieren oder in untersten Ligen herumkicken.

Derartige Risiken sind wir in den vergangenen Jahrzehnten nie eingegangen, weil es uns immer das wichtigste war, das fußballerische Angebot für die Kinder, die Jugendlichen, jüngere und ältere Spieler aufrecht zu erhalten und die soziale Aufgabe, die die Nullzwei seit 116 Jahren erfüllt, weiterhin wahrzunehmen. Genau das bestätigte Horst Klee, der im November seinen 78. Geburtstag beging, noch einmal in dem Zeitungsbeitrag, als er sagte – und man achte sehr genau auf jedes Wort in dieser Formulierung: „Wenn wir finanziell vielleicht leicht abspecken müssen, werden wir nicht bei der Jugend sondern im Aktivenbereich ansetzen müssen.“ Vielleicht und leicht heißt es da. Der auf Nachfrage des Journalisten erfolgten Ergänzung Klees hätte es da wirklich nicht bedurft. In aller Deutlichkeit betonte der 02-Chef: „Wir sind weit davon entfernt, über einen freiwilligen Abstieg nachzudenken.“ Aber das Wort vom freiwilligen Abstieg ist nun eben in der Welt – und hat es natürlich auch in die Überschrift geschafft: „Freiwilliger Abstieg kein Thema“. Achtung: Kein Thema. Auch das entspricht schon zigfach öffentlich vertretenen Grundsätzen der Vereinsverantwortlichen: „Wenn wir uns sportlich qualifizieren, steigen wir auf.“ Daraus ergibt sich im Umkehrschluss, dass wir auch nur dann absteigen, wenn wir sportlich den Klassenerhalt nicht schaffen. Dass wir das ernst meinen, haben wir schon dreimal bewiesen, als wir in der damaligen Landesliga und der Bezirks-Oberliga mit Mannschaften angetreten sind, die nach Meinung vieler Experten nicht konkurrenzfähig waren. In zwei von drei Fällen haben die Blauen den Ligaerhalt geschafft, einmal sind sie abgestiegen, aber längst wieder zurückgekehrt in die zweithöchste Spielklasse des Hessischen Fußball-Verbandes.

An dieser Stelle noch einmal zur Erinnerung: Die Verantwortlichen bemühen sich seit anderthalb Jahren um einen geeigneten Nachfolger für Horst Klee. Wobei die Betonung auf „geeignet“ liegt. Und den zu finden, ist nicht leicht. Vergessen wir nicht, Klee war ja 1971 ursprünglich gar nicht gewählt worden. Erst als der Vorsitzende Paul Haas begann, von einer Fusion mit der Germania und dem SVW zu fabulieren, wurde er von den Mitgliedern vom Hof gejagt. Klee, bis dahin Mitglied des Spielausschusses, stellte sich zur Verfügung und übernahm das Ruder. Ein Glückstreffer für den Verein. Ein bisschen Glück brauchen wir jetzt sicher wieder. Aber für Panik besteht nicht der geringste Grund. Bei der Jahreshauptversammlung am 20. April steht der Vorsitzende überhaupt nicht zur Wahl.

Also, bewahren wir Ruhe und Zuversicht.

Ihr und Euer
Heinz-Jürgen Hauzel, 2. Vorsitzender

hjh


März 2018

Liebe Biebricher,
Weichenstellen heißt es am 20. April. Bei der Jahreshauptversammlung ab 20 Uhr im Vereinsheim wird zwar kein neuer Vorsitzender gewählt, die Führung der Blauen soll aber schon etwas breiter aufgestellt weren, um gewappnet zu sein für den im Frühling 2019 nach dann 48 Jahren (!) als Chef der Nullzweier geplanten Rückzug von Horst Klee aus der allerersten Reihe. So ist daran gedacht, dass es künftig zwei stellvertretende Vorsitzende gibt und der geschäftsführende Vorstand vergrößert wird.

