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Fußballgeschichte
18.03.2006 von udo

China als Vorreiter

Im Reich der Mitte entsteht die erste Art Fußballspiel

Ballspiele gab es bereits lange vor der Entstehung des modernen Fußballs. Mit dem Fußballspiel, wie wir es heute kennen, hatten diese Spiele nicht viel gemein. Einige der frühesten Ballspiele waren eher Geschicklichkeits-Wettbewerbe, andere mit den Händen betriebene Kampfspiele, die eher Ringkämpfen um den Ball ähnelten.

Weder Chinesen, Azteken oder Japaner können als Erfinder des modernen Fußballs gelten. Doch enthielten ihre Spiele Elemente, die auch beim heutigen Fußball vorzufinden sind.

Populäres Spiel um Preise

Die älteste Überlieferung eines Fußballspiels stammt aus dem Reich der Mitte. Die Chinesen praktizierten bereits vor etwa 5000 Jahren eine "Ts'uh Küh" genannte Geschicklichkeitsübung. Angeblich hat das Spiel im Jahre 2967 vor Christus der mythische Kaiser Huang-Ti eingeführt. Historisch ist es seit 124 nach Christus verbürgt. Im Mittelpunkt stand eine mit Haaren und Federn gefüllte Lederkugel, die es mit dem Fuß in ein Loch im Boden zu versenken galt. Eine andere Version berichtet von einem an langen Bambus-Stangen befestigten Netz von etwa 40 Zentimetern Durchmesser, in das der Ball geschossen wurde.

Es gab noch eine weitere Variante dieses Spiels, bei der die Spieler das Spielgerät mit Fuß, Brust, Rücken und Schulter gegen einen Angreifer verteidigten. Ts'uh Küh diente auch der Schulung von Soldaten, die hier Durchsetzungsvermögen und Gewandtheit erwarben. In der Epoche der Ts'in-Dynastie bis zum Ende der Sui-Dynastie (221 vor bis 618 nach Christus) erlangte Fußball große Popularität. Zwischenzeitlich hatte das Spiel genauere Regeln und ein richtiges Spielfeld erhalten. Auch wurde beim Ts'uh küh nun um Preise gespielt. Im Unterschied zu den späteren europäischen Ballspielen war Ts'uh Küh bereits ein reines Fußballspiel. "Ts'uh" bedeutet "mit dem Fuß stoßen", "küh" ganz einfach: "Ball".

Kampf auf Leben und Tod

Die Olmeken waren die erste Hochkultur Mittelamerikas. Ihr Siedlungsgebiet breitete sich vom mexikanischen Hochland bis nach El Salvador und Honduras aus. Die "Mutterkultur Mittelamerikas" baute nicht nur die ersten Pyramiden, sondern entwickelte um 1300 vor Christus auch die erste Ballspielkultur auf dem amerikanischen Kontinent. Beim "Ulama" (Ballspielen) wurde mit einem massiven Kautschukball gespielt. Das rechteckige Spielfeld war 50 Meter lang, und die Längsseiten wurden durch Steinmauern begrenzt. Auf diesen war in einer Höhe von 2,5 bis 3,5 Metern ein Steinring angebracht, durch den der Ball zu stoßen war. Dieser durfte weder mit der Hand noch dem Fuß bewegt werden, sondern nur mit der Hüfte, dem Gesäß oder dem Knie. Die Mannschaften bestanden aus zwei bis sieben Spielern. Einige Beobachter sehen in diesem Spiel eher eine frühe Form des Basketballs als des Fußballs.

Die Maya und Azteken nahmen das Spiel mit dem Kautschukball auf. Bei den Azteken hieß das Spiel "Tlachtli" (Ballspielplatz). Während der drei Jahrtausende, in denen das Spiel betrieben wurde, kam es immer wieder zu Regeländerungen. Betroffen waren vor allem die Zahl der Spieler und die Auswahl der Körperteile, mit denen der Ball berührt werden durfte. Auch der Preis für eine Niederlage änderte sich. So ließen die Azteken Kriegsgefangene gegen heimische Teams um ihr Leben spielen. Gewöhnlich unterlagen die geschwächten Gefangenen und wurden anschließend geköpft. In den mittelamerikanischen Ruinenstädten wurden bislang über 1500 Ballspielplätze entdeckt.

Religion und Massenkeilerei

Ab dem 8. Jahrhundert verbreiteten sich in weiten Teilen Asiens jüngere Varianten des chinesischen Fußballs. So spielte man in Japan ein Spiel, das als "Kemari" überliefert ist. In Kyoto wird es noch heute betrieben, vornehmlich im Adels- und Priestermilieu. Beteiligt sind vier bis acht in Kimonos gekleidete Spieler.Sie bilden in einem mit Zeremonien-Bäumen abgesteckten Spielfeld einen Kreis und schießen sich wechselseitig einen luftgefüllten Hirschlederball zu. Die Ballberührung erfolgt mit dem Fuß-Spann, und das Spielgerät darf nicht den Boden berühren. Kemari war kein Wettkampf, sondern eine reine Geschicklichkeits- und Konzentrationsübung, möglicherweise auch ein religiöses Ritual. Kemari erinnert an das so genannte "Fußballtennis" und ähnliche Jonglierübungen, mit denen auch der heutige Fußballspieler seinen Umgang mit dem Ball schult.

