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Jugendfußball Papa erfährt die Tore per Funk
19.06.2006 von udo

Familie Semerenko unterstützt die Ukraine und die deutsche Mannschaft

Ganz schön weit voneinander weg liegt die Heimat unserer heutigen "Fans des Tages". Familie Semerenko kommt väterlicherseits aus der Ukraine, Familie Amekudji aus Togo.

Von Anke Hollingshaus

WIESBADEN In seinem Dorf in der Nähe von Lwow (Lemberg) und in der Kolchose hat Michael Semerenko als Kind und Jugendlicher selbst gekickt. Heute schaut er lieber seinem Sohn Anton zu. Anton ist Torwart und trainiert dreimal die Woche auf dem Dyckerhoff-Sportplatz bei Biebrich 02. Und Anton ist der größte Fußballfan im Hause Semerenko. Weil das auch seine Verwandtschaft in der Ukraine weiß, hat sie ein gelb-blaues Trikot in Kindergröße besorgt und mit dem Namen von Andrej Schewtschenko bedrucken lassen. "Er ist einfach super", weiß Anton, dessen Lieblingsclub Real Madrid ist. Außer dem Zehnjährigen und seinem Papa (40) gehören zur Familie Semerenko Mama Olga, 39 Jahre alt, die große Schwester Ellen (14), Alexander, der demnächst fünf wird, und Natalie (2).

Die ukrainisch-russlanddeutsche Familie (Olgas Vorfahren kamen aus Deutschland) hat in Kasachstan gelebt, aber auch in der DDR, wo Michael als Soldat stationiert war. Elf Jahre war er bei der Armee. Tochter Ellen kam in Dresden zur Welt, aber die Familie wohnt schon lange in Wiesbaden. Vor einem Jahr sind der Busfahrer, seine Frau und die Kinder vom Dichterviertel in den Schelmengraben gezogen.

Wenn sie sich mit Nachbarn aus dem russischen Raum treffen, "dann reden wir Russisch". Die Erwachsenen zumindest. Denn die Kinder sprechen wesentlich besser Deutsch als Russisch. Froh sind die Semerenkos, dass die gesamte Familie mittlerweile in Wiesbaden oder Mainz lebt. "Der familiäre Zusammenhalt, auch die Beziehungen zur Nachbarschaft sind bei uns intensiver als hier in Deutschland", erzählt Olga Semerenko, die sich im Schelmengraben wohlfühlt. Michael pflichtet ihr bei. "Was hat man nicht alles erzählt, bevor wir hergezogen sind. Passt auf, dass euer Auto nicht zerkratzt wird. Dabei ist es wirklich ruhig. Fast überall hier", meint der Busfahrer, der - wie seine Kollegen - die WM-Spielstände per Funk erfährt.

Beim Turnier fiebern die Semerenkos mit der deutschen und der ukrainischen Mannschaft mit. Und sollte die Letztere sich verabschieden müssen aus dem Turnier, was ja noch nicht ganz entschieden ist, dann bleiben Klinsis Jungs.

Quelle: WK, 19. 06. 2006

http://www.main-rheiner.de/region/objekt.php3?artikel_id=2423184


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