Um auch die Ära unter einem anderen Vorsitzenden erfolgreich gestalten zu können, wollen wir flexibler werden, schneller reagieren können und im Vorstand effizienter arbeiten. Das Ziel ist, dass die, die sich im Ehrenamt engagieren, ihre kostenbare Zeit auch wirklich sinnvoll für den Biebricher Fußballverein nutzen und gezielt in den Aufgabenbereich investieren können, für den sie verantwortlich sind.

Geplant ist, der Mitgliederversammlung den bisherigen Spielausschussvorsitzenden Thomas Utikal als weiteren Klee-Stellvertreter vorzuschlagen. Der Rechtsanwalt ist als juristischer Berater und in der Betreuung des für den Verein lebenswichigen Sponsoren- und Freundeskreises unverzichtbar geworden. Mit einer neuen Funktion würde nur nachvollzogen, was sich in der Praxis längst in diese Richtung entwickelt hat. Dasselbe gilt für die Neu-Besetzung der Position an der Spitze des Spielausschusses. Das operative Geschäft rund um die beiden Aktiven-Teams der Blauen liegt seit Jahren in den Händen von Malte Christ. Nun soll er auch offiziell das Amt des Spielausschussvorsitzenden bekleiden.

Die 02-Verantwortlichen haben aktuell die Hoffnung, am 20. April weitere Bewerber für den Vorstand benennen zu können. Vor allem in Sachen Öffentlichkeitsarbeit wollen wir jemanden haben, der neue Impulse setzt und mit frischen Ideen dazu beiträgt, dass wir vor allem in unserem eigenen Stadtteil präsenter sind und in den Köpfen der Biebricher wieder in größerem Ausmaß eine Rolle spielen.

Die Aussichten sind nicht schlecht, dass wir die Voraussetzungen für ein positives Image sowohl im Leistungs- wie im Breitensport auch in Zukunft legen. Die sportlichen Ergebnisse können sich sehen lassen, die Jugendarbeit mit einer hohen sozialen Bedeutung wird von der Politik und den Verbänden immer wieder gewürdigt. Gerade ist der Biebricher Fußballverein im Rahmen der Landesprogramms "Sport mit Respekt" wieder gewürdigt worden. Auf dem nun bestens ausgestatteten Dyckerhoff-Sportfeld können wir noch mehr leisten, wenn es uns gelingt, auch neue Mitarbeiter für die Betreuung der Mannschaften zu finden.

Alle sind aufgerufen, dabei mitzuhelfen.

Ihr und Euer
Heinz-Jürgen Hauzel, 2. Vorsitzender

hjh


April 2018

Liebe Biebricher,
manche sagen: „Die machen den Fußball kaputt.“ Gemeint sind die Fifa und Uefa, die DFL und ihre Mitglieder, die die grenzenlose Kommerzialisierung der Sportart betreiben, und auch der DFB mit seinen Landesverbänden, die den Bestrebungen der Großkopferten nicht Einhalt gebieten. Die Fußball-Landschaft jedenfalls verändert sich. Dass das Geschäft seine Opfer fordert, sieht man spätestens in der Dritten Liga, wo nun der FC Chemnitz und Rot-Weiß Erfurt insolvent sind. In der Hessenliga wollen Borussia Fulda und der TSV Lehnerz fusionieren. Die Meldungen aus dem direkten Umfeld des Biebricher Fußballverereins sind nicht weniger alarmierend: Viktoria Kelsterbach zieht sich aus der Verbandsliga zurück, Kreisoberligist Spvgg. Amöneburg und A-Ligist Kostheim 12 basteln an einer Spielgemeinschaft für die nächste Saison. Borussia Fulda, Viktoria Kelsterbach, Spvgg. Amöneburg und Kostheim 12 – alles Weg- und Klassengefährten der Blauen seit vielen Jahrzehnten. Von anderen Vereinen, die uns irgendwann begegnet und längst von der Bildfläche verschwunden sind, wie Biebrich 76 oder der FC 80 Herborn einmal ganz zu schweigen.