Die Inuit in Kanada nannten ihr Fußballspiel "Akranuak".
Auch die Inuits besaßen ihr eigenes Ballspiel. Der Ball bestand aus Robben- und Rentierleder, war ausgestopft mit Moos und hatte einen Durchmesser von zehn bis 20 Zentimetern. Das Spielfeld war eine 300 bis 400 Meter lange ebene Eisfläche. Am unteren und oberen Ende dieser Fläche befand sich eine Linie. Die beiden Mannschaften, die sich gegenüber standen, nannten sich "Schneehühner" und "Enten". Ziel der Teams war, den Ball über die gegnerische Linie zu treiben. Er durfte gekickt wie geworfen werfen. Auch dieses Spiel war recht wild: Die Spieler stellten sich gegenseitig ein Bein und rissen sich zu Boden. Gruppen rauften noch miteinander, wenn sich das Spielgerät schon längst an einer anderen Stelle des Spielfelds befand. Trotz des rohen Charakters nahmen an diesem Spiel sowohl Jung wie Alt, Männer wie Frauen teil - diese zuweilen sogar mit einem Baby auf dem Rücken.

Die Vorgänger von Otto Rehakles

"Fußball" in der Antike und im Mittelalter

Die Spartaner veranstalteten Ballspiele als Wehrertüchtigung, während die Römer Fußball darüber hinaus deshalb schätzten, weil es von allen betrieben werden konnte. Sie waren es auch, die das Spiel mit der Ausdehnung ihres Imperiums nach Nordeuropa brachten.

Doch wie auch bei den außereuropäischen Ballspielen sind bei diesen Fußballvarianten die Ähnlichkeiten zum modernen Fußball nur gering. Am ehesten glich das römische "Harpastum" dem späteren Rugby.

Der griechische Philosoph Platon (427 bis 347 vor Christus) berichtete über "Sphairomachien". Platon empfahl diese Ballschlachten als vormilitärische Übung. Das Spiel erfreute sich insbesondere im Stadtstaat Sparta großer Popularität. Der Ball erschien hier als eine Art Waffenersatz. So schrieb Platon, dass die Spartaner, "um das Kriegshandwerk nachzuahmen, wirklich mit Bällen ausgerüstet kämpfen." Spielfeld war die Rennbahn, auf der die Spartaner im Kampf um den Ball übereinander herfielen und sich dabei auch prügelten - unter lebhafter Anteilnahme des Publikums. Trotz seines rauen Charakters besaß das Spiel feste Regeln. Wer diese nicht einhielt, wurde ausgepeitscht.

Das Spiel galt als Mannbarkeitsprüfung, der sich jeder männliche Spartaner unterziehen musste. Laut Platon sollte das Spiel "die Bürger insgesamt zum Kampf für das ganze Leben tüchtig" machen. Wer die Prüfung bestand, durfte den Ehrentitel "sphaireis" tragen, der ihn von den übrigen Ballspielern unterschied. Ein weiteres Mannschafts- und Ballspiel der Griechen hieß "Episkyros". Hier haben wir es erstmals mit einem Spielfeld zu tun, das Übereinstimmungen mit dem heutigen Fußballfeld aufweist. So wird mit Gips ("Skyros") eine Mittellinie gezogen. Außerdem ist die Grundlinie Zentrum des Spielgedankens.

Rugby statt Fußball

Um 200 Jahre vor Christus wurde in Rom ein Spiel namens "Harpastum" - zu deutsch: "Raffballspiel" - betrieben. Möglicherweise war dieses Spiel eine Weiterentwicklung des griechischen Spieles Phaininda. Der römische Schriftsteller Galen beschäftige sich mit dem Harpastum während seiner Zeit als Gladiatorenarzt in Pergamon (157 bis 161 nach Christus). In seiner "Abhandlung über das Spiel mit dem kleinen Ball" verweist Galen auf den egalitären Charakter des Spiels, bei dem "selbst der Ärmste um seine Ausstattung nicht in Verlegenheit zu sein" brauche. Außerdem sei das Spiel den übrigen Leibesübungen durch seine Vielseitigkeit überlegen. Es war ein ziemlich rohes, aber auch anspruchsvolles Spiel, bei dem Schnelligkeit, Technik und Intelligenz gefragt waren.

