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Biebrich 02: Kapitän Pilger und Keeper Ademovic hören auf
20.04.2017 - 21:00

Von Stephan Neumann

WIESBADEN - Beim Fußball-Verbandsligisten FV Biebrich 02 brechen Trainer Nazir Saridogan nach Ablauf der Runde zwei Säulen weg: Torhüter Denis Ademovic (34) und Kapitän Bastian Pilger (30) haben ihr Laufbahnende angekündigt. Ademovic altersbedingt, Pilger aufgrund anhaltender Probleme im Fußbereich.

„Zwei, die Enormes geleistet haben“: „Zwei Spieler, die Enormes geleistet haben, die aufgrund ihres Charakters und ihrer Einstellung nicht so leicht zu ersetzen sind“, streicht Saridogan heraus, der mit Pilger auf gemeinsame Stationen beim SV Wehen Wiesbaden und bei der TSG Wörsdorf zurückblickt. Der Marathonmann auf der rechten Außenbahn erlebte in der Saison 2009/10 sein Highlight mit 28 Einsätzen in der damaligen Regionalliga-Zweiten des SVWW, um danach zu den 02ern zu wechseln. Dort als absolutes Vorbild in Spiel und Training Maßstäbe zu setzen. Ein Leader, der eine Lücke hinterlässt.

„Ganz oder gar nicht“: „Die Ärzte sagen seit mehreren Jahren, dass ich aufhören soll. Ich habe lange mit mir gerungen und mich jetzt entschieden. Es wäre keine Option gewesen, mich hinten rein zu stellen und eine ruhige Kugel zu schieben. Nur mit 50 Prozent zu spielen – das wäre nicht ich. Entweder ganz oder gar nicht“, betont Pilger. Aufgrund der Arthrose im Zehenbereich beider Füße – vor allem die in seinem rechten Schussbein beeinträchtigt ihn – hat er nun schweren Herzens die Notbremse gezogen. Mit einer speziellen Spritzen-Therapie, die schon einmal Linderung gebracht hatte. will er die Beschwerden auf Dauer in den Griff bekommen.

„Schön, mit super Team aufzuhören“: Denis Ademovic kommt – unterbrochen durch ein Gastspiel bei Kastel 06 – auf insgesamt acht Jahre im FVB-Dress. Ausgebildet wurde er einst beim SV Wehen. „Irgendwann ist für jeden Schluss. Ich wollte bereits nach der vergangenen Runde aufhören. Doch Nazir hat mich überredet, noch ein Jahr dranzuhängen. Ich bin froh, dass ich ihn als Trainer kennenlernen durfte. Er genießt im Team hohen Respekt, die Jungs hören auf ihn. Und es ist schön, mit so einer super Mannschaft aufzuhören“, sagt der Schlussmann, der stets als einer der besten der Verbandsliga eingestuft wurde. 2014 hatte er mit einem Kreuzbandriss den einzig ernsten Rückschlag erlitten, kehrte aber bereits nach sechs Monaten ins 02-Tor zurück. Um in der laufenden Serie zur Erfolgsserie mit nur einer Niederlage aus 14 Spielen beizutragen. Zuletzt sprangen sieben Punkte aus drei ungeschlagenen Spielen ohne Gegentor heraus. Wobei Ademovic bei den Siegen über Flörsheim und Zeilsheim beruflich bedingt fehlte, jeweils durch Paul Kissler gut vertreten wurde.

Pokal als Anreiz: Doch der erfahrene Keeper ist noch die klare Nummer eins der „Blauen“, die am Samstag (16 Uhr) in der Liga beim Fünftletzten VfB Wetter gastieren und am Mittwoch (19.30 Uhr) im Kreispokal-Halbfinale bei Kreisoberliga-Spitzenreiter TuS Nordenstadt auf Revanche für die letztjährige 1:4-Schlappe im Viertelfinale sinnen. Auf dieses Spiel ist Ademovic besonders heiß. Er wünscht sich als krönenden Abschluss den Pokalgewinn. Wobei die 02er im Fall eines Sieges in Nordenstadt im Finale auf den SV Niedernhausen treffen würden (17. Mai, 19 Uhr, bei Blau-Gelb).

Gros des Kaders halten: In der nächsten Saison müssen dann andere in Führungsrollen schlüpfen. Saridogan weiß mit David Meurer, Orkun Zer, David Schug (derzeit in blendender Form), Sebastian Bauschke, Sebastian Gurok und Camilo Rivera einen Pool an Gestandenen in seinen Reihen, die für ein stabiles Gerüst bürgen sollten. Daneben ist die Garde der Jüngeren um Derrick Amoako, Abdullah Tasdelen, Saki Nakos und Jan Rodwald ein Faustpfand für die Zukunft. Doch noch haben die Gespräche für die nächste Runde nicht begonnen. Saridogan wird sie nun anschieben. Mit dem Anspruch, das Gros des aktuellen Kaders halten zu wollen.


udo


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