Zuschauerzahlen wie sie bei Verbandsligaspielen der ersten Mannschaft am Dyckerhoff-Sportfeld zu verzeichnen sind, hatten die Nullzweier zuletzt am Ende der Saison 1972/1973, die mit dem Abstieg aus der gleichen Klasse endete, als die noch Gruppenliga hieß. Und selbst da kamen wenigstens zum Derby gegen Kastel 06 Anfang April noch über tausend zahlende Besucher. Zum Vergleich: Trotz starker Leistungen in der aktuellen Runde kamen zum Match gegen Germania Schwanheim am 25. März ganze elf (!) zahlende Zuschauer.

Dennoch stehen bei den Blauen in puncto Ausrichtung und Personal die Zeichen auf Kontinuität. Mit Trainer Nazir Saridogan, das ist mittlerweile fest vereinbart, wird die erfolgreiche Zusammenarbeit der vergangenen fünf Jahre fortgesetzt. Die Mannschaft, die immer besser zusammenzufinden scheint, soll weitgehend geschlossen in die nächste Saison gehen. „Aber es ist eine Herkulesaufgabe, was wir uns da vorgenommen haben“, weiß Vorsitzender Horst Klee, der in sein voraussichtlich letztes von dann 48 Jahren an der Vereinsspitze geht. Noch einmal setzt er alle Hebel in Bewegung und nutzt die Kontakte, die er über die lange Zeit hinweg aufgebaut hat, um die Spenden und Sponsorenmittel zusammen zu bekommen, die erforderlich sind, um den Spiel- und Trainingsbetrieb der über 20 Mannschaften aller Altersklassen schuldenfrei organisieren zu können. Schulden sind beim Biebricher Fußballverein ohnehin ein Fremdwort, seit er 1971 den Vorsitz übernommen hat. Und das obwohl in dieser Zeit auch das Clubheim, der Clubheimanbau, zwei „Grillhütten“ und drei Flutlichtanlagen aus der Vereinskasse finanziert worden und die allgemeinen Kosten drastisch gestiegen sind.

Bei der Jahreshauptversammlung am 20. April werden erste Weichen gestellt für die Jahre nach einem Personalwechsel. Auch wenn Klee, der im November seinen 79. Geburtstag feiert, betont: „Ich werde immer alles, was in meiner Macht steht, für den Verein geben – ob mit oder ohne Amt.“ Der Vorstand beantragt eine Satzungsänderung, die dazu beitragen soll, die Führungsaufgaben und -lasten auf mehr Schultern verteilen zu können. So soll es nun zwei stellvertretende Vorsitzende geben. Und um der Bedeutung der Nachwuchsarbeit für die 02er und den ganzen Stadtteil gerecht zu werden, die Priorität vor allem auch für die Zukunft zu zementieren, wird der Jugendleiter, wenn die Mitglieder denn zustimmen, dem Kernteam des geschäftsführenden Vorstands angehören. Die Position eines Geschäftsführers, die immer noch in der Satzung vorgesehen ist, aber seit den Zeiten von Bernhard Fuidl nicht mehr besetzt ist, wird dafür gestrichen.

Wie bereits angekündigt, möchte sich der Vorstand „ehrlicher machen“ und zwei seiner Mitglieder in Positionen wählen lassen, die sie eigentlich schon seit Jahren ausfüllen. Der bisherige Spielausschussvorsitzende Thomas Utikal wird mit den Schwerpunkten juristische Begleitung, Freundeskreis sowie Senioren-Spielbetrieb – sprich erste und zweite Mannschaft – stellvertretender Vorsitzender neben Heinz-Jürgen Hauzel, der sich gleichfalls um den Freundeskreis kümmert, um öffentliche Fördermittel und die Öffentlichkeitsarbeit bemüht sowie die Interessen der sozialen Breitensportaktivitäten im Blick hat

Lassen Sie uns alle gemeinsam eintreten für eine eigenständige, selbstbestimmte Zukunft der Blauen. Wir sind es den Wegbereitern der vergangenen 116 Jahre schuldig. Der Stadtteil und seine Menschen brauchen den Biebricher Fußballverein – und sie haben es verdient, dass wir uns für sie engagieren.