Häufig kam es zu regelrechten Ringkämpfen um das Spielgerät, das geworfen und gefangen wurde, nicht aber mit dem Fuß gestoßen. So besaß das Spiel gewisse Ähnlichkeiten mit dem späteren Rugby. Mit den römischen Armeen verbreitete sich Harpastum in Europa und erreichte auch die britische Insel. Der Untergang des römischen Reiches bedeutete nicht das Ende des Spiels. In einigen Gegenden existierte es auch weiterhin, in anderen ging es eine Verbindung mit neuen Spielideen ein. Die Ballspiele, die sich im Mittelalter in England, Italien, Frankreich und Deutschland herausbildeten, haben möglicherweise das Harpastum als Ahnherren.

Himmlisches Spiel mit der Zwiebel

In der Bretagne und Normandie wurde seit dem 12.Jahrhundert ein Spiel mit dem Namen "Soule" (auch: "Choule") gespielt. Der Begriff geht auf das lateinische Wort Cepulla (Zwiebel) zurück. Die "Zwiebel" war ein großer, mit Heu, Kleie oder Moos ausgestopfter Lederball. An dem Spiel nahmen ganze Dörfer einschließlich der Geistlichkeit teil. Das Spiel begann, indem der Ball möglichst hoch über die örtliche Kirche geschossen oder geworfen wurde. Auf der anderen Seite musste ein Spieler der gegnerischen Mannschaft den Ball auffangen und damit anschließend durch drei Kirchspiele oder das gegenüberliegende Stadttor laufen. Wurde er erfolgreich daran gehindert, musste er den Ball zurück über den Kirchturm werfen oder kicken, und der nächste Versuch gehörte dem Gegner.

Beim Spiel kam es häufig zu Raufereien, weshalb es immer wieder verboten wurde. Auch wurde es auf ein Feld außerhalb des Dorfes verlegt. Vom Spiel existierten mehrere Varianten. Ursprünglich war beim Soule alles erlaubt. Der Ball durfte gefaustet, getreten oder mit Hilfe eines Schlägers befördert werden. Später unterschied man zwischen einem Soule au pied (Soule mit dem Fuß) und Soule à la Crosse (Soule mit dem Schläger).

Mit 15 Stürmern zum Sieg

Um 1460 wurde in Florenz erstmals der "Calcio" (Fußtritt) erwähnt. Der Calcio war zunächst ein Volksspiel ohne exakte Regeln, bei dem sich sozial gemischte, spontan zusammengestellte Stadtteilmannschaften gegenüber standen. In seiner ursprünglichen Form dürfte er dem französischen Soule und dem englischen Folk Football ähnlich gewesen sein. Im 16. Jahrhundert entwickelte sich der Calcio zu einem differenzierten Mannschaftsspiel. Es existierten zwei schriftlich fixierte Varianten des Spiels, die beide die Benutzung des Fußes forderten beziehungsweise gestatteten, aber keine reinen Fußballspiele waren. Die Spiele wurden mit einem luftgefüllten Lederball betrieben, und das Spielfeld musste mindestens doppelt so lang wie breit sein.

Der in Florenz praktizierte "Calcio Fiorentino" war eine exklusive Veranstaltung des Adels, aufgeführt im Rahmen höfischer Feste und mehr ein "Operettenturnier". In Norditalien existierte aber auch ein reguliertes Kampfspiel Calcio. In Florenz wurde auf einem Platz vor der Kirche Santa Croce gespielt. Das Spielfeld wurde eingezäunt und für die Zuschauer Tribünen errichtet. Die Mannschaften bestanden hier aus jeweils 27 Spielern, denen feste Rollen zugeordnet wurden. So gab es 15 Stürmer (in drei Gruppen à fünf Spieler), hinter denen fünf robuste Zerstörer, vier Läufer und drei Verteidiger postiert waren. Der luftgefüllte Lederball war tretend und faustend ins gegnerische Tor zu treiben. Das Fangen oder Berühren des Balles mit der flachen Hand war hingegen untersagt.

Volksfußball in England

Tote und Verletzte bei berüchtigten Derbys

Bevor König Edward II. 1313 mit seinem Heer gen Schottland aufbrach, erließ er ein Fußballverbot. Der König wollte Ruhe an der "Heimatfront" und beklagte den "großen Aufruhr" in der City. Deren Ausgangspunkt seien die von Tumulten begleiteten Fußballspiele auf öffentlichen Freiflächen. Doch staatliche Maßnahmen konnten den Siegeszug des Fußballs nicht stoppen, er konnte lediglich "von oben" reguliert werden.

Urfußball in England

Der Folk Football oder Village Football war ein Volksspiel im wahrsten Sinne des Wortes. Es basierte auf einfachen, ungeschriebenen Gewohnheitsregeln. Das Spielfeld besaß keine präzise Begrenzung. Es konnte aus der gesamten Stadt mit ihren Stadttoren oder den Feldern, Wiesen und Wäldern zwischen zwei Dörfern bestehen. Die Distanz von einem Tor zum anderen betrug nicht selten eine Meile. Auch die Zahl der Spieler und die Spielzeit waren nicht festgelegt. Häufig standen sich nahezu komplette Dörfer und Stadtviertel gegenüber, und gespielt wurde vom Sonnenaufgang bis zum Sonnenuntergang.