Ihr und Euer
Heinz-Jürgen Hauzel, 2. Vorsitzender

hjh


Der neueste Hauzel

Mai 2018

Liebe Biebricher,
dass die Zeiten für die Vereine im Amateurfußball schwieriger geworden sind, ist bekannt. Horst Klee hat bei der Jahreshauptversammlun den Mitgliedern gesagt, wie die 02-Verantwortlichen auf die Herausforderungen reagieren wollen. „Zu vermehrten Anstrengungen gibt es keine Alternative.“ Zu den Anstrengungen gehören sicher nicht Überlegungen, von denen man jüngst in Wiesbadener Tageszeitungen lesen konnte, die zweite Mannschaft zurückzuziehen. Das wäre eher das Gegenteil – nämlich das Zurückfahren von Anstrengungen.

Natürlich wäre es einfacher, diese Reserve einfach abzumelden, wenn die A-Jugendlichen, zu deren Entwicklung unsere Nachwuchstrainer beigetragen haben, nicht in Biebrich bleiben wollen, weil sie dann eventuell zunächst nur in der zweiten Mannschaft spielen. Aber wenn es das Argument ist, dass sich der Aufwand, den wir von den Bambini bis zur A-Jugend im Nachwuchsbereich betreiben, wirklich jedes Jahr bei den Aktiven auszahlen muss, könnten wir nun der Einfachheit halber genauso sagen, dass wir auch den Jugendspielbetrieb einstellen. Und da dann auch die Frage erlaubt sein muss, ob denn der Aufwand für das Verbandsliga-Team in irgendeinem vernünftigen Verhältnis zur Zuschauerzahl bei den Heimspielen steht, würde es auf der Hand liegen, den Verein auch ganz zu zumachen.

Das Aufgabenspektrum, das sich der Biebricher Fußballverein aber seit Jahren stellt, ist ein ganz anderes. Auf der Internetseite unseres Udo Parker steht ganz oben der Satz: „Wir lieben Fußball.“ Diesem Bekenntnis müsste man eigentlich schon nichts mehr hinzufügen. Es kommt aber noch hinzu, dass wir auch diesen Stadtteil lieben und seine Menschen. „Jeder Biebricher, der bei uns Fußball spielen will, soll es tun können“, war einmal ein Kernsatz von Jugendleiter Hartmut Steindorf. Und auch diesem Satz fühlen wir uns verpflichtet, selbst wenn es mitunter nicht leicht war und ist, die nötigen Ressourcen dafür bereit zustellen. Wir betreiben die zweite Mannschaft und die Jugendarbeit nicht, weil es der Verband von einem Verbandsligisten verlangt, sondern weil wir es wollen und nach unserem Verständnis von Fußball für sinnvoll halten.

Wir leisten Sozialarbeit und tragen zum gesellschaftlichen Frieden bei. Die Blauen haben gerade deswegen nicht das Ziel, jeden Irrsinn mitzumachen, der uns von den Großen im Fußball vorgeführt und von den Verbänden oft genug noch lobpreisend unterstützt wird. Welche Folgen Nachahmungsversuche haben, quasi mit den Großen pinkeln zu gehen, kann man Jahr für Jahr bei zig Klubs in der Republik und auch ganz in unserer Nähe verfolgen. Im günstigsten Fall endet es nur mit einer nassen Hose.

Die Verantwortlichen dieses Vereins haben in den 116 Jahren seiner Geschichte jeweils die notwendigen Anstrengungen unternommen, mit möglichst vielen Mannschaften möglichst erfolgreich am Spielbetrieb teilzunehmen. Ein einziges Mal, am Ende der Hessenliga-Jahre wurde die Schraube überdreht, was 1971 ums Haar zur Auflösung geführt hätte. Damals hat Horst Klee den Vorsitz übernommen und die vorgeschlagene Groß-Fusion verhindert. Es geht den Blauen heute viel, viel besser als damals. Und dass es so bleibt, ist nicht mit einfachen Lösungen zu erreichen, sondern jede Anstrengung wert.

Ihr und Euer
Heinz-Jürgen Hauzel, 2. Vorsitzender

hjh


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