Sterben für den Fußball

Der Volksfußball war eine äußerst rohe, zuweilen auch brutale Angelegenheit. Schwere Verletzungen waren die Regel, vereinzelt kam es sogar zu Todesfällen. Im 16. Jahrhundert wurde aus dem "wilden Fußball" ein "festlicher Fußball", dessen Spiele nun häufig an Fest- und kirchlichen Feiertagen stattfanden. Da die Reisemöglichkeiten noch sehr beschränkt waren, handelt es sich bei den Spielen gewöhnlich um Nachbarschaftsduelle.

Das berühmteste und berüchtigtste dieser Duelle wurde am Shrove-Tuesday (Fastnachtsdienstag) im nordenglischen Derby ausgefochten, wo sich zwei benachbarte Pfarrbezirke miteinander maßen - daher auch der Begriff des Fußball-Derbys. Auf beiden Seiten waren 500 bis 1000 Akteure beteiligt. Die Spieldauer betrug sechs Stunden. In Ashbourne nahmen fast sämtliche Einwohner der Kleinstadt am jährlichen Fußballspektakel teil, und die Tore lagen drei Meilen auseinander. Die Obrigkeit betrachtete die Spiele des gemeinen Volkes mit Argwohn und erließ wiederholt Verbote gegen das "wilde Treiben".

Gesellschaftliche Veränderungen

1718 wurde in Derby mit einer Seidenspinnerei die erste große Fabrik gebaut. Das industrielle Zeitalter begann in England früher als auf dem Kontinent und verlieh dem Land ein völlig neues Antlitz. Die industrielle Revolution läutete das Ende des wilden "Volksfußballs" ein. Dieser war eine vornehmlich dörfliche Angelegenheit gewesen, und zu seinen wichtigsten Voraussetzungen hatte die an Jahreszeiten und Wetter orientierte Zeiteinteilung der Agrargesellschaft gehört.

Industrialisierung und Urbanisierung raubten dem "wilden Treiben" Raum, Zeit und Spieler. Um 1850 war der dörfliche Volksfußball weitgehend verschwunden. Doch auf den Straßen der Arbeitersiedlungen und Pferdekoppeln der Gasthäuser existierte weiterhin ein spontanes Spiel, dessen Verbindung zum modernen Sportspiel Fußball enger war als die des wilden mittelalterlichen "Volksfußballs". Die ersten Erfolge im Kampf um soziale Fortschritte brachten dann endlich wieder die nötige Zeit, um dem Fußballspiel zu frönen: Durch die Einführung der 54-Stunden-Arbeitswoche blieb der Samstagnachmittag frei für den Sport - der Sonntag war selbstverständlich dem Kirchgang vorbehalten.

Gezähmter Fußball

An englischen Public Schools wird das Spiel zivilisiert

Die Entwicklung des Fußballs zum modernen Sportspiel begann hinter den Mauern der Schulen von Rugby, Eton, Cambridge, Harrow und Charterhouse. Die Schulen plagte ein Autoritätsproblem. Der soziale Status der Lehrer lag unter dem der Schüler, was ihre Degradierung zu bezahlten Dienstboten bedeutete.

Viele Lehrer waren von den finanziellen Zuwendungen reicherer Schüler und der Gunst der Eltern abhängig. So konnten die Lehrer nicht verhindern, dass sich an ihren Schulen raue Ballspiele verbreiteten. Für viele Eltern waren diese Ballspiele und selbst die gelegentlichen Schüler-Rebellionen ein weitaus nützlicheres Training für die Erlangung von Männlichkeit, Führertum und Unabhängigkeit als etwa Latein oder Griechisch.

Erste Regeln

In Rugby, wo 1797 sogar die Armee in die Schule einrückte, entdeckte der Schulleiter Dr. Arnold nun einen Ausweg aus diesem Dilemma. Anstatt die Ballspiele zu verbieten, verwandelte sie Arnold in ein Instrument der Erziehung zum "christlich gesinnten Gentleman". Die Schüler durften auch weiterhin "Dampf ablassen", aber nur im Rahmen sorgfältig organisierter Spiele, die klaren Regeln folgten und von den Akteuren ein hohes Maß an Disziplin einforderten.

Die Spiele sollten die Schüler zu Mut, Selbstlosigkeit, Teamwork und Härte erziehen. Der Sport wurde nun Teil des Lehrplans vieler Public Schools, und die Public Schools Fabriken zur Herstellung von Gentlemen. Die Sportplätze wurden mit der gleichen Sorgfalt gepflegt wie die Bibliotheken. 1846 erschien erstmals ein schriftliches Regelwerk: "The Law of Football as Played in Rugby School".

Vom Rugby zum Soccer

Das rohe Spiel wurde seiner brutalsten Züge entledigt, und an die Stelle des realen Kampfes trat ein "Scheinkampf". Man unterschied nun zwischen ""illegitimer" und "legitimer" Gewalt. Der Verzicht auf "illegitime Gewalt" erforderte Selbstdisziplin, die Anwendung "legitimer Gewalt" Durchsetzungsvermögen. In den Public Schools wurden somit die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass sich die Unterschichten den Fußball einige Jahrzehnte später erneut aneignen konnten. Denn in einer städtischen Umgebung und unter den Bedingungen des industriellen Arbeitsalltags mit seiner strikten Zeiteinteilung konnte der Fußball nur betrieben werden, wenn er räumlich und zeitlich eingeschränkt wurde.

1849 veröffentlichte die mit Rugby rivalisierende Public School in Eton ihr eigenes Regelwerk, das erstmals ein absolutes Verbot des Handspiels beinhaltete. Bald spielte jede Schule nach ihren eigenen Regeln, doch mit dem "handling game" und dem "kicking game" kristallisierten sich zwei Grundströmungen heraus, deren Konkurrenz schließlich in der Trennung zwischen einer Soccer- und einer Rugby-Variante des Fußballs münden sollte. Am 26. Oktober 1863 gründeten ehemalige Eliteschüler im Londoner Gasthaus Freemason's Tavern mit der Football Association (FA) den weltweit ersten nationalen Fußballverband. Am 8. Dezember 1863 verabschiedete die F.A. mit 14 zu drei Stimmen ein Regelwerk, das das "handling" auf ein Minimum beschränkte und das "hacking" (Treten gegen die Beine) und "tripping" (Beinstellen) verbot. Die Befürworter der Rugby-Variante zogen daraufhin aus und gründeten später mit der Rugby Football Union (RFU) ihren eigenen Verband.

Soccer schlägt Rugby und Cricket

Zunächst aber dominierte die härtere Fußball-Variante. Erst im Laufe der 1880er gewann Soccer gegenüber Rugby die Oberhand. Ein Prozess, der mit der sozialen Ausbreitung des Spiels einherging. Viele Industriearbeiter gaben Soccer den Vorzug, auch wegen der geringeren Gefahr von Verletzungen. Der Industriearbeiter konnte es sich nicht leisten, wegen einer am Wochenende auf dem Fußballplatz erlittenen Blessur am Montag zu fehlen. Für viele Spieler und Zuschauer war das Association Game aber auch deshalb überlegen, weil sein Regelwerk schlicht und nachvollziehbar war. 59 Rugby-Regeln standen anfangs nur 14 Regeln für Soccer gegenüber.

Das englische Spiel par excellence war das Fang- und Schlagballspiel Cricket. Soccer war anfangs ein reines Winterspiel. Viele der späteren Fußballklubs waren zunächst Cricketklubs, die Soccer nur spielten, um sich während der cricketfreien Wintermonate fit zu halten. Doch für die Arbeiter war Cricket nicht zugänglich. Der Sport war zu teuer, und ein Cricket-Spiel dauerte mehrere Tage. Ende des 19. Jahrhunderts kam es auch hier zur Wachablösung. Der Cricketer und Fußballer C.B. Fry schrieb 1895: "Cricket kann nicht länger im wahren Sinne des Wortes als 'unser nationales Spiel' betrachtet werden. Fußball, so wird behauptet, hat nun den ersten Platz im Herzen des Volkes."

Christliche Vereine

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts war in England der Anteil der Arbeiter an der beschäftigten Bevölkerung auf 80 Prozent angewachsen. Und deren populärste Freizeitbeschäftigung hieß Fußball. Ungefähr ein Viertel der zu dieser Zeit existierenden Fußballklubs war kirchlichen Ursprungs. Der berühmteste von ihnen war der heutige Premier League-Klub Aston Villa, den 1872 Mitglieder einer methodistischen Bibelschule gegründet hatten.

Das kirchliche Engagement für den Fußball war eine Reaktion auf den schwindenden Einfluss der Religion auf die Arbeiterschaft, das epidemische Trinkproblem und die Wettleidenschaft. Mit der Bibel in der einen Hand und dem Fußball in der anderen hoffte man, die Arbeiterschaft von der Sinnhaftigkeit eines "ordentlichen Lebens" zu überzeugen und zum aktiven Christentum zu bekehren.

Stahlbosse und Bierbrauer

Der Premier League-Klub West Ham United wurde 1895 als betriebsinternes Freizeitunternehmen der Londoner Thames Ironworks gegründet. Vorausgegangen war ein großer Streik. Der Fußballklub war Teil eines Programms zur "Verbesserung der Beziehungen zwischen Arbeitern und Geschäftsleitung." Keine sozialpolitischen, sondern handfeste kommerzielle Interessen verfolgten die zahlreichen Bierbrauer und Gasthausbesitzer, die sich für Fußballklubs engagierten. Der FC Liverpool hat seine Existenz einem Mann namens John Houlding zu verdanken.

Als der Brauereibesitzer aus dem Arbeiterstadtteil Everton 1892 die "Roten" gründete, plagte ihn ein Problem. Houlding besaß zwar an der Anfield Road ein schmuckes Stadion, aber keine Mannschaft, die dieses mit Zuschauern und Abnehmern seiner Getränke füllen konnte. Zuvor war das Stadion Heimat des FC Everton gewesen, doch als Houlding den Pachtzins erhöhte und das alleinige Verkaufsrecht für Getränke im Stadion beanspruchte, kam es zum Bruch mit den "Blauen". Houlding gründete nun mit dem FC Liverpool seinen eigenen Klub, dessen erstes Team er komplett in Schottland rekrutieren musste.

Geburtsstunde des deutschen Fußballs

Kampf gegen einen mächtigen Gegner

In Deutschland wurde Fußball zunächst vor allem dort gespielt, wo sich "Engländerkolonien" befanden, und wie im Mutterland spielten die Schulen eine wichtige Rolle als Vorläufer der Vereine. Doch um seine gesellschaftliche Anerkennung musste der Sport jahrelang gegen die deutschen Turner ringen.

Neben Handelszentren wie Hamburg, Berlin und Frankfurt, Residenzstädten wie Hannover, Braunschweig und Dresden und Modebädern wie Baden-Baden, in denen viele Engländer verkehrten, waren die höheren Lehranstalten eine weitere Keimzelle des Fußballs. Insbesondere die Gymnasien mit naturwissenschaftlichen und neusprachlichen Zweigen sowie die Handelsschulen wurden zu Brutstätten des Fußballs, und bis in die 1890er hinein blieb der Fußball in Deutschland ein nahezu reines Schulspiel. So gingen die meisten der frühen Fußballklubs aus Schülervereinen hervor.

Vom Schülerverein zum Fußballklub

Ein Vorläufer des Hamburger SV, der Fußballclub 1888, wurde von Schülern des Wilhelm Gymnasiums gegründet. Der 1. FC Nürnberg ging aus einer Initiative von Mittelschülern hervor. Der VfB Leipzig wurde von Schülern, Studenten und Kaufleuten ins Leben gerufen. Auch Werder Bremen, VfB Stuttgart, Eintracht Frankfurt und der 1. FC Kaiserslautern gingen aus Schülervereinen hervor.

Die Fußballsprache wird Deutsch

Deutschlands Fußballpioniere sahen sich mit einem mächtigen Gegner konfrontiert, denn Turnen hatte sich bereits als "nationaler Sport" etabliert. Die nationalkonservative Turnerschaft betrachtete den Fußball als "undeutsche", importierte Modetorheit und bekämpfte seine Verbreitung. Der Turnführer Karl Planck bezeichnete das Spiel als "Fußlümmelei" und "englischen Aftersport". Zum Zeitpunkt der DFB-Gründung im Jahr 1900 zählte die Deutsche Turnerschaft 650.000 Mitglieder in 6500 Vereinen. Der DFB sollte dieses Niveau erst nach dem 1. Weltkrieg erreichen.

Um den deutschtümelnden Gegnern des "englischen Spiels" den Wind aus den Segeln zu nehmen, stellte der Braunschweiger Gymnasiallehrer Konrad Koch Überlegungen an, wie Soccer ein "deutsches Spiel" werden könnte. Koch behauptete, Fußball sei keineswegs ein rein "englisches Spiel", sondern vielmehr im Mittelalter in diversen Ländern - darunter selbstredend auch Deutschland - gespielt worden. Außerdem schlug der Pädagoge den Austausch der englischen Fachterminologie durch "deutsche Kunstausdrücke" vor. Auch die Gründer des DFB kapitulierten vor der nationalistischen Protestbewegung gegen die "Engländerei". In Zusammenarbeit mit dem Allgemeinen Deutschen Sprachverein wurde das englische Fußballvokabular "germanisiert" und militarisiert.

Sport des "modernen Bürgertums"

Unter Deutschlands Fußballpionieren waren Protestanten und Juden überproportional vertreten. Der in Birmingham geborene deutschstämmige Jude John Bloch wirkte Anfang der 1890er in Berlin als Gründer diverser Cricket- und Fußballorganisationen. Der Journalist Walther Bensemann war 1900 an der Gründung des DFB beteiligt und organisierte 1899 die so genannten "Ur-Länderspiele".1920 gründete Bensemann den noch heute existierenden "Kicker", dessen Herausgeber und Chefredakteur er bis zu seiner Emigration in die Schweiz 1933 blieb. Zu den Gründungsmitgliedern des DFB zählten auch die Brüder Fred und Gus Manning. Gus Manning, der seine Funktionärskarriere später in den USA fortsetzte, gehörte auch zu den Initiatoren des FC Bayern München.

Viele Juden zählten zum so genannten "modernen Bürgertum", das mit Begeisterung den "english sports" - wie Tennis, Cricket und Fußball - frönte. Aus gutem Grund, denn in vielen Turnvereinen wie Studenten-Verbindungen war der Antisemitismus weit verbreitet. Die Fußballklubs boten hier eine Alternative. Um die Jahrhundertwende war der Fußball noch eine primär bürgerliche Angelegenheit. In der 1. Mannschaft des FC Bayern-Vorläufers MTV 1879 kickten ein angehender Notar, ein Apotheker, ein Filmregisseur, ein Opernsänger und der spätere Direktor des Nationalmuseums. Die Sozialstruktur der anderen Vereine stellte sich ähnlich dar.

Der erste Meister

Auf dem Exerzierplatz im Hamburger Stadtteil Altona wurde am 31. Mai 1903 erstmals ein Endspiel um die Deutsche Meisterschaft angepfiffen. Es standen sich gegenüber die Teams des VfB Leipzig und des Deutschen Fußball-Club Prag. Die Deutschen hatten den Fußball in die tschechische Metropole exportiert, und der DFC wie ein weiterer "Deutschen-Klub" namens Germania standen unter den Fittichen des DFB. Dessen erster Präsident, der Hygieneprofessor Dr. Ferdinand Hueppe, war auch Mitglied des DFC. Das "Spielfeld" hatte nur wenig Ähnlichkeit mit einem Fußballplatz. Mit Hilfe von Tauen, Seilen und transportablen Toren wurde ein kleiner Teil der staubigen Exerzierweide in ein Fußballfeld verwandelt, dessen Belag aus Sand und Wiese bestand.

Die Prager hatten sich für das Spiel mit sieben Österreichern verstärkt, von denen sechs später Nationalspieler wurden. In der 22. Minute ging der DFC mit 1:0 in Führung, doch am Ende behielt der VfB mit 7:2 klar die Oberhand. In der zweiten Halbzeit zelebrierten die Sachsen ein technisch perfektes Flachpassspiel. Das DFC-Team scheiterte an seiner fehlenden Homogenität und konditionellen Problemen, die auf eine durchzechte Nacht in Hamburgs Vergnügungsviertel zurückzuführen waren. Für den DFB endete das erste nationale Finale mit einem dicken Minus. Das geringe Zuschauerinteresse hatte lediglich 1333,34 Mark in die Verbandskasse gespült, denen Ausgaben in Höhe von 2249,20 Mark gegenüberstanden.

Der "braune" Ball

Fußball in Weimarer Republik und "Drittem Reich"

Der erste Weltkrieg ist zu Ende, und der Fußball in Deutschland entwickelt sich zu einer Massenbewegung. Immer mehr Vereine entstehen, immer mehr Menschen spielen Fußball und vor allem: Immer mehr Besucher kommen in die Stadien. Diese Popularität des Sports nutzen nach 1933 die Nationalsozialisten. Sie instrumentalisieren den Fußball für ihre Zwecke - allerdings nicht immer mit Erfolg.

Zum Arbeitersport und damit zum Massen- und Zuschauerevent wurde der Fußball in Deutschland erst in den Jahren der Weimarer Republik. Die Mitgliederzahlen des DFB und das Zuschauerinteresse stiegen drastisch. Die wichtigste Voraussetzung für die soziale Ausbreitung des Fußballsports war, wie in England, die Verkürzung der Arbeitszeit. Die Einführung des Acht-Stunden-Arbeitstages verschaffte auch den Arbeitern die notwendige Freizeit, um Fußball zu spielen oder ins Stadion zu gehen.

Machtwechsel im Fußballsport

Zum ersten Nachkriegs-Endspiel 1920 zwischen dem 1.FC Nürnberg und der SpVgg Fürth (Endstand 2:0 für Nürnberg) strömten 35.000 auf den Germania-Platz in Frankfurt. Dies waren fast dreimal mehr als beim bestbesuchten Endspiel vor dem Kriege. Der Rekordbesuch für ein Fußballspiel in Deutschland betrug bis dahin 17.000, erzielt im März 1913 bei einem Länderspiel gegen England. Fußball wurde zur populärsten Freizeitbeschäftigung der Arbeiterschaft, und das Spiel erlebte seinen ersten Boom in Deutschland. Die rege Anteilnahme der Medien verstärkte diese Entwicklung.

1934 kam es zu einem sozialen Machtwechsel in der nationalen Fußballhierarchie, als mit Schalke 04 erstmals ein so genannter "Arbeiterverein" den Titel des Deutschen Meisters errang. Schalke war zunächst nicht mehr als eine Straßenmannschaft gewesen, deren Mitglieder zum größten Teil Jungbergarbeiter und zum kleineren Teil Handwerkslehrlinge gewesen waren. Zur Titelverteidigung ein Jahr später versammelten sich 74.000 Zuschauer im Müngersdorfer Stadion in Köln.

Vorauseilender Gehorsam

Der Wahlsieg der Nationalsozialisten 1933 hatte auch deutliche Auswirkungen auf den deutschen Fußball. "Jüdische" und "marxistische" Spieler wurden bereits im April 1933 aus den Vereinen ausgeschlossen. Dies geschah allerdings nicht, wie der DFB gerne glauben gemacht hat, auf Anordnung der Nazis, sondern Vereine und Verbände wurden von alleine initiativ. Dies ist nicht weiter verwunderlich, denn dem DFB kann nicht vorgehalten werden, eine liberale oder gar "linke" Einstellung vertreten zu haben. Zunächst kaisertreu, dann den Ersten Weltkrieg feiernd und der Weimarer Republik sehr distanziert gegenüber stehend, ist es nur konsequent, dass sich der DFB 1933 in die Arme der neuen Machthaber warf.

Obwohl Boxen und Motorsport zu den bevorzugten Sportarten der Nazis zählten, konnten sie der Versuchung nicht widerstehen, auch den Massensport Fußball - insbesondere bei Länderspielen - für ihre Ideologie zu nutzen. Auch in diesem Bereich galt es, die "arische Rasse" als allen anderen überlegene darzustellen. Der offensichtliche Fußballverächter Adolf Hitler besuchte ein einziges Mal ein Fußballspiel - und verließ es vorzeitig: Bei der Olympiade 1936 in Berlin verlor die deutsche Mannschaft gegen Norwegen mit 2:0, und beide Tore erzielte ein Spieler mit dem nicht sehr arisch klingenden Namen Isaaksen.

Unpolitischer Fußball?

Das Zentralorgan des deutschen Fußballs, der "Kicker", schwenkte 1933 nach der Flucht seines jüdischen Gründers Walther Bensemann ebenso schnell auf die neue politische Richtung um. 1939 brachte er einen Hochglanzband mit Bildern aller bisherigen deutschen Fußball-Nationalspieler heraus. Aller? Nicht ganz; zwei Namen fehlten auf der Liste: Gottfried Fuchs und Julius Hirsch, zwei jüdische Spieler aus Karlsruhe und mehrfache Nationalspieler. Gottfried Fuchs erzielte 1912 einen Rekord, der heute noch Gültigkeit besitzt: Im Spiel gegen Russland schoss er zehn von 16 Toren. Fuchs emigrierte 1937 nach Kanada, Julius Hirsch dagegen wurde 1943 nach Auschwitz deportiert und ermordet.

Fußballer in der Nazizeit werden in der Regel als unpolitisch und systemfern beschrieben. Dies gilt aber nicht in allen Fällen. So entwickelte sich der erste Reichstrainer Otto Nerz in den 30er Jahren zu einem fanatischen Antisemiten und treuen Parteigänger der NSDAP. Sein Nachfolger Sepp Herberger wurde nach dem Zweiten Weltkrieg als Mitglied der NSDAP lediglich als Mitläufer eingestuft und durfte weiter als Nationaltrainer arbeiten.

Skandal "auf Schalke"

Auch Fußballspieler waren nicht immer so unpolitisch, wie sie gerne dargestellt werden. So trat Fritz Szepan, einer der Schöpfer des berühmten "Schalker Kreisels", 1937 der NSDAP bei und ließ sich 1939 in den "Führerrat des Fachamtes Fußball" berufen. Und auch der Rest der Mannschaft ließ sich offenbar gerne von den Nazis instrumentalisieren. Es ist nicht überliefert, dass sich auch nur ein Spieler nach dem Gewinn der ersten "großdeutschen" Meisterschaft gegen Admira Wien gegen die Verleihung der Ehrenmitgliedschaft in der NSDAP verwahrt hätte.

Fritz Szepan, genannt der "blonde Fritz" und Held der Nazi-Propaganda hat unmittelbar von den herrschenden Verhältnissen profitiert. Er "kaufte" 1938 im Schalker Zentrum für den Spottpreis von 7000 Mark das Textilgeschäft Rhode & Schwarz. Aufgrund des antisemitischen Drucks der Nazis waren die jüdischen Vorbesitzerinnen gezwungen, ihren Laden zu verkaufen. Es ist als sicher anzunehmen, dass Szepan ihre Lage kannte und auch die geringe Höhe des "Kaufpreises" einschätzen konnte. Mit diesem Schnäppchen verzehnfachte Szepan sein Jahreseinkommen, während die ehemaligen Inhaberinnen in das KZ Riga deportiert und ermordet wurden.

von Dietrich Schulze-Marmeling/Harald Grimm

http://www.zdf.